15. Dezember 2019 - 01:21

Rückschlag im DEL2-Abstiegskampf: Tigers unterliegen in Bietigheim mit 3:6

Eine der zahlreichen Bayreuther Chancen vergibt in dieser Szene Johan Lorraine (Mitte). Der schwedische Neuzugang scheitert am starken Bietigheimer Torhüter Sinisa Martinovic. Foto: Werner Kuhnle

EISHOCKEY. Wie gewonnen, so zerronnen: Einen Spieltag nach der Eroberung eines Nichtabstiegsplatzes in der DEL2 mussten die Bayreuth Tigers diesen schon wieder räumen. Während die Tigers bei den Bietigheim Steelers mit 3:6 (0:1, 1:2, 2:3) den Kürzeren zogen, punkteten die unteren Tabellennachbarn und zogen am Team von Trainer Petri Kujala vorbei: Die Eispiraten Crimmitschau gewannen bei den Lausitzer Füchsen mit 4:3, die Dresdner Eislöwen siegten bei den Heilbronner Falken mit 4:3 nach Verlängerung.




„Damit brauchen wir nun wieder Hilfe, diesmal von Frankfurt“, blickte Trainer Kujala nach dem Spiel in Bietigheim schon auf den finalen Hauptrundenspieltag am Sonntag voraus. Dann gastiert der aktuelle Tabellenführer aus der Mainmetropole bei den Crimmitschauern, die nun – ebenso wie die Dresdner (gegen Bad Tölz) – zwei Punkte vor den Bayreuthern liegen.

Was den Gästen trotz des herben Rückschlags blieb, war die Erkenntnis, gegen ein Spitzenteam auf Augenhöhe agiert zu haben. Wieder einmal. Letztlich war es der dreifache Steelers-Torschütze Norman Hauner, der den Unterschied machte. „Er hat uns ein paar Mal wie Slalomstangen stehen lassen“, stellte Kujala ernüchtert fest.

Die Bayreuther kamen schwer in die Partie. Die Unterschiede zu den mit großem Selbstvertrauen ausgestatteten Steelers waren zwar nicht gravierend, die vielen kleinen Flüchtigkeitsfehler in der Defensive, im Passspiel und bei der Scheibenannahme summierten sich aber so, dass die 1:0-Führung der druckvoller spielenden Gastgeber nach dem Eröffnungsdrittel den Kräfteverhältnissen entsprach. Matt McKnight (4.) hatte den in der Sicht behinderten Tigers-Torhüter Bret Jaeger mit einem Schuss von der blauen Linie düpiert.




Starker Torhüter Martinovic

Offensichtlich abgelegt hatten die Bayreuther ihre Nervosität dann aber spätestens mit Beginn des Mittelabschnitts. Sie drückten mächtig aufs Tempo und egalisierten den Spielstand durch ein Überzahltor von Martin Heider (24.). Der im Slot postierte Verteidiger war Nutznießer eines starken Zuspiels von Sebastian Busch. Der Treffer schien den Tigers Flügel zu verleihen. Sie brannten ein wahres Feuerwerk vor dem Bietigheimer Gehäuse ab, wobei der starke Steelers-Torhüter Sinisa Martinovic in der 32. Minute über sich hinauswuchs, als er binnen weniger Sekunden gegen Simon Mayr, Ivan Kolozvary und Kevin Kunz parierte. Es dauerte nicht lange, und der fahrlässige Umgang mit den Chancen rächte sich bitter. Max Prommersberger (38.) und eben Norman Hauner (39.) überwanden den im zweiten Drittel nahezu beschäftigungslosen Jaeger binnen 44 Sekunden jeweils mit einem verdeckten Schuss. Der Spielverlauf stand auf dem Kopf. „Diese zwei schnellen Tore waren vielleicht mitentscheidend“, stellte auch Kujala im Nachgang fest.




Und es kam noch dicker für die Gäste. 83 Sekunden waren im Schlussdrittel gespielt, da setzte Hauner erneut zum Alleingang an und ließ auch Brett Jaeger alt aussehen – mit dem 4:1 schien die Vorentscheidung gefallen. Es sprach für die Bayreuther, dass sie sich nicht aufgaben und alles probierten. Und in der Tat deutete sich noch einmal eine Wende an, als zunächst Juuso Rajala (50.) nach hervorragender Vorarbeit von Mark Heatley das 2:4 und nur 104 Sekunden später Simon Karlsson (52.) mit einem Distanzschuss gar das 3:4 gelungen war. Zerstört wurden die Bayreuther Hoffnungen wiederum durch den Schwaben mit der Nummer zehn: Norman Hauner. Der 27-Jährige setzte in der 54. Minute wieder zum Sololauf an, wieder gaben die Bayreuther Verteidiger nur Geleitschutz, und wieder schlug es hinter Jaeger ein – die Entscheidung war gefallen, zumal Alexander Preibisch (54.) nur 29 Sekunden später auf 6:3 stellte.




Bietigheim Steelers: Martinovic – Goc, Hüfner; Prommersberger, Steingross; Schoofs, Corrin – Zientek, McKnight, Preibisch; Weller, McNeely, Hauner; Lukes, Cabana, Sommerfeld; Wenzel, Swinnen.

Bayreuth Tigers: Jaeger – Heider, Veisert; Karlsson, Mannes; Mayr, Martens – Bartosch, Kolozvary, Kunz; Järveläinen, Lorraine, Rajala; Richter, Busch, Gams; Heatley, Kirchhofer, Gläser.

SR: Brill, Hurtig; Strafminuten: Bietigheim 10, Bayreuth 4; Zuschauer: 2955.

Tore: 1:0 (4.) McKnight (6 gegen 5), 1:1 (24.) Heider (Busch, Mayr – 5 gegen 4), 2:1 (38.) Prommersberger (Steingross, Lukes), 3:1 (39.) Hauner (McKnight, Schoofs), 4:1 (42.) Hauner (Weller, McNeely), 4:2 (50.) Rajala (Heatley), 4:3 (52.) Karlsson (Martens), 5:3 (54.) Hauner, 6:3 (54.) Preibisch (McKnight, Zientek).