Lebenslange Haft für Schnaittacher Elternmord gefordert

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SCHNAITTACH. Die Ansichten könnten nicht unterschiedlicher sein. Im Mordprozess um das getötete Elternpaar aus Schnaittach fordert die Anklage eine lebenslange Haft, die Verteidigung plädiert auf Freispruch. Zumindest bei der Lebensgefährtin von Ingo P. (26).


Das Paar habe gemeinschaftlich die Eltern des 26-Jährigen getötet, so sieht es die Anklage. Wie Radio Mainwelle unter Berufung der dpa berichtet, sehe Staatsanwalt Stefan Rackelmann bei Ingo P. sogar dringende Gründe für die zusätzliche Sicherungsverwahrung. Die Verteidigung sah die Taten dagegen als alleiniges Werk des Angeklagten und hielt seine Verurteilung zu einer befristeten Freiheitsstrafe wegen zweifachen Totschlags für ausreichend. Die für eine Verurteilung wegen Mordes erforderlichen Mordmerkmale hätten nicht nachgewiesen werden können, erklärte Verteidiger Jürgen Pernet.

Freispruch für die Ehefrau?

Für die mitangeklagte Ehefrau des Mannes verlangte Verteidiger Alexander Seifert einen klaren Freispruch. Den großen Gesamtplan, die Eltern zu beseitigen, hätte es nicht gegeben. „Es hat auch keine Versuche gegeben, die Eltern durch Gift zu töten“, sagte der Anwalt laut einem Onlinebericht bei der Mainwelle. Seine Mandantin sei am Mord nicht beteiligt gewesen.

Weiter heißt es, dass nach Überzeugung der Staatsanwaltschaft das Paar zunächst versucht habe, die Eltern mit Pflanzensamen vom Rizinusbaum und mit einer Überdosis einer Partydroge zu vergiften. Als dies scheiterte, soll der Sohn Mitte Dezember 2017 die im Bett liegende 66-Jährige mit einem Zimmermannshammer erschlagen haben. Danach soll er auch seinen 70 Jahre alten Vater mit dem Hammer getötet haben.

Auch wenn die Frau nicht unmittelbar an der Ausführung der Taten beteiligt gewesen sei, so gehe man von einer gemeinschaftlichen Tat aus. Allerdings, und da ist sich der Staatsanwalt sicher, habe sie ihren Mann nicht nur zu den Taten angestiftet, sondern diese sogar maßgeblich gesteuert, vorbereitet und danach gemeinschaftlich mit dem Angeklagten daran gearbeitet, die Morde zu vertuschen. Die Beiden hätten „aus niederen Beweggründen und aus Habgier§ gehandelt, um an das Haus und das Vermögen der Eltern zu kommen und weil die Mutter des Angeklagten die Schwiegertochter in spe abgelehnt habe. Das wären lupenreine Mordmerkmale.

Die Leichen der Toten mauerten die Angeklagten laut Anklage in einem Nebenraum der Garage ein. Ende Dezember 2017 meldeten sie die Getöteten bei der Polizei als vermisst – einen Tag später heiratete das Paar. Anfang Januar 2018 gaben die Beiden bei Frankenfernsehen und Reporter24 ein Interview, in dem sie um Mithilfe und um Spenden für die Suche nach den Eltern aufriefen.

Während des Prozesses hatte das Paar geschwiegen. In seinem Schlusswort sagte der angeklagte Informatiker jedoch, er würde sein Leben gerne zurückdrehen in die Zeit vor dem Tod seiner Eltern. „Ich würde mein Leben heute anders strukturieren. Ich habe auch Fehler gemacht, aber nicht so extrem, wie mir vorgeworfen wird. Ich habe schon versucht, mich selbst umzubringen“. Er wolle nach der Gerichtsverhandlung mit der Trauerzeit beginnen. Das Urteil wird für den 11. April erwartet.

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