Sarah Connor-Song „Vincent“: Radiosender sind unterschiedlicher Meinung

Screenshot Youtube

Für jede Menge Wirbel sorgt derzeit der neue Song von Sarah Connor. Mit ihrem Lied „Vincent“ will sie auf die Probleme junger schwuler Männer aufmerksam machen. Wegen einer brisanten Textstelle wird der Song aber nicht überall im Original gespielt.


Eines hat der Song auf jeden Fall geschafft: Für Aufmerksamkeit gesorgt. „Vincent kriegt kein‘ hoch, wenn er an Mädchen denkt“, so die umstrittene Passage. Antenne Bayern hat bereits angekündigt, eine Zensur vorzunehmen. Kinder und Jugendliche, die den Namen Vincent tragen, können damit gehänselt und gemobbt werden, so die Begründung.

Der Bayreuther Lokalsender Radio Mainwelle hält nichts von Zensur. „Wir finden den Song und auch das Statement dahinter richtig gut“, sagt Bernd Rasser, Geschäftsleiter und Musikchef des Senders. Man habe ihn deshalb zum Release schon einmal vorgestellt und präsentiere ihn jetzt als Song der Woche. „Natürlich ungeschnitten“, sagt Rasser.

Das Thema der „Zensur“ der ersten Textzeile bei einigen anderen Sendern werde Mainwelle über seine social media-Kanäle „intensiv mit unsern Hörern diskutieren“, so der Geschäftsleiter.  Gerade weil eben viele Menschen darüber reden. Ob der Song es in die Tagesrotation schafft, hänge aber wie bei allen Songs eher vom Charterfolg ab. „Ich würde es mir sehr wünschen und pushe ihn gern“, sagt Rasser. Er werde den Song auf jeden Fall „mehrmals“ in der Feierabendsendung spielen.

Mobbing vorprogrammiert 

Etwas kritischer sieht das Vincent Richter (24) aus dem Landkreis Bamberg. Seit das Lied bekannt gemacht wurde, habe er „keine Ruhe mehr“. Vor allem die ersten Sekunden, würde man ihm ständig per Facebook und WhatsApp senden. Das nerve ihn doch sehr. Er glaube auch, dass jeder andere Vincent so empfindet und das Lied einfach nur hasst. „Da ist Mobbing vorprogrammiert“, sagt der 24-Jährige. Dass der Song nicht im Original im Radio gespielt wird, findet er gut. Er habe sich auch Kommentare von Sahara Connor dazu angesehen, indem sie sich rechtfertigt „von wegen dass einen Vincent sowas nichts ausmacht“. Schließlich bedeute der Name „der Siegreiche“ und jeder Vincent würde darüber hinwegsehen können. Richter verkrafte das schon, wie er sagt. Aber gerade im jugendlichen Alter und bei Kindern sei das sicherlich ein Problem.

So sieht das auch die 31-Jährige Christina B. aus Bayreuth. Ihr acht Jahre alter Sohn trägt nur die Kurzform des Namens, nämlich Vince. Trotzdem zeigt sie sich empört darüber, dass überhaupt ein Name dafür genutzt werde. „Man kann auch einfach den Namen weglassen und die Botschaft neutral rüber bringen“, sagt die junge Mutter. Den Song an sich findet sie gut, weil er ein Tabuthema anspricht und Abhilfe schaffen soll. Aber dann bitte nicht auf die Kosten Dritter.