Nach Brand im Pegnitzer Cabriosol: Mängel in der ganzen Sauna

Foto: Markus Roider

PEGNITZ. Die Stammgäste der Sauna im Cabriosol werden langsam unruhig und wollen wieder wie gewohnt schwitzen. Seit dem Brand in der Kelosauna Ende Oktober können sie ihrem Hobby nicht mehr frönen. Bürgermeister Uwe Raab (SPD) mahnt zur Geduld. „Wir hoffen, dass wir bis zum Herbst wieder alles hinbekommen.“ Und fügt hinzu: Das wäre eine Sensation.“


In seinen Worten klingt durch, dass die Sanierung durchaus länger dauern könne. Alles hat sich bei genauerer Betrachtung noch schlimmer herausgestellt als ursprünglich angenommen. Raab spricht von einem „Totalschaden“. Ein Blick in die rußgeschwärzte Kelosauna, wo das Feuer am 22. Oktober ausbrach: Sebastian Poppek ist Projektleiter des Cabriosol. Mit seiner Stellvertreterin Jeannette Kurz und Raab steht er in dem komplett entkernten Raum und sagt: Die beiden Stahlträger unter der Raum sind vermessen worden. Ein Gutachter hat keine erheblichen Verziehungen festgestellt.“ Das bedeutet: Die Statik ist gewährleistet. Die Stahlträger können bleiben, sie sind inzwischen lackiert worden.

Baustelle ist frei gegeben

Nächste Woche wird das Dach der Kelosauna abgetragen und neu aufgebaut. Ein Chemiker hat Proben genommen, um etwaige Giftstoffe festzustellen. Als die Ergebnisse kamen, hat er grünes Licht gegeben. „Die Baustelle ist komplett freigegeben“, sagt Poppek. Doch wie erhofft, kann die Sanierung nicht vorangetrieben werden. „Es trifft uns bei jedem Gewerk“, sagt der Bürgermeister. Er beklagt die „stark gestiegenen Preise“ und die starke Auslastung der Handwerksbetriebe, „Wir haben nicht ad hoc Zugriff auf die Firmen.“ Poppek: „Die Auftragsbücher sind voll.“

Mängel in der ganzen Anlage

Probleme auch auf der Dachterrasse vor der Kelosauna. Dort gibt es Abdichtungsprobleme; Wasser fließt in die darunter liegende Gastronomie. Es sind keine Brandfolgen. Es gebe dem „Grundplaner erhebliche Schwierigkeiten“. „Die Mängel sind gut verteilt über die gesamte Anlage des Cabriosols. Vieles ist gemurkst worden. Man hat das Gefühl, dass viele Köche den Brei verdorben haben“, meint Raab über das Ganzjahresbad, dass noch vor Beginn seiner Amtszeit errichtet worden ist.

Nur Mauern bleiben

Bei dem Brand wurden außer der Kelosauna auch der unmittelbar sich anschließende Umkleidebereich stark in Mitleidenschaft gezogen. Die Wanderoberfläche und der Putz mussten beseitigt werden, um Giftstoffe zu beseitigen. Im übrigen Saunabereich ist bis auf die Theke in der Gastrozone alles entsorgt worden – auch der Kaffeeautomat und der Kühlschrank, Duschen und Toiletten wurden ebenso entfernt wie die Zwischendecken. Nun baumeln Kabel von der Decke und Leitungen ziehen sich offen durch die Räume. Die technische Verkabelung muss laut Poppek neu mit aufgebaut werden, da es den Hauptstrang mit erwischt habe, der vom Schaltkasten abgeht. „Das Ganz entspricht einer Kernsanierung. Nur die Mauern bleiben stehen“, sagt Raab.

Kosten noch nicht geklärt

Wie hoch die Gesamtkosten ausfallen, könne man derzeit noch nicht schätzen, so Poppek. Vom Grundsatz her gebe es eine Zusage der Versicherung, dass der Schaden übernommen werde. Eine Teilzahlung in Höhe von 100 000 Euro ist bei der Stadt eingegangen. Derzeit läuft das Ausschreibungsverfahren. Erst wenn alles vorliegt, könne die genaue Schadenshöhe ermittelt werden.

Kein Zusammenhang mit Ammoniakalarm

Immer noch wartet die Stadt auf das Ergebnis des laufenden Ermittlungsverfahren zur Brandursache. Aktueller Stand ist, dass das Feuer durch einen technischen Defekt ausgelöst worden ist. „Der Brandherd war in der Zwischenwand hinter dem Ofen in der Kelosauna“, sagt Poppek. Es gebe keinen Zusammenhang mit dem Ammoniakalarm am Eisstadion, der wenige Stunden vor dem Ausbruch des Feuers zu einem ersten großen Einsatz der Rettungskräfte an diesem Tag geführt hat, erklären Raab und Poppek übereinstimmend.

Beide sind zuversichtlich, dass die Betriebsunterbrechungsversicherung die Kosten für das Personal übernimmt, denn in dem Zeitraum, in dem das Ganzjahresbad geschlossen war, ist das Personal weiterbezahlt werden.