Druckereischließung beim Nordbayerischen Kurier: Die letzte Bayreuther Zeitung


BAYREUTH. In der Nacht von Montag auf Dienstag lief zum letzten Mal im Druckhaus Bayreuth eine Ausgabe des „Nordbayerischen Kuriers“ vom Band. Eine Nacht später allerdings beginnt eine neue Ära beim Kurier. Denn zum 1. Mai halten die Leserinnen und Leser zum ersten Mal ihre Zeitung in einem neuen, größeren Format in Händen.


Wo früher alles auf fünf Spalten stand, haben die Redakteure jetzt eine Spalte mehr Platz. Die größeren Seiten bieten mehr Raum für mehr Inhalt. Und wo mehr Platz ist, darf auch die Schrift etwas größer werden. Für manchen wird das bedeuten, den Kurier besser lesen zu können.

Eine Portion Wehmut

Natürlich ist der Abschied vom alten Format – und der Druckerei – keine Alltäglichkeit, und vor allem ist der Wandel auch mit einer Portion Wehmut verbunden. Aber aus wirtschaftlichen Gründen kann nicht mehr in Bayreuth gedruckt werden. Man sei auf den Zeitungs- und Beilagendruck sowie auf die Produktion von Sonderwerbeformen konzentriert gewesen, sagt Dr. Serge Schäfers, Geschäftsführer des „Nordbayerischen Kuriers“. Aber die Schließung sichert den Zeitungsstandort Bayreuth, was auf den ersten Blick paradox klingen mag. Schäfers wies darauf hin, dass es dem Unternehmen „durch die zunehmende Verlagerung der Nachfrage von Print- zu Onlineprodukten nicht mehr möglich war, die jährlichen Verluste der Druckerei zu verringern“.

Investition in Redaktionen und neue Produkte

Der „Nordbayerische Kurier“ investiert aber im Gegenzug – in seine Redaktionen und in neue Produkte: Tatsächlich hat der Kurier die Redaktionen vergrößert oder ist dabei, dies zu tun. „Wir haben nach einem inhaltlichen und personellen Wandel die Redaktionen in Bayreuth und in Pegnitz wieder vergrößert, wie wir es im November versprochen hatten“, sagt Otto Lapp, stellvertretender Chefredakteur. Auch die Zahl der Volontäre stieg. „Wir bilden im Moment fünf junge Journalisten aus“, sagt Lapp, einen davon im Bereich Online Journalismus für neue, digitale Formate. Auch eine neue Digital-Unit soll in Bayreuth angesiedelt werden.

Mehr Raum für traditionelle Inhalte

Aber auch die traditionellen Inhalte werden im neuen, größeren Format wieder mehr Raum haben. Allen voran wird die Kultur-Berichterstattung erweitert, die „Kultur und Medien“ überschrieben ist. Eine davon gehört regionalen Ankündigungen und Veranstaltungen genauso wie den wichtigsten überregionalen Ereignissen aus Kultur oder des Deutschen liebstem Kind: dem TV-Bereich. Die zweite Seite gehört den rein lokalen Veranstaltern, die wir sehr weit fassen werden – vom Wirtshaus-Singen bis zum klassischen Konzert. Unterm Strich bedeutet der Wandel beim Kurier ein starkes journalistisches Bekenntnis zu Bayreuth und seiner Region. Dr. Laurent Fischer: „Wir bleiben eine rein Bayreuther Zeitung, mit spezifischen, auf die Region zugeschnittenen Inhalten.“ Dazu stehen Redakteure, die wie auch Kollegen aus Marketing, Technik, Verkauf und Verlag in den nächsten Wochen in der Zeitung ihr Gesicht zeigen. Was bedeuten soll: Wir sind Bayreuth. Und wir machen eine Zeitung für Bayreuth und die Region.