21. Oktober 2019 - 19:40

Bayreuth: Illegaler Fallensteller muss Geldstrafe zahlen

Foto: Daniel Karmann

HOLLFELD. Qualen durch eine illegale Schlagfalle mitten im Wald: In die geriet Australian-Shepherd-Hündin Bailey am 18. Februar dieses Jahres in einem Ortsteil von Hollfeld.


Eine Stunde lang dauerte es, bis der vor Schmerz jaulende Hund durch die Feuerwehr befreit werden konnte. Wegen der Falle stand der Nachbar der Hundebesitzerin, Lothar K. (54), vor dem Amtsgericht Bayreuth. An jenem Februartag ging Janine Angermann (21) mit dem Hund ihrer Mutter spazieren, als das Unglück passierte. Hündin Bailey geriet mit dem Kopf in die Falle. Dem Tier wurde der Hals dabei so stark abgedrückt, dass die Feuerwehren aus Hollfeld und Kainach mit einem Trennschleifer anrücken mussten. Mindestens eine Stunde dauerte der Einsatz für das verletzte Tier.

Es hätte auch schlimmer enden können

Diagnose: Schädelprellung, Schädelhirntrauma, Hämatome am Kopf und ein schwerer Schock. Die Falle hätte Bailey auch töten können, wie Gerhard Schoberth von der Tierrettung Bayreuth damals im Kurier-Gespräch sagte. Einem kleineren Hund hätte gar der Kopf abgetrennt werden können. Auch eine Kinderhand wäre wohl schwer verletzt worden. Verantwortlich für die Schlagfalle war der Nachbar der Hundebesitzer, Lothar K., sein. Im Kurier-Gespräch hatte er kurz nach dem Vorfall eingeräumt, dass ein Jäger das Eisen in seinem Auftrag aufgestellt habe. Er sei Nutztierhalter, ein Fuchs habe durchgehend seinen Bestand angegriffen. Und weiter: „Irgendwie muss ich mich ja schützen, da kann es schon mal vorkommen, dass ein Hund hineintappt.“

K. zeigt Reue und entschuldigt sich

Für das Aufstellen der Falle musste K. sich vor dem Bayreuther Amtsgericht verantworten. Vom Gericht wurde er zu einer Geldstrafe verurteilt. Das Aufstellen war illegal, denn eine jagdrechtliche Erlaubnis besitzt er nicht. K. ist nicht vorbestraft. Vor Gericht trägt er Jeanskleidung, wirkt für sein Alter jugendlicher. Mehrere silberne Ringe zieren seine Ohren, er trägt schwere schwarze Stiefel an den Füßen. Zur Gerichtsverhandlung begleitet ihn seine Lebensgefährtin. Immer wieder sagt er: „Es tut mir leid.“ Nie habe er einen Hund verletzen wollen, er habe lediglich seine Hühner schützen wollen. Sein Verteidiger Dieter Widmann sagt: „Ein Fuchs hat regelmäßig seine Hühner geschlagen. Er hatte dann so eine Wut und tat es, ohne nachzudenken.“ Alles sei schon geregelt, erklärte K. Er habe sich bei den Hundebesitzern entschuldigt und sei auch für die Tierarztkosten aufgekommen.

Die Verhandlung ist nach knapp 15 Minuten schon zu Ende. „Ich nehme es Ihnen ab, dass sie gelernt haben aus der Geschichte und betroffen sind“, sagt Richter Daniel Götz nach der Urteilsverkündung. „Ihr Motiv ist grundsätzlich nachvollziehbar. Aber man darf das nicht.“ Trotzdem muss K. eine Strafe von 3600 Euro bezahlen.