19. August 2019 - 15:55

Stau im Industriegebiet: Bindlach baut, Bayreuth staut

Foto: Eric Waha

BAYREUTH. Autofahrer brauchen viel Zeit, wenn sie im Bayreuther Norden unterwegs sind. Der Grund ist eine Baustelle in Bindlach. In der Leuschnitzstraße wird ein Kreisverkehr gebaut, der inzwischen vierte in Bindlach. Und deshalb läuft im Industriegebiet gar nichts mehr rund. Auf der Bindlacher Straße zwischen Bindlacher Allee und der Einmündung an der Weiherstraße staut es sich in beiden Richtungen, wenn Stoßzeit ist. Abhilfe ist relativ schwer möglich.


 

Bindlach baut, Bayreuth staut. So sieht es aus, wenn man das normalerweise wenig befahrene Straßenstück zwischen der Bindlacher Allee und der Weiher-/St.-Georgen-Straße nutzen will. 15 bis 20 Minuten braucht man, wenn man als Autofahrer von der einen Seite auf die andere Seite der Autobahn oder zu den Betrieben im Gewerbegebiet möchte.

Der Bindlacher Gemeinderat Andreas Heußinger (WG) hat das Problem in der jüngsten Sitzung des Gemeinderats thematisiert. Da war die Sperrung der Leuschnitzstraße erst einen Tag alt. „Der Verkehr staut sich bis weit über die Brücke, wenn man Richtung Bindlacher Allee möchte“, sagt Heußinger. Er fahre die Strecke mehrfach am Tag und werde sich jetzt einen anderen Weg suchen.

Nachmittags geht nicht viel vorwärts

Vor Ort zeigt sich: Speziell nachmittags geht in beide Richtungen kaum etwas vorwärts. Die Autofahrer, die von Bayreuth kommend in Richtung Bindlach wollen, stauen sich vor der Ampel, weil die Linksabbieger zu wenig Aufstellfläche haben. In der anderen Richtungen brauchen die Autofahrer wegen der abgeschalteten Ampel an der Weiherstraße lange, um sich in Richtung Bayreuth einfädeln zu können.

Lösung wird kaum möglich sein

Eine Lösung wird es nicht geben. Das ist das Ergebnis eines Ortstermins am Donnerstag. Wie Heinz Pfister, der Leiter des Straßenverkehrsamts der Stadt, auf Anfrage unserer Zeitung sagt, hätten sich die Vertreter der Stadt, des Landratsamts, der Gemeinde Bindlach und der Polizei die Situation am Donnerstag zwischen 10 und 11 Uhr angesehen.

„Das Resümee ist: Es ist viel Verkehr, das können wir nicht von der Hand weisen. Aber die Ampel räumt den Verkehr schön brav und komplett ab. Tagsüber läuft das“, sagt Pfister. Komplett abräumen bedeutet: Die Ampel an der Bindlacher Allee, die seit dem Umbau detektorengesteuert ist und damit verkehrsabhängig regelt, schaffe eine ausreichende Zahl von Autos von der Kreuzung. Speziell die Linksabbieger aus der Bühlstraße und aus der Bindlacher Straße kämen in ausreichender Zahl durch.

Eingriff in die Steuerung nicht möglich

Ein Eingriff in die Steuerung wegen der Baustelle wäre wohl unverhältnismäßig teuer – zumal die Ampel eben gerade umgestellt worden sei: „Die Kreuzung war ein Unfallschwerpunkt, die Ampel ist umgerüstet, hat einen neuen Rechner bekommen und läuft jetzt 24 Stunden durch“, sagt Pfister.

Ampel bräuchte komplett neues Innenleben

Auf der anderen Seite der Brücke über die Autobahn, an der Weiherstraße, könne man die seit acht Jahren abgeschaltete Ampel auch nicht einfach so wieder einschalten: „Die Ampel bräuchte ein komplett neues Innenleben, die Technik ist total veraltet“, sagt Pfister. Die Ampel könne man nicht einfach so wieder in Betrieb nehmen.

Geplant sei ein Umbau auf neue Technik zwar, aber das geschehe erst im Zuge der geplanten Abbruch- und Neubauarbeiten der Hochbrücke. Da müsse die Ampel mit ins Umleitungskonzept einbezogen werden. „Für die Zeit des Umbaus in Bindlach stünden die Kosten in keinem Verhältnis.“

Dauert der Bau wirklich so lange?

Gesprochen habe man bei dem Termin auch darüber, ob es tatsächlich so lang dauere, den Kreisverkehr in der Leuschnitzstraße zu bauen. In Bayreuth habe man eine ähnliche Maßnahme in drei Wochen mit halbseitiger Sperrung hinbekommen. Geplant sei aktuell, die Sperrung bis 16. August aufrecht zu erhalten.

Fünf Minuten mehr einplanen

Wie Pfister sagt, gehe man nach dem Ortstermin davon aus, dass sich der Verkehr als Folge der Stauungen „andere Wege suchen wird“. Gerade zu Stoßzeiten werde man sich auf Staus einstellen müssen. „Vielleicht sollte man dann fünf Minuten mehr einkalkulieren.“