Vier Verletzte nach Frontalcrash in Kulmbach: Mutter und Kind schwer verletzt

Foto: Melitta Burger

KULMBACH. Stundenlang war nach einem schweren Unfall die Bundesstraße 85 zwischen Kulmbach und Höferänger total gesperrt. Vier Menschen, darunter auch ein Kind,  erlitten dabei zum Teil schwerste Verletzungen. Die Feuerwehr brauchte eine Stunde, um eine der Unfallbeteiligten aus den Trümmern ihres völlig demolieren Kleinwagens zu befreien. Nachdem bei der Frau nach Angaben des Notarztes Lebensgefahr nicht auszuschließen war, holte die Kulmbacher Polizei auch einen Gutachter an die Unfallstelle, der bei den Ermittlungen der Ursache des massiven Unfalls Hilfe leisten soll. Inzwischen erhielt die Polizei die Meldung, dass die Frau nicht mehr in akuter Lebensgefahr ist.


Es war kurz vor 9.30 Uhr, als der 46-jährige ukrainische Fahrer eines weißen Kleintransporters mit Fürther Zulassung auf der Fahrt in Richtung Kulmbach kurz vor dem Gründla aus derzeit noch unbekannten Gründen in einer langgezogenen Linkskurve mit seinem Fahrzeug nach links auf die Gegenfahrbahn geriet. Die entgegenkommende 32-jährige Fahrerin des kleinen Honda aus dem Landkreis Kulmbach hatte auf der links und rechts mit Leitplanken begrenzten Strecke keine Chance zum Ausweichen.

Die beiden Fahrzeuge krachten mit großer Wucht frontal aufeinander. Besonders schlimm erwischte es dabei die Fahrerseite des roten Honda, der nach dem Zusammenstoß auf die Leitplanke geschleudert wurde und dort schließlich in Schräglage zum Stehen kam. Am Steuer des Fahrzeuges saß eine Frau, auf dem Rücksitz im Kindersitz ihre dreijährige Tochter. Ein Anlieger hatte unmittelbar nach dem Unfall den Notruf betätigt und gemeldet, er habe einen lauten Schlag von der Bundesstraße gehört.

Vier Rettungswagen des BRK und der Rettungshubschrauber wurden an die Unfallstelle beordert. Auch die Feuerwehren, Notfallseelsorger Bernhard Nehring und das THW wurden alarmiert. Die Bundesstraße musste komplett in beiden Fahrtrichtungen gesperrt werden. THW und die Höferänger Feuerwehr leiteten den Verkehr örtlich um. Den Helfern bot sich ein schreckliches Bild. Die Fahrbahn war mit Trümmern übersät.

 

Foto: Melitta Burger

Schwierige Rettung

Während das verletzte Kind, der Fahrer des Lieferwagens und sein 23-jähriger Beifahrer aus Nürnberg relativ schnell ärztlich versorgt und in die Kinderklinik nach Bayreuth sowie andere Krankenhäuser gebracht werden konnten, gestaltete sich die Rettung und Versorgung der schwerst verletzten und eingeklemmten Frau äußerst schwierig.

Mit schwerem Gerät konnte die Feuerwehr nicht arbeiten, weil ein Fahrzeugteil im Bein der vor allem im Beinbereich eingeklemmten Frau steckte. Jürgen Hochgesang von der Kulmbacher Feuerwehr berichtete, dass die Retter unter anderem erst den Fahrersitz zerlegen mussten, um an die Verletzte heranzukommen. So dauerte es eine Stunde, bis die Frau aus dem Auto befreit werden konnte. Währenddessen waren Sanitäter und ein Notarzt ständig bei ihr und leisteten bereits medizinische Hilfe, während sie noch im Auto war. Die Frau wurde schließlich ins Klinikum Kulmbach gebracht.

Im Einsatz war die Feuerwehr Kulmbach mit sechs Fahrzeugen und etwa 20 Kräften sowie die Höferänger Feuerwehr für die Straßensperrung. Auch das BRK war mit einem großen Aufgebot an Fahrzeugen und Helfern an den Unfallort geeilt. Das THW unterstützte bei der Verkehrsleitung. Auch die Polizei war mit mehreren Streifen angerückt. Erst nach 13 Uhr, als der Gutachter seine Untersuchungen abgeschlossen hatte und die beiden Unfallfahrzeuge abgeschleppt waren, konnte die Bundesstraße 85 wieder für den Verkehr freigegeben werden.

Mehr als vier Stunden war es im Vormittagsverkehr zu Behinderungen gekommen. Den Sachschaden an den beiden völlig zerstörten Fahrzeugen und an den Leitplanken beziffert die Kulmbacher Polizei auf mindestens 15.000 Euro.