14. Dezember 2019 - 21:45

Bayreuth: 500 Mann kämpfen gegen Feuer

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COTTENBACH, LKR. BAYREUTH. Zwischen Cottenbach und Theta ist an einem Steilhang auf einer Fläche von rund 1000 Quadratmetern mitten im Wald ein Feuer ausgebrochen. Seit kurz nach 21 Uhr am Dienstagabend kämpfen rund 500 Feuerwehrfrauen und -männer gegen den Flächenbrand in dem Kiefernwald an – und müssen dafür unter schweren Bedingungen für eine Wasserversorgung arbeiten.

Die Rauchsäule des Feuers ist in Bayreuth zu sehen am Abendhimmel. Auch der Kreisbrandrat Hermann Schreck hat dem Einsatzleiter Matthias Potzel von der Cottenbacher Feuerwehr gesagt, dass er die Rauchsäule über dem Wald auf der Anfahrt von Weidenberg gesehen habe. Es ist ein Brand, der sich offensichtlich schnell ausgebreitet hat in einem sehr schwer zugänglichen Gelände. Der Einsatzleiter spricht von „massiven roten Flammen“, als er der Revierförsterin Karin Eckert-Hetzel, die gegen 22 Uhr an die Straße unterhalb des Brandortes geeilt kommt, einen kurzen Lagebericht gibt.

Kein Durchkommen zum Brandort

Zum Brandort selbst ist kein Durchkommen. Feuerwehrmänner riegeln den Zugang ab: „Top Secret“, sagt ein, hier kommt keiner weiter, der nicht der Feuerwehr angehört. Auf der Straße zwischen Cottenbach und Theta reiht sich ein Feuerwehrfahrzeug ans andere, unablässig rollen die Traktoren mit angehängten Güllefässern vom Main bei Heinersreuth Richtung des Umschlagplatzes, wo das Wasser in einen riesigen Vorratssack gepumpt und dann weiter Richtung Brandort im Wald geschickt wird. „Wir haben bestimmt zwischen 20 und 30 Güllefässer hier im Einsatz“, sagt Potzel. Die Landwirte helfen der Feuerwehr bei dem massiven Wasser-Engpass aus der Patsche. „Wir haben zwei Schlauchleitungen mit je rund 1,5 Kilometer Länge vom Cottenbacher Löschweiher herauf gelegt“, sagt Potzel. Am Main ist die Speichersdorfer Feuerwehr mit einer Hochleistungspumpe in Station gegangen.

500 Wehrleute aus dem ganzen Landkreis

Insgesamt rund 500 Feuerwehrleute aus der Stadt Bayreuth und dem gesamten Landkreis sind an den Einsatzort geeilt, schätzt der Kreisbrandrat Hermann Schreck, um den „massiven Waldbrand“, wie Potzel es nennt, zu bekämpfen. „Alles, was ein Tanklöschfahrzeug hat, ist hier.“ Die Meldung ist um 21.06 Uhr bei den Feuerwehrmännern eingegangen, sagt der Feuerwehrmann und Bindlacher Gemeinderat Alfred Lautner, der ebenso wie alle seine Feuerwehr-Kollegen in die Löschmontur gesprungen ist, statt den Abend vor dem Fernseher ausklingen zu lassen, wo er bis zum Eingang der Meldung gesessen war.

Arbeiten werden ganze Nacht dauern

Gegen 22.20 Uhr sagt Matthias Potzel auf Nachfrage unserer Zeitung, dass es sicher die Nacht durch dauern werde, den Brand in Schach zu halten und mit den Nachlöscharbeiten voran zu kommen. „Was wir jetzt brauchen, ist Manpower, um in dem großen Gelände die Glutnester rauszugraben.“

Brandgefährliche Fläche

Die Försterin Karin Eckert-Hetzel kennt das Gelände dort sehr gut. Sie sagt, nach ihrer Meinung handle es sich um eine Fläche, die aus Kiefern-Altbestand bestehe. „Schätzungsweise 60 bis 90 Jahre alte Kiefern stehen da. Ein sehr steiler Hang ist das, sehr trockene Bestände. Das Problem: Wir haben die Fläche im Frühjahr durchgeforstet. Da liegt unter anderem viel trockenes Reisig am Boden.“ Das, sagt Eckert-Hetzel, sei in Kombination mit der extremen Trockenheit der vergangenen Wochen „tatsächlich brandgefährlich“.