Zebrastreifen weg, Ampel ist noch fraglich: Fußgängerüberweg in der Riedingerstraße jetzt noch gefährlicher?

Foto: Andreas Schmitt

BAYREUTH. Der Fußgängerüberweg in der Riedingerstraße zwischen Cybex und Real sorgte vor allem im Internet für erhitzte Gemüter – denn er war gesetzeswidrig. Bevorzugt wurde eine Ampel. Nun entfernte die Stadt Bayreuth den Zebrastreifen am Donnerstag. Eine Ampel jedoch ist bislang noch nicht genehmigt worden.




Es ist eine vielbefahrene Straße, die Riedingerstraße im Bayreuther Industriegebiet. Der Überweg verband bis Donnerstag noch zahlreiche Firmen mit dem dort ansässigen Real-Markt, in dem sich viele Mitarbeiter zur Mittagszeit ihr Essen holen. Doch es war klar, dass der Überweg weichen musste: Denn tatsächlich ist der Fußgängerüberweg in der Riedingerstraße entgegen der Straßenverkehrsordnung errichtet worden. Laut gesetzlicher Vorgabe dürfen Zebrastreifen nur dann angelegt werden, wenn diese einen einzelnen Fahrstreifen überbrücken. Die Riedingerstraße verfügt jedoch über zwei Fahrspuren in eine Richtung.

Nun ist also der Zebrastreifen seit Donnerstag weg. Wie die Fußgänger die Straße passieren sollen, ist allerdings auch noch unklar. Diese Situation auf der viel befahrenen Straße im Bayreuther Industriegebiet könnte dementsprechend gefährlich werden, denn die Autos müssen nun nicht mehr halten. Die Verpflichtung ist durch den Wegfall des Zebrastreifens erloschen. „Ich bedanke mich bei den Behörden und der Polizei, dass er endlich weg ist“, sagt Heinrich Friedlein. Der 75-jährige Bayreuther, als langjähriger Verkehrserzieher der Polizei vielen in der Stadt bekannt, hat am Donnerstagmorgen die gleiche Idee wie der Kurier-Reporter. Beide haben durch die sozialen Medien, in denen die Diskussion um den Zebrastreifen im Industriegebiet St. Georgen hohe Wellen schlug, vom Entfernen des Überwegs erfahren und wollen sich nun ein Bild machen. „Das war für Fußgänger viel zu gefährlich“, sagt Heinrich „Joe“ Friedlein, Ex-Stadtrat der Bayreuther Gemeinschaft. Er ist zwar seit 15 Jahren raus aus seinem Job, hat aber eine klare Meinung. „Ich empfehle die Ampel.“



„Die Verwaltungsvorschrift ist eindeutig“, sagt Wolfgang Moder, Verkehrssachbearbeiter der Polizei Bayreuth. „Wir hatten Bedenken geäußert.“ Die Polizei habe aber nur eine beratende Funktion. „Die Straßenverkehrsbehörde der Stadt hat das so entschieden.“ Mehrmals hätten sich Beamte die Stelle angesehen. Moder: „Es gab gefährliche Situationen. Eine neue Lösung ist bei Weitem besser.“ Doch wie die neue Lösung aussehen soll, ist noch unklar.

Bedarfsampel muss erst noch geprüft werden

Eine Ampel wird seitens vieler Bürger gefordert. Ob und wann diese an der Stelle errichtet wird, das ist noch unklar. Denn bislang ist die Angelegenheit erst in der Prüfungsphase, sagt Joachim Oppold, Pressesprecher der Stadt Bayreuth im R24-Gespräch. Das Tiefbauamt habe sich der Sache angenommen. Hier müsse nun entschieden werden, ob eine Ampel zielführend ist. Wie lange das dauert, hängt laut Oppold von mehreren Faktoren ab. Eine Prognose könne er nicht stellen.



Die Zebrastreifen-Diskussion hat es aber schon frühzeitig bis nach München geschafft. Ein privates Nachrichtenportal hatte ja zunächst behauptet, durch seine Berichterstattung für die Entfernung des Überweges verantwortlich zu sein. Ein fraglicher Erfolg. „Wir haben die Regierung von Oberfranken gebeten, den Überweg unter Einbeziehung der Stadt und der Polizei im Rahmen eines Ortstermins zu prüfen“, sagt Michael Siefener, Sprecher des Innenministeriums.

Das ist, wie Regierungssprecher Martin Steiner mitteilt, am Dienstag geschehen: Intensiv sei diskutiert worden, wie der betroffene Bereich möglichst sicher gestaltet werden kann – sei es durch ergänzende bauliche Maßnahmen oder durch verkehrsrechtliche Anordnungen.

„Als Ergebnis wurde einvernehmlich festgehalten, dass Anlage und Ausstattung des Überwegs zu modifizieren sind“, sagt Steiner. „In Betracht käme eine Fußgänger-Bedarfsampel, für deren Anordnung die Stadt gesetzlich zuständig wäre. Dort läuft die Prüfung schon, wie bereits erwähnt.