Ruhig und überwiegend friedlich: Die Mai-Feierlichkeiten rund um Bayreuth

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BAYREUTH / BAYREUTH-LAND. Entgegen vieler Erwartungen seitens der Bevölkerung und der Polizei ist es an diesem Maifeiertag ruhig geblieben in Bayreuth und der näheren Umgebung. Auch beim anfänglichen Sorgenkind Mistelbach blieb die Lage durchgehend ruhig: Keine marodierenden Jugendlichen zogen durch die Stadt und sorgten für Verwüstungen, vermutlich auch aufgrund des Polizeiaufgebots.


Sowohl auf der Theta als auch an der Wilhelminenaue und am Festspielhaus gab es keine Zwischenfälle. Lediglich Besuchergruppen oder friedliche Jugendliche genossen die sommerlichen Temperaturen, saßen auf den Bänken oder wanderten. An der Wagnerstätte hatten es sich am späten Nachmittag ein paar Jugendliche auf Isomatten bequem gemacht und spielten Gitarre.

Auch außerhalb Bayreuths traf man insbesondere am späten Nachmittag immer wieder auf kleinere Gruppen, die friedlich mit ihrem Bier durch kleine Ortschaften wanderten. So traf man zwischen Cottenbach und Heinersreuth, in Eberhardsreuth und auch in Bürgerreuth zivilisierte Wandergruppen. Mehrere kleinere Menschensammlungen fanden sich ebenso im Bereich Obernsees.

Kameradschaft im Vordergrund

Auch der „Stammtisch Hydranten (seit 1992)“ aus der Bayreuther Lamperie war am ersten Maitag eine solch vorbildliche Wandergruppe. Traditionell mit Leiterwagen und Gerstensaft zog die zwölfköpfige Gruppe durch die Region. Leergut und Müll wurde natürlich im Leiterwagen verstaut und wieder mitgenommen. Für die Männer zählt die Kameradschaft, wie sie im Kuriergespräch verraten haben. Ein par schöne Stunden, ohne Alltagstress. „Früher war sogar das Mitführen von Handys verboten“, sagt Mitglied Sven Lutz. Diese Zeiten seien jetzt aber vorbei.

Mit Leiterwagen und Gerstensaft durch die Region gezogen. Stammtisch Hydranten (seit 1992). Foto: red

Auffallend war die Polizeipräsenz in Bayreuth und den Nachbargemeinden. Immer wieder sah man einzelne Streifen, die diverse Gruppen kontrollierten. Auch an der Wilhelminenaue zeigten die Beamten Präsenz, ohne, dass es allerdings zu einem Einsatz kam. Besonders bei Mistelbach wollten die Beamten verstärkt kontrollieren: Der Gemeinderat hatte für den Maifeiertag aufgrund massiver negativer Vorkommnisse mit betrunkenen Horden von Jugendlichen eine Generalverfügung erlassen, die besagte, dass niemand, der alkoholisiert sei oder Alkohol bei sich träge, die Gemeinde betreten oder durch sie hindurch wandern dürfe. Am Nachmittag war jedoch alles friedlich.

Die Bilanz für Oberfranken zeigt, dass insbesondere die ersten 12 Stunden des Maifeiertages ziemlich ruhig verlaufen sind. Laut Anne Höfer, Pressesprecherin des Polizeipräsidiums Oberfranken, habe es in der so genannten Freinacht insgesamt 270 Einsätze gegeben, davon seien 18 Körperverletzungen und vier Sachbeschädigungen gewesen.