8. Dezember 2019 - 01:34

Tarifverhandlungen: Bei Sana drohen Warnstreiks

Peter Hippmann (links) und Silke Flügel arbeiten in der Pegnitzer Sana Klinik. Bei der dritten Verhandlungsrunde zwischen dem Konzern und Verdi werden sie in Berlin dabei sein. Foto: Ralf Münch

PEGNITZ. „Wir brauchen mehr Leute“, sagen Peter Hippmann und Silke Flügel übereinstimmend. Die beiden arbeiten in der Sana-Klinik, Hippmann in der Inneren Abteilung, Flügel in der Röntgenabteilung. Zurzeit laufen die Tarifverhandlungen zwischen dem Sana-Konzern und der Gewerkschaft Verdi. Die beiden sind in der Tarifkommission, die nächste Verhandlungsrunde ist im Mai in Berlin, da sind sie dabei.


Gutes Geld für gute Arbeit – unter diesem Motto laufen die Verhandlungen, erklärt Hippmann. Die Hauptforderung ist eine deutliche Lohnanhebung. „Sieben Prozent mehr, mindestens 200 Euro“, so der Krankenpfleger, der wie Flügel Gewerkschaftsmitglied und Mitglied des erweiterten Betriebsrates ist.

Und auch eine Anhebung der Zuschläge wird gefordert. Diese gibt es für Mitarbeiter mit besonderen Aufgaben, wie den Sicherheits-, Brandschutz-, Gefahrstoff- oder Hygienebeauftragten. Aber auch die Stationsleitungen und der Datenschutzbeauftragte gehören dazu.

Gleichstellung mit neuen Bundesländern

„Ein wesentlicher Punkt ist die Angleichung der Arbeitszeit in den neuen Bundesländern auf das Niveau im Westen“, ergänzt Flügel. Während in Pegnitz 38,5 Stunden gelten, sind es in den neuen Bundesländern 39,5 Stunden. „Eine Gleichheit wäre nur Gerechtigkeit“, unterstreicht sie. Auch die Auszubildendenentgelte sollten auf das Niveau des öffentlichen Dienstes angehoben werden.

Ein Punkt der Verhandlungen ist eine Garantie der sogenannten EAV – Ergebnis abhängige Vergütung. „Wir bekommen bei Sana kein Weihnachts- und Urlaubsgeld, aber eben im März und November die EAV“, erklärt Hippmann. Gefordert wird im November eine Anhebung von 50 auf 75 Prozent eines Monatsgehaltes. „Eine Zahlung im März ist wirtschaftlich abhängig, heuer gab es das erste Mal nichts“, so Hippmann weiter.

Drei freie Tage für Gesundheit

Deutlich sind die Ansagen von Verdi in Sachen Rehakliniken. Sollten die beiden Häuser in Bald Wildbach und Sommerfeld nicht in die Entgelt- und EAV-Tabelle mit aufgenommen werden, werde man keinem Tarifergebnis zustimmen, macht Flügel deutlich.

Schließlich soll es für die organisierten Sana-Mitarbeiter noch eine Vorteilsregelung geben. Bisher gibt es zwei freie Tage im Jahr zur Gesundheitsförderung, jetzt werden drei gefordert. „Das sollte eigentlich umsetzbar sein“, sagt Hippmann.

Im Vorfeld der Tarifverhandlungen wurden Fragebögen an die Beschäftigten ausgeteilt, auf denen die Wichtigkeit der einzelnen Forderungen angegeben werden konnte. „Der Rücklauf war bei Sana in Pegnitz sehr gut“, sagt Hippmann. Etwa 63 Prozent der Kollegen hatten sich beteiligt. Rund 60 der knapp 200 Mitarbeiter bei der Sana Klinik sind bei Verdi organisiert, schätzen Hippmann und Flügel.

Die beiden machen deutlich auf die Verhandlungen und die gestellten Forderungen im Haus aufmerksam. Es werden Posts in den Abteilungen, an Kollegen, aber auch Patienten verteilt. „Wir wollen das Thema im Gespräch halten“, sagt Flügel. Und bislang stoßen sie überall auf Verständnis.

Warnstreiks geplant

Am Montag wurden Ergebnisse der zweiten Verhandlungsrunde, die vergangene Woche stattgefunden hat, bekannt. Es wurde noch keine Einigung erzielt, die Lohnerhöhung gar nicht verhandelt und bei der Arbeitszeitangleichung zwischen Ost und West ringt man um Bedingungen. Hippmann sagt, dass es nun zu Warnstreiks, einer Mitgliederversammlung und einer sogenannten aktiven Mittagspause kommen wird. „Das heißt, wir werden in der Mittagspause eine Plakataktion initiieren und auf unsere Anliegen aufmerksam machen“, sagt Hippmann.


Info: Keine Auskunft gibt es von der Sana-Klinik Pegnitz selber zu dem Thema. „Wir kommentieren laufende Verhandlungen nicht“, sagt Geschäftsführerin Petra-Marié Rinsche auf Kurier-Nachfrage. Das gelte ebenso für den Umstand, dass keine konkreten Zahlen benannt werden, da Personalkennzahlen grundsätzlich nicht veröffentlicht würden.