21. August 2019 - 20:34

Sieg im Schlüsselspiel: Medi-Team bezwingt Gießen am Ende deutlich mit 95:80

Gemeinsam mit Kapitän Bastian Doreth leitete Gregor Hrovat (rechts) mit starker Verteidigung (hier gegen Bjarne Kraushaar) zum Ende des dritten Viertels den entscheidenden Bayreuther Lauf ein. Fotos: Peter Kolb

BASKETBALL. Im Rennen um die Playoff-Plätze in der Bundesliga hat Medi Bayreuth ein Schlüsselspiel gewonnen. Gegen den direkten Konkurrenten Gießen 46ers gelang am Freitagabend vor 3121 Zuschauern in der heimischen Oberfrankenhalle ein Sieg mit 95:80 (42:46).




Lange Zeit hatte jedoch nichts auf einen so klaren Erfolg hingedeutet, mit dem die Bayreuther ihr Punktekonto ausglichen, Gießen in der Tabelle überholten und sich zudem den direkten Vergleich sicherten.

Doch mit einem viertelübergreifenden 13:0-Lauf zum 74:67 (33.) stellte das Medi-Team zu Beginn des Schlussabschnitts die Weichen auf Sieg. Initiiert wurde dieser von Gregor Hrovat und Bastian Doreth. „Wir haben die ganze Woche an der Verteidigung gearbeitet und dann kassieren wir wieder 46 Punkte in der ersten Halbzeit“, sagte der Kapitän bei Magentasport. „Das musste in der Kabine mal gesagt werden. Wir haben die Intensität nach oben geschraubt, die Einstellung hat in der zweiten Halbzeit gestimmt.“

n den letzten 23 Sekunden des dritten Viertels verkürzte zunächst Hrovat auf 64:67. Weil in dieser Szene auch noch Andreas Seiferth gefoult wurde, konnte Doreth den folgenden Ballbesitz ebenfalls mit einem Dreier abschließen. Zwei weitere ließ er zur 70:67-Führung und zum 80:71 folgen, woraufhin die Bayreuther ihren Vorsprung immer weiter ausbauen konnten. Zwei Gießener Auszeiten blieben wirkungslos, weil sich die ohne Benjamin Lischka (Knöchel) und Max Landis (Magen-Darm) angetretenen Gäste gleich beim Einwurf jeweils einen ihrer insgesamt 17 Ballverluste leisteten. Zwei Minuten vor dem Ende standen für die 46ers im letzten Viertel gerade einmal vier Punkte zu Buche.




In den ersten 30 Minuten hatte es noch nach einer ähnlich engen Partie wie im Hinspiel (95:90 für Bayreuth) ausgesehen. Einen Fehlstart wie in den vorherigen beiden Spielen gegen Jena und Ludwigsburg konnte das Medi-Team diesmal vermeiden und führte schnell mit 5:0. Doch dann fand Gießens Center John Bryant trotz Doppelns allmählich ins Spiel und dominierte die Bretter. Mit acht Punkten und elf Rebounds hatte er schon zur Halbzeit fast sein 100. Double-Double in der BBL aufgelegt.

Im Duell der beiden besten Dreierteams waren aber auch die Bayreuther eher in Korbnähe erfolgreich und stellten mit einem viertelübergreifenden 10:2-Lauf kurz nach Beginn des zweiten Abschnitts auf 25:21. Knapp 13 Minuten dauerte es, bis im sechsten Versuch auch der erste Dreier durch Doreth fiel. Nachdem Nik Raivio auf 34:28 erhöht hatte, mussten die Bayreuther jedoch selbst einen 2:15-Lauf zum 36:43 über sich ergehen lassen. Mit sechs Punkten konnte De’Mon Brooks bis zur Halbzeit aber wieder verkürzen.




Einzelkritik (von Eberhard Spaeth)

ERIC MIKA (13 Punkte / 20:54 Min. Einsatzzeit / Plus-Minus-Bilanz: 5): Beschäftigte Bryant in der ersten Halbzeit wiederholt mit etwas Abstand zum Korb, was manche Lücke eröffnete. Defensiv hinderte er ihn mit Unterstützung der Nebenleute recht oft am Wurf. Das dritte Foul (22.) setzte ihn für den Rest des dritten Viertels außer Gefecht, aber dann war er gleich wieder effektiv; 6/7 Würfe, fünf Rebounds.

ADONIS THOMAS (8 / 25:54 / 18): Der direkte Vergleich mit seinem Namensvetter Brandon Thomas ging in der ersten Halbzeit an den Gießener, war am Ende aber recht ausgeglichen; 4/10 Würfe gegenüber 5/11.

KASSIUS ROBERTSON (9 / 27:03 / 2): Im Duell der Scharfschützen gegen Bell legten beide viel Wert auf die Defensive und neutralisierten sich über weite Strecken; 3/7 Würfe, vier Assists.

KYAN ANDERSON (10 / 17:19 / -4): Weniger prägend für das Spiel als Jared Jordan auf der Gegenseite, der ihm wiederholt das Nachsehen gab; bezeichnenderweise fanden die entscheidenden letzten zehn Minuten ohne ihn statt; 4/6 Würfe, zwei Rebounds, ein Assist.

Bastian Doreth (12 / 22:41 / 19): Der Kapitän war im Vergleich zu Anderson nicht nur der bessere Verteidiger, sondern sogar auch der effektivere Spielmacher. Zudem bestätigte er seine glänzende Saison-Dreierquote von fast 60 Prozent: Bei den 4/7 ist der Wurf aus der eigenen Zone in der letzten Sekunde des dritten Viertels mitgezählt; dazu drei Rebounds, drei Assists, zwei Ballgewinne, kein Ballverlust.

Andreas Seiferth (10 / 19:06 / 10): Übernahm die taktische Marschroute für die Center von Mika ebenso effektiv; 5/9 Würfe, drei Rebounds.

Gregor Hrovat (16 / 20:59 / 22): Gab nach seinen Einwechslungen stets sofort Impulse in verschiedenen Bereichen: 5/7 Zweier, 2/5 Dreier, drei Rebounds, drei Assists.

Lukas Meisner (0 / 9:57 / 8): Unauffällig, aber auch ohne große Fehler.

DE’MON BROOKS (13 / 22:49 / -3): Gesundheitlich nicht ganz auf der Höhe, waren seine Abschlüsse zunächst nicht so konsequent wie gewohnt (0/6 bei ersten Würfen); dann holte er im Duell mit dem starken Gordon aber auf; 4/11 Würfe, acht Rebounds.

Nik Raivio (4 / 12:30 / 1): Ging wieder mit viel Energie ans Werk und suchte mit sichtlich gestärktem Selbstvertrauen die Initiative; defensiv verlor er B. Thomas bei den Dreiern zum 36:35 und 36:38 aus den Augen.

Johannes Krug (0 / 0:48 / -3): Kurzeinsatz für die Statistik.




Statistik

Medi Bayreuth: Feldwurfquote: 39/72 (54 Prozent), davon 8/19 Dreier (42 Prozent): Doreth (4/7), Hrovat (2/5), Anderson (1/1), Robertson (1/2); Freiwürfe: 9/11 (82 Prozent); Rebounds: 22 defensiv, 8 offensiv (Brooks 4/4); Assists: 15 (Robertson 4); Ballgewinne: 6; Ballverluste: 6; Effektivität: 105 (Doreth 17, Hrovat 17, Brooks 17, Mika 16, Seiferth 10).




Gießen 46ers: Chambers (3 Punkte / 10:35 Min. Einsatzzeit / Plus-Minus-Bilanz: -14), Kraushaar (0 / 6:38 / -3), Agva (7 /13:32 / -21), Landis, Uhlemann (0 / 2:47 / 0), GORDON (21 /32:00 / -14), JORDAN (12 / 32:40 / -3), B. THOMAS (13 / 34:40 / -12), BELL (8 /31:49 / -6), BRYANT (16 / 35:19 / -2); Feldwurfquote: 32/60 (53 Prozent), davon 8/26 Dreier (31 Prozent): B. Thomas (3/9), Jordan (2/5), Bell (2/5), Bryant (1/2); Freiwürfe: 8/14 (57 Prozent); Rebounds: 25 defensiv, 9 offensiv (Bryant 11/6); Assists: 17 (Bryant 6); Ballgewinne: 3; Ballverluste: 17; Effektivität: 85 (Bryant 30, Gordon 17, Jordan 15).

SR: Lottermoser, Arik, Hegemann; Zuschauer: 3121.




Stationen: 5:0 (2.), 7:9 (5.), 13:12 (6.), 13:17 (7.), 23:21 (1. Viertel), 27:26 (13.), 34:28 (15.), 36:43 (19.), 42:46 (Halbzeit), 42:48 (21.), 50:48 (22.), 57:61 (26.), 61:67 (30.), 67:67 (3. Viertel), 74:67 (33.), 74:71 (34.), 89:71 (38.), 93:73 (39.), 95:80 (Ende).