26. Februar 2020 - 10:31

Heftige Kritik an Merk-Erbe

Foto: Karl Heinz Lammel/Archiv

BAYREUTH.Die Rücktrittsforderung der Stadtratsfraktion der Bayreuther Gemeinschaft (BG) gegen CSU-Fraktionsvorsitzendem Stefan Specht und CSU-Stadtrat Klaus Klötzer im Zusammenhang mit finanziellen Unregelmäßigkeiten im Zentrum zieht Kreise: Nun hat sich SPD-Fraktionschef Thomas Bauske mit einer Rund-Mail an Rathaus-Mitarbeiter gewandt und darin Oberbürgermeisterin Brigitte Merk-Erbe (BG) und die BG-Fraktion heftig kritisiert.


 

„Liebe Mitarbeiterin, lieber Mitarbeiter der Stadt Bayreuth“, beginnt das Schreiben, das unserer Zeitung vorliegt. Der Stil der BG-Fraktion und der Oberbürgermeisterin werde „immer schlimmer“, beklagt sich Bauske. Er nennt die Rücktrittsforderungen der BG eher außergewöhnlich, das zeuge von einer Überheblichkeit, Selbstüberschätzung und die Verkennung der Tatsachen.

Die künftige Arbeit im Stadtrat werde dadurch „leider nicht vereinfacht“ und jeder müsse sich an seinen eigenen Forderungen messen lassen. Die SPD-Fraktion und er, Bauske, stünden den Mitarbeitern „bei Schwierigkeiten und Problemen gerne zu Seite“, heißt es abschließend.

„Ich halte diese Mail für einen unerhörten Vorgang. Nach meiner ganz persönlichen Einschätzung ist das, was hier von Herrn Bauske betrieben wird, außerhalb unserer Werteordnung und hat keinerlei Grundlage in der Gemeindeordnung oder der Geschäftsordnung“, erklärt Merk-Erbe auf Anfrage. Letztlich versuche hier ein Stadtrat, die Beamten und Angestellten der Stadt Bayreuth für seine politischen Zwecke zu instrumentalisieren und fordere diese zudem auf, den Dienstweg innerhalb der Verwaltung nicht einzuhalten.

BG-Fraktionschef Stephan Müller sagte, es sei „unsäglich“, wie sich Bauske verhalte. Er wolle offenbar Zwietracht im Rathaus säen. „Mir ist kein Fall in Bayern bekannt, dass jemand solche Rund-Mails verschickt hat“, betonte Müller. Er will die Sache der Kommunalaufsicht zur Prüfung vorlegen.