25. August 2019 - 18:52

Photovoltaikanlage neben Autobahn geplant

Das Thema "neue Fotovoltaikanlage" war Thema der Bürgerversammlung im Bürgerhaus Unternschreez. Foto: Archiv/Ronald Wittek

HAAG. Der geplante „Solarpark Haag“ südlich des Ortsteils Spänfleck an der Autobahn ist offenbar ein großes Thema in der Gemeinde Haag. Fast 50 Zuhörer waren zur Bürgerversammlung gekommen, zur vier Hektar großen Freiflächenanlage gab es einige Fragen. Das Areal ist offenbar Naturschutzgebiet.


Sepp Bichler von dem Familienunternehmen Energiebauern GmbH aus Sielenbach in der Nähe von Augsburg erläuterte seine Pläne für die Anlage, die unterhalb von Spänfleck in Richtung Haag entstehen soll. Sie könnte entlang der Straße auf einem Areal zwischen dem Reitplatz und der früheren Einfahrt nach Haag entstehen. Das Unternehmen beschäftigt laut Bichler 45 Mitarbeiter und betreibt deutschlandweit Fotovoltaikanlagen. „Wir müssen Kohlendioxid einsparen. Fotovoltaik ist eine Energiequelle, die ein sehr hohes Potenzial hat“, erläuterte der gelernte Landwirtschaftsmeister, der sich seit 1978 mit dem Thema beschäftigt.

 

Ein Megawatt Sonnenstrom, dessen Erzeugung rund 1,2 Hektar Fläche in Anspruch nimmt und den Energiebedarf von 60 Bürgern deckt, spare 675 Tonnen klimaschädliches Kohlendioxid ein. „Sonnenstrom ist der billigste Strom, der derzeit in Deutschland erzeugt wird“, betonte Bichler. Eine Kilowattstunde erlöse derzeit einen Marktpreis von 4,5 bis fünf Cent. Es gebe keine Bodenversiegelung, das Areal werde eingegrünt und von Blühflächen umsäumt. Die Einspeisestation könnte direkt am Grundstück errichtet werden. Für die Fläche besteht derzeit ein zeitlich begrenzter Pachtoptionsvertrag.

Gemeinderat entscheidet

Der Gemeinderat wird in seiner Sitzung am Dienstag, 16. April, 19 Uhr, im Bürgerhaus in Unternschreez das Vorhaben beraten. „Wenn der Gemeinderat sagt, das wollen wir nicht, ist das Thema erledigt“, sagte Bichler. Erst wenn ein Ja vorliegt, werde mit der Planung begonnen. Zu Fragen aus dem Zuhörerkreis erläuterte Bichler, die Gewerbesteuer an die Gemeinde für den Solarpark fließe normalerweise vier bis fünf Jahre nach Inbetriebnahme. Das betreffende Areal werde von Schafen beweidet.

Die Module, die derzeit installiert werden, kommen aus China. Wie Bichler sagte, hatte er in den vergangenen Jahren immer Module aus Deutschland verwendet, doch inzwischen gibt es keinen heimischen Hersteller mehr. Der Abstand zur Straße werde sechs bis acht Meter betragen, zu landwirtschaftlichen Flächen ist ein Pufferstreifen vorgesehen. Nach 35 Minuten waren alle Fragen beantwortet, Bichler wurde mit einem Klopfen auf die Tische verabschiedet.

Im Naturschutzgebiet

Anschließend teilte Bürgermeister Robert Pensel völlig überraschend mit, dass die Fläche Naturschutzgebiet ist. Welche Auswirkungen das haben könnte, sagte er nicht. Ein Zuhörer warnte davor, dass man von Haag aus „die volle Sicht“ auf den Solarpark habe, dafür gab es Applaus. Ein Bürger aus Spänfleck wollte wissen, was man tun könne, wenn man das Projekt nicht wolle.

Pensel erwiderte, die Gegner sollten Unterschriften sammeln und die Liste dem Gemeinderat aushändigen. „Das wird berücksichtigt“, versicherte er. Der Gemeinderat hatte Ende September eine fünf Hektar große Fotovoltaikanlage einstimmig abgelehnt. Sie sollte an der Autobahn zwischen Obernschreez und Gosen entstehen.