24. Juni 2019 - 22:02

Wilhelminenaue: Kontrolle gegen Randale

Da soll der Müll rein. Eigentlich. Aber viele Besucher der Wilhelminenaue werfen ihren Müll überall hin. Foto: Andreas Harbach

BAYREUTH. Zerstörte Lampen, umgeknickte Bäume, aus der Verankerung gerissene Ruhebänke und jede Menge Müll: Die Zerstörungswut weniger Besucher der Wilhelminenaue zwingt das Stadtgartenamt nun zum Handeln: Ab Freitag werden Mitarbeiter eines Sicherheitsdienstes das Gelände bestreifen und darauf achten, dass die Parkverordnung eingehalten wird.


Seit April 2017 ist die Wilhelminenaue öffentlich zugänglich. Sie dient den Bayreuther Bürgern als Erholungsraum mit sportlichen und kulturellen Angeboten. Nun zieht das Stadtgartenamt, das für die Betreuung des Geländes zuständig ist, die Reißleine.

„In letzter Zeit hat sich der Vandalismus dort deutlich erhöht“, sagt Annegret Läkamp, Mitarbeiterin des Stadtgartenamtes. Das Müllaufkommen habe ebenso zugenommen wie die Zerstörungswut einzelner Besucher. Bäume würden herausgerissen oder umgeknickt, Lampen zerstört und Bänke umgeworfen. Und überall, besonders aber bei der Dirt-Bike-Anlage und beim Spielplatz, würden Scherben verstreut.

“Die Zerstörungswut richtet sich gegen alles“, sagt Läkamp. Auch wenn die Polizei, die in unregelmäßigen Abständen in der Wilhelminenaue Streife fährt und das Geschehen dort im Blick hat, auch schon Täter ermittelt hat und es erste Anzeigen gab, wurde nun ein Sicherheitsdienst beauftragt.

Mitarbeiter der Bayreuther Firma Intercept Security werden ab Freitag zwischen 20 und 1 Uhr das Gelände der Wilhelminenaue bestreifen. Soll heißen, sie werden in der fraglichen Zeit Kontrollgänge unternehmen und darauf achten, dass die Parkverordnung eingehalten wird. Bis zum Oktober werden die Security-Mitarbeiter immer freitags und samstags die Situation im Blick haben. Es wird aber auch flexible Zusatztermine geben, sagt Läkamp.

„Wir agieren präventiv“, beschreibt Marvin Mösinger von der Firma Intercept Security die Aufgabe seiner Mitarbeiter, die immer zu zweit und für die Dauer von jeweils fünf Stunden zu Fuß oder per Rad die Wilhelminenaue bestreifen werden. „Bei Auffälligkeiten weisen wir die Parkbesucher auf die hier geltenden Regeln hin. Viel mehr können und dürfen wir nicht tun“, sagt Mösinger, der am Freitag am ersten Einsatz – „für uns absolutes Neuland“ – beteiligt sein wird. Er bestätigt, dass seine Mitarbeiter jeweils freitags und samstags als auch vor Feiertagen und an Veranstaltungen das Geschehen in der Wilhelminenaue beobachten werden.

Einen besonderen Blick sollten die Mitarbeiter der Sicherheitsfirma auf das Oratorium unterhalb des Wohngebietes Allensteiner Ring/Tilsiter Straße haben. Von dort, aber auch von Anwohnern der Albrecht-Dürer-Straße, erreichen die Polizei des öfteren Anrufe wegen nächtlicher Ruhestörung, sagt Michael Peltrie, Pressesprecher der Polizeiinspektion Bayreuth-Stadt.

Weil seine Kollegen dann zumeist zu Fuß dorthin aufbrechen – „mit dem Auto wäre es zu auffällig“ – können sie die Verursacher meist noch vor Ort ertappen. Eine Anzeige jedoch habe es bisher nur eine einzige gegeben.

Sein Kiosk blieb bisher verschont. Doch Betreiber Cornelius Sturm findet es „großartig und ganz toll“, dass ein Sicherheitsdienst in der Wilhelminenaue das Geschehen kontrolliert. „Die Präsenz reicht, um die Leute davon abzuhalten, Quatsch zu machen“, sagt er.

Zum Beispiel: vom Häuschen Glasflaschen auf die Seebühne werfen. Dafür habe er ebenso wenig Verständnis wie für die mutwillige Zerstörung der Lampen auf dem Damm. An 15 dieser Pollerleuchten, die das Tiefbauamt errichtet hat, wurden die Gläser beschädigt. Ein Poller wurde sogar aus der Verankerung gerissen, teilt Urte Kelm, Baureferentin der Stadt Bayreuth mit.

Besonders betroffen von der Zerstörungswut weniger Parkbesucher seien aber auch das Heckentheater, der Grillplatz und die Dirt-Bike-Anlage. Dass sein Kiosk noch nicht beschädigt wurde, führt er darauf zurück, dass er die Außenbeleuchtung brennen lässt.

Die Entscheidung, einen Sicherheitsdienst zu beauftrage, finde er trotzdem einen richtigen und wichtigen Schritt: Sturm: „Damit wird verhindert, dass der Park die falsche Richtung nimmt.“

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