18. August 2019 - 05:14

Erfolgsjahr: Kulmbacher Brauerei zahlt Aktionären Bonus

Die Kulmbacher Brauerei hat ihren Umsatz im vergangenen Geschäftsjahr um 5,4 Prozent gesteigert. Foto: red

KULMBACH. Die Kulmbacher Brauerei hat im vergangenen Jahr einen Rekordgewinn erzielt. Zur Dividende von einem Euro gibt es 50 Cent obendrauf.


 

Der Super-Sommer 2018 hat der Kulmbacher Brauerei AG ein sehr gutes Geschäftsjahr ermöglicht: Der Umsatz der Gruppe stieg um 5,4 Prozent auf 231,7 Millionen Euro, der operative Gewinn (Ebit) sprang auf 14,3 (10,5) Millionen Euro. Die Aktionäre bekommen zu der mit einem Euro je Aktie unveränderten Dividende noch einen Bonus von 50 Cent.

Die Brauerei weist in ihrem Geschäftsbericht darauf hin, dass sich trotz aller Euphorie im abgelaufenen Geschäftsjahr aufgrund des Jahrhundertsommers und des Sondereffekts der Fußballweltmeisterschaft keine Trendwende im schwierigen Biergeschäft abzeichne. Die Ursachen dafür seien die demografische Entwicklung, neue Berufs- und Freizeitwelten und gesetzliche Vorgaben wie Rauchverbote oder Werbebeschränkungen.

Erwartungen des Vorstands übererfüllt

Das Geschäftsjahr 2018 habe die Kulmbacher Gruppe gleichwohl mit einem sehr guten operativen Ergebnis aufgrund der lang anhaltenden sommerlichen Witterungsbedingungen und dem Produktportfolio mit Biermischgetränken und alkoholfreien Bieren abgeschlossen. Die Ergebnisentwicklung habe die Erwartungen des Vorstands übererfüllt. „Die im Lagebericht 2017 für das Geschäftsjahr 2018 prognostizierten finanziellen Zielsetzungen für Umsatz, Ebit und Free Cashflow wurden übertroffen“, heißt es. Umsatz- und Gewinnsteigerungen gab es vor allem bei Mönchshof.

Die Getränke-Gruppe steigerte ihren Absatz um 6,5 Prozent auf 3,339 Millionen Hektoliter. Die größten Zuwächse gab es mit 10,1 Prozent im Handelsbereich. Das Gastronomiegeschäft blieb mit sehr guten Biergartenabsätzen stabil, heißt es weiter.

Mischgetränke und alkoholfreie Biere im Trend

Im Einzelnen legten beim Absatz vor allem Biermischgetränke mit einem Plus von 29,2 Prozent und alkoholfreie Biere mit 18,2 Prozent zu. Aber auch das unter starkem Preisdruck stehende Pilssegment verbesserte sich um 3,4 Prozent auf insgesamt 911 000 Hektoliter. Bei Bierspezialitäten in der Bügelverschlussflasche sei Mönchshof mit einem Marktanteil von 22 Prozent nicht nur Deutschlands bedeutendste, sondern auch die am stärksten wachsende Marke, schreibt das Unternehmen. Bei den alkoholfreien Erfrischungsgetränken kam Bad Brambacher Mineralbrunnen auf ein Absatzwachstum von 6,8 Prozent. Die Strategie, verstärkt auf natürlich hergestellte Getränke und umweltfreundliche Mehrweg-Glasgebinde im Hochpreisbereich zu setzen, zahle sich aus.

Als Bilanzgewinn bleiben 5,47 Millionen Euro. Vorstand und Aufsichtsrat werden der Hauptversammlung am 22. Mai vorschlagen, den Gewinn wie folgt zu verwenden: Zahlung einer Dividende von 3,36 Millionen Euro (1,00 Euro je Aktie), Zahlung eines Bonus von 1,68 Millionen Euro (0,50 Euro je Aktie), Einstellung von 40. 000 Euro in die anderen Gewinnrücklagen und Vortrag des verbleibenden Betrags von 30.522,59 Euro auf neue Rechnung.

Aktienkurs verdoppelt

Bei einem aktuellen Kurs von rund 64 Euro entspricht die Dividende plus Bonus einer Rendite von gut 2,3 Prozent. Allerdings werden viele Aktionäre ihre Papiere deutlich günstiger gekauft haben. Noch in den Jahren 2014, 2015, 2016 lag der Kurs der Kulmbacher Brauerei AG bei gut 30 Euro. Die Aktie hat sich also mehr als verdoppelt, was insbesondere den Haupteigentümer, die Münchner Paulaner Brauerei Gruppe (63,8 Prozent) und den Kulmbacher Unternehmer Hans Albert Ruckdeschel (Ireks/25,8 Prozent) freuen dürfte.