26. Mai 2019 - 02:05

Festspielhaus-Sanierung: Dreistelliger Millionenbetrag möglich

Foto: Andreas Harbach

BAYREUTH. Drei Dinge standen fest. Die Sanierung des Festspielhauses muss dringend weiter gehen. Das Vorhaben wird richtig teuer. Und: Bund und Land sollen sich mit der gleichen Summe an den Kosten beteiligen. Wann, was und wie genau gebaut werden soll, war Thema eines informellen Treffens einer CSU-Delegation mit Festspielleiterin Katharina Wagner.


„Mein Wunsch ist bekannt. Wir wollen mit der Sanierung bis 2026 fertig sein“, sagte Wagner im Gespräch mit dem Kurier am Rande des Treffens am Donnerstagnachmittag. 2026 nämlich steht ein Jubiläum an. Die Festspiele gibt es in Bayreuth dann seit 150 Jahren.

Bis dahin ist noch einiges zu tun. Die Stichworte: energetische Sanierung, Brandschutz, Barrierefreiheit sowie Sanierung des Bühnenturms und der Bühnentechnik. Kein Geheimnis: Die 30 Millionen Euro, die seit 2013 und noch bis 2020 vor allem an der Hausfassade verbaut werden, reichen dafür nicht. Schon seit längerem ist bekannt, dass die weiteren Sanierungsabschnitte viel mehr Geld verschlingen werden. Eine Zusage der Geldgeber gibt es ebenso wenig wie eine Aussage zum Betrag, um den es geht.

Dreistelliger Millionenbetrag möglich

„Wir wollen noch nicht über Zahlen sprechen – gerade in Zeiten, in denen sich die Baupreise immer wieder erhöhen“, sagte Bundestagsabgeordnete Silke Launert, die das Treffen initiierte. Landtagsabgeordnete Gudrun Brendel-Fischer nannte eine Größenordnung. „Es kann sein, dass wir am Ende von einem dreistelligen Millionenbetrag sprechen.“ Und ergänzte: „Ab 2021 brauchen wir neues Geld.“

Deshalb hatten die oberfränkischen Abgeordneten den Niederbayern Alois Rainer eingeladen, der zum ersten Mal den Grünen Hügel besuchte. Warum ihn? Der Bundestagsabgeordnete aus Straubing sitzt für die Christsozialen in Berlin im Haushaltsausschuss – und damit dort, wo über die Millionen beraten wird, von denen möglichst viele in Bayreuth landen sollen.

„Wir brauchen in nächster Zeit eine belastbare Planung“, sagte Wagner, die auf eine solide Finanzierungsvereinbarung zwischen Bund und Land hofft. „Schließlich gibt es einige Großprojekte, die sich verzögern.“ Und beim Festspielhaus gebe es ja eine Besonderheit. „Wir spielen zwischendrin. Da muss die Sanierung Pause machen.“

Den Besuch der CSU-Delegation begrüßte Wagner sehr: „Es ist immer besser, direkt vor Ort zu zeigen, was gemacht werden muss, als sich nur über Pläne zu unterhalten.“ Sie wollte den Verantwortlichen unbedingt zeigen, was an der Bühnentechnik, den Bühnentürmen und im Zuschauerraum getan werden müsse, um die Festspiele fit für die Zukunft zu machen.

„Kulturstätte von internationalem Rang“

Der Rundgang durch das Bayreuther Wahrzeichen fand ohne die Medien statt – und sollte vor allem Alois Rainer die Notwendigkeit der Baumaßnahmen vor Augen führen. „Wenn der Haushälter überzeugt ist, ist das ein großer Schritt“, sagte Launert. Und Oberfrankens Regierungspräsidentin Heidrun Piwernetz ergänzte: „Das Festspielhaus ist eine Kulturstätte von internationalem Rang. Jeder sollte Interesse an der Sanierung haben.“

Der Hintergrund des Treffens: Anfang November findet in Berlin die Bereinigungssitzung für den in Grundzügen im März verabschiedeten Bundeshaushalt 2020 statt. Geht es nach Silke Launert sollen Fördergelder für das Festspielhaus dort bereits eingestellt werden – inklusive Verpflichtungserklärungen für die Folgejahre. „Ich bin vom Ort begeistert“, sagte Rainer. „Ich sehe eine Notwendigkeit, weiteres Geld zur Verfügung zu stellen.“

Neben der konkret benötigten Summe ist unklar, wie sie unter den Gesellschaftern aufgeteilt werden soll. Je 29 Prozent der Anteile halten die Bundesrepublik Deutschland, der Freistaat Bayern und die Gesellschaft der Freunde von Bayreuth, 13 Prozent die Stadt. Die bislang verplanten 30 Millionen Euro kamen je zu einem Drittel von Bund, Land und einem Zusammenwirken von Freunde-Gesellschaft, Stadt, Regierung von Oberfranken und Oberfrankenstiftung. Launert betont aber: „Wir müssen an dieser Regelung nicht festhalten.“

Ihr Wunsch: Bund und Land teilen sich die Kosten, die anderen Gesellschafter beteiligen sich mit Zusatzpaketen. So sei ja bereits im Raum gestanden, dass die Stadt Grundstücke nahe des Festspielhauses abtreten könne. Das wichtigste Ziel, so Launert: „Der Bund muss möglichst viel geben.“ Dann käme auch viel Geld aus München – und die Sanierung sei gesichert.