14. Dezember 2019 - 00:33

Frühjahrsputz im Kreuzer

Frühlingsputz im Kreuzsteinbad: Neben vielen turnusgemäßen Arbeiten wie dem Reinigen der Becken, dem Wachsen der Rutschen und kleineren Reparaturen wird gerade der Sprungturm fertig saniert. Foto: Eric Waha

BAYREUTH. Die Sonne hat schon richtig Kraft, der Sommer liegt in der Luft. Aber weil es noch zu früh – und zu frisch – ist, um sich in Badekleidung auf die Wiesen des Kreuzsteinbades zu legen, bleibt noch ein bisschen Zeit für die Mitarbeiter der Stadtwerke, das Kreuzsteinbad für die neue Saison vorzubereiten. Trotzdem haben sie keine Zeit zu verschwenden. Seit dem 1. März wird gearbeitet. An und in jedem Becken – und am Sprungturm.


 

Florian Haider, Nico Crass und Dominik Walter haben einen Spezialauftrag. Sie schließen am Montagmorgen ihr Projekt ab. Das soll ein bisschen Zukunft – und Sicherheit für Handy-Besitzer – ins Kreuzer bringen. Die Auszubildenden der Stadtwerke haben einen der absperrbaren Schränke im Garderobenbereich des Bades umgebaut. Dort können, sagt Stadtwerke-Pressesprecher Jan Koch, künftig nicht nur Wertsachen wie üblich weggesperrt werden, „sondern auch Handys und Fahrrad-Akkus während des Besuchs des Bades geladen werden“.

Die Auszubildenden hätten das Projekt allein gestemmt: Von der Kalkulation über die Materialbeschaffung bis zum Bau. „War gar nicht so einfach“, sagt Dominik Walter. „Erst hat es geheißen, die Sachen sind in drei Tagen da, dann hat es drei Wochen gedauert und schließlich war es nicht komplett.“ Aber: die 28 Fächer sind komplett mit den notwendigen Buchsen und Steckdosen ausgestattet worden.

Sprungturm-Sanierung kostet 40.000 Euro

Im Vergleich zu den Vorjahren haben die Stadtwerke nicht so viel investieren müssen, bevor die Saison wieder starten kann, sagt Koch. Der größte Posten: „Die Sanierung des Sprungturms, die rund 40.000 Euro kostet. Im vergangenen Jahr musste die Plattform des Fünfers ja abgestützt werden, das ist jetzt behoben.

“ Aktuell wird der Sprungturm neu gestrichen. „Der Sprungturm bekommt die gelben Streifen zurück, die er früher mal hatte“, sagt Koch, während in allen drei anderen Becken mit Hochdruckreiniger und intensiven Reinigern gearbeitet wird, um der Algenbildung Herr zu werden – also den grünen Streifen und Flächen, die im Winter entstanden sind.

Zwei Wochen pro Becken

„Pro Becken brauchen wir ungefähr zwei Wochen“, sagt Martin Ziegler, Fachangestellter für Bäderbetrieb, der das Team des Kreuzsteinbad-Leiters Uwe Kasel beim Neustart in die Saison unterstützt – und sonst in der Lohengrin-Therme arbeite.

„Es muss tatsächlich jede Fuge einzeln sauber gemacht werden. Selbst der kleinste Rest an Algen würde dafür sorgen, dass wir innerhalb weniger Tage wieder die Becken voller Algen haben.“

Fugen neu, Fliesen auch

Doch mit dem Reinigen der Becken ist es längst nicht getan: „Es sind viele kleine Arbeiten, die gemacht werden müssen“, damit das Bad startklar für die Badesaison ist. „Wir nehmen nach uns nach die Wasserleitungen in Betrieb, um zu sehen, ob da keine Frostschäden entstanden sind.

“ Zudem müssten die Fliesen geprüft werden, um keine Risse oder aufstehenden Kanten zu haben. „Natürlich müssen auch teilweise die Silikonfugen erneuert werden. Kleine Schäden hat man im Winter eigentlich immer, aber in diesem Jahr ist es nichts besonders Dramatisches“, sagt Ziegler.

Neues Wachs für die gelbe Wasserrutsche

Besonders viel Handarbeit und Balancegefühl ist bei einer Arbeit gefragt, die am Montag ebenfalls in Angriff genommen wurde – und auf deren Ergebnis der Kreuzer-Leiter Uwe Kasel besonders stolz ist: die gelbe Rutsche, der viel Liebe zuteil wird nach dem Winter. „Die Rutsche wird in jedem Jahr neu gewachst“, sagt Kasel.

Ein bisschen erinnert das an das Wachsen eines Autos, dessen Lack widerstandsfähig gemacht wird gegen Wind und Wetter. Zwei der Saisonkräfte sind barfuß in der Rutsche unterwegs, arbeiten sich von oben nach unten, bringen das Wachs auf und polieren es wieder aus. Aus einem matten wird so ein sattes Gelb – und eine schön glatte Oberfläche. Die Vertreter der Herstellerfirma der langen Wasserrutsche, sagt Kasel, würden die Kreuzer-Mitarbeiter immer wieder loben: Es gebe kaum eine andere Wasserrutsche in dem Alter, die in einem solch guten Zustand sei.

Wenn Wasser drin ist, wird klar: Aufmachen oder nacharbeiten?

Wenn die vier Becken des Freibades gereinigt und zum Teil neu verfugt, wenn die defekten Fliesen ausgetauscht sind, dann kommt die Nagelprobe: Erst wenn das Wasser in den Becken ist und dann keine weiteren Schäden auftauchen, ist das Bad für die ersten Gäste bereit. Den genauen Zeitpunkt, wann es losgehe, gebe es erst nach Ende des Frühjahrsputzes, sagt Koch.