26. Februar 2020 - 17:26

Bayreuther Stadtverwaltung dementiert: Flutlicht im Stadion wird nicht billiger

Wann bekommt das Bayreuther Stadion ein Flutlicht? Foto: Archiv/Friso Gentsch

BAYREUTH. Unter welchen Voraussetzungen erfüllt die Stadt der Spielvereinigung Bayreuth ihren Wunsch nach einem Flutlicht im Hans-Walter-Wild-Stadion? Diese Frage beschäftigt den Bayreuther Stadtrat schon länger – und ploppte in der Sitzung am Mittwoch wieder auf.


Diesmal durch eine CSU-Anfrage von Bürgermeister Thomas Ebersberger und Prof. Walter Wagner. Sie bezogen sich auf Aussagen von SpVgg-Geschäftsführer Mathias Fleischmann, der laut einem neuen Bayreuther Online-Portal die Zukunft in der Fußball-Regionalliga ohne den zügigen Bau eines Flutlichts in Frage gestellt habe. Nur dann könnten Heimspiele am Freitagabend ausgetragen werden – und damit zu einer Zeit, zu der der Event-Charakter gestärkt und dadurch mit deutlich mehr Zuschauern gerechnet werden könne.

Durch das im Stadion der Stadt fehlende Flutlicht, so die Argumentation, entgingen dem Verein Einnahmen, ohne die eine Weiterentwicklung in der Regionalliga und damit der erwünschte Aufstieg in die dritte Bundesliga nicht realisierbar seien, schrieb das Online-Portal am 8. April über ein laut Kurier-Informationen acht Wochen zuvor geführtes Gespräch mit Fleischmann.

Im Bayreuther Stadtrat war zuletzt aber folgende Meinung mehrheitsfähig: Zuerst müsse die Altstadt liefern und aufsteigen. Dann werde das Flutlicht, dessen Kostenfaktor stets mit etwa zwei Millionen Euro beziffert wurde, gebaut. Bis zum Aufstieg solle das Hochbauamt lediglich Vorplanungen durchführen.

In dem Artikel des Online-Portals wurde Mathias Fleischmann aber mit neuen Zahlen zitiert. Durch die Weiterentwicklung der Lichttechnik hätten sich die Kosten für Flutlichtanlagen reduziert und es sei ein Bau für 500.000 Euro möglich. Die CSU wollte nun wissen, ob das stimmt. Und erhielt von der Stadt ein klares Nein. „Die Aussage kann von der Verwaltung nicht bestätigt werden“, sagte Stadtbaureferentin Urte Kelm. „Wir wissen auch nicht, wie es zu der Annahme kommt.“

Nicht mehr in diesem Jahr möglich

Auch das Argument, wonach der vor Kurzem abgeschlossene Umbau des Stadions inklusive neuer Stehtribüne durch Synergieeffekte das Flutlicht preisgünstiger mache, verneinte Kelm.

Außerdem, so ihre Antwort auf weitere CSU-Fragen, sei es nicht möglich, das Flutlicht noch 2019 zu bauen. Die Planung befinde sich in der Leistungsphase. Danach müssten die Arbeiten ausgeschrieben werden. „Kostenvoranschläge von Drittanbietern können nicht berücksichtigt werden“, sagte Kelm in Richtung SpVgg.

Und welche Vorteile könnte der Flutlichtbau für fußballunabhängige Veranstaltungen haben? Mehrere Anfragen der Stadt bei den großen regionalen Event-Agenturen Semmel-Concerts und Veranstaltungsservice Bamberg seien unbeantwortet geblieben, so Kelm.