Verwaltungsgericht: Einsatzhorn ist keine Ruhestörung

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KASSEL. Niemandem gefällt es, von einem vorbeifahrenden Rettungswagen aus dem Schlaf gerissen zu werden. Trotzdem hat das Verwaltungsgericht in Kassel jetzt die Klage einer Anwohnerin gegen den Bau eines Notfallzentrums abgewiesen.


Ständiger Verkehrslärm vorbeifahrender Autos in Städten zählt zu den unangenehmen Dingen, die das Wohnen in der Stadt mit sich bringt und soll zudem ungesund sein. Noch etwas lauter sind die Martinshörner von Feuerwehr und Notarzt. Wohl deswegen wollte laut einem Bericht des MDRs eine Frau aus Kassel wegen möglicher Lärmbelästigung juristisch gegen den Bau eines Rettungsdienstzentrums in der Nähe ihrer Wohnung vorgehen.

Da der Abstand selbiger zum geplanten Vorhaltezentrum für Einsatzfahrzeuge nur 200 Meter betrage, befürchte sie, dass sich durch den Geräuschpegel der Blaulichtanlangen der Wert ihrer Wohnung mindern könne. Das Notfallzentrum wird trotzdem gebaut.

Vom Kasseler Verwaltungsgericht wurde jetzt entschieden, dass 200 Meter Distanz zum neuen Zentrum für eine Klage gegen den Bebauungsplan nicht ausreichten. Die Entfernung zum Haus der Klägerin müsste dafür geringer sein. Außerdem sehe das Gericht die Sirenen der Feuerwehr- und Rettungswagen als Notwendigkeit für sicheren Verkehr an. Der Nutzen überwiege das Recht der Anwohner auf Ruhe.