Forschungsdurchbruch: Diabetes bei Mäusen geheilt

Links: Der Dexcom5. Ein Sensor, der den Blutzuckerspiegel im Gewebe feststellt und Daten an Empfänger und Handy sendet. Rechts: Der Katheter, der unmittelbar mit der Insulinpumpe verbunden ist. Beide Geräte sind vor allem bei zuckerkranken Kindern fast unersetzlich. Foto: Melanie Fish.

ÜBERREGIONAL. Diabetes ist eine Krankheit, die immer mehr Menschen weltweit betrifft. Mittlerweile tritt die Erkrankung auch vermehrt bereits im Kindesalter auf. Nun ist Wissenschaftlern ein Durchbruch gelungen: Sie konnten Diabetes bei Mäusen heilen.


Neben Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Krebs ist Diabetes eine der häufigsten Krankheiten weltweit, mehr als 425 Millionen Erwachsene leiden gemäß Schätzungen an der Zuckerkrankheit, 90 Prozent davon an sogenannter Altersdiabetes (Typ-2). Bisher gibt es noch keine Heilmöglichkeit. Betroffene müssen deshalb mehrmals täglich Insulin spritzen, ein Stoff, der Zucker reguliert, da der Körper diesen nicht mehr selbst herstellen kann oder streng auf ihr Essverhalten achten.

Diabetes bei Mäusen weitestgehend geheilt

Einem Forscherteam aus der Schweiz, Norwegen und den Niederlanden ist nun gelungen, Diabetes bei Mäusen weitestgehend zu heilen. Dies dokumentierten sie im bekannten Wissenschaftsmagazin Nature. „Bislang ist das nur im Laboratorium und bei Mäusen gelungen. Aber ich hoffe, die Methode kann in den nächsten fünf bis zehn Jahren auch Menschen zugänglich gemacht werden“, sagt Helge Raeder, Medizinprofessor an der Universität Bergen und Forschungsleiter des norwegischen Teils der Studie, laut Augsburger Allgemeinen.

Unter Leitung der Universität Genf gelang es dem Team der Wissenschaftler, Zellen der menschlichen Bauchspeicheldrüse so umzuschulen, dass sie auf die Zuführung von Glukose (Zucker) mit der Produktion von Insulin beginnen. Bei dieser Umschulung handelt es sich um sogenannte Alpha-Zellen, die in Insulin produzierende Beta-Zellen umprogrammiert werden, erklären die Forscher. Und diese umprogrammierten Zellen wurden den Versuchstieren, die Diabetiker sind, eingepflanzt.

Hoffnung für Diabetiker

Sobald die Mäuse durch die Nahrungsaufnahme ihren Zuckerspiegel ansteigen ließen, produzierten die eingepflanzten Zellen von allein Insulin und reagierten so auf den erhöhten Zuckerspiegel – ähnlich wie es bei gesunden Lebewesen der Fall ist. Nun soll dieses Verfahren auch beim Menschen in Gang gesetzt werden – eine Herausforderung.

Doch allein die Tatsache, dass eine solche Umprogrammierung überhaupt möglich ist und dabei auch noch diesen Effekt hat, gilt als bahnbrechend. Diese Nachricht dürfte eine Hoffnung für die Menschen sein, die an Diabetes leiden.