Leupser Wasserstreit: Richter mahnt zu sachlichem Umgang

Ein Plakat am Leupser Ortseingang weißt auf das Quellwasser hin. Foto: Ralf Münch

LEUPS. Der Leupser Wasserstreit setzte sich am Montag auf einem Nebenschauplatz fort. Der Verein Pro Leupser Quellwasser und Hans Hümmer, der Werkleiter des Wasserversorgers Juragruppe trafen sich in Bayreuth vor Gericht. Dort ging es um zwei Artikel, die der Verein im Internet veröffentlicht. Darin werfen die Verfasser Hümmer darin vor, er verbreite absichtlich falsche Informationen. Eben das wollte sich der Werkleiter nicht gefallen lassen. Hümmer klagte auf Unterlassung. 




Im Mittelpunkt stand ein Vorfall aus dem August 2012. Da hatte sich der Leupser Hochbehälter entleert. Rund 2000 Liter waren versickert.

In einem Blog-Beitrag vom 27. September 2018 heißt es nun, Werkleiter Hümmer nutze die Panne, um damit bei den Verbandsräten der Juragruppe ein „Angstszenario bei der Versorgungssicherheit“ zu verkaufen. In einem anderen Text heißt es, die Werkleitung der Juragruppe handele getreu dem Motto von Pippi Langstrumpf: „Ich mach mir die Welt, wie sie mir gefällt“. Zwei Aussagen, die nach Ansicht Hümmers seine Glaubwürdigkeit gefährden.

Während der Verhandlung regte Richter Frank Borger einen Vergleich an. „Wir werden die Probleme der Leupser Wasserversorgung nicht klären“, so der Richter. Er wünsche sich eine Versachlichung der Debatte. Im Übrigen ließ der Richter keinen Zweifel an seiner Überzeugung, Hümmer habe seine Aussagen keinesfalls absichtlich geäußert.



Die Einigung auf den Vergleich sieht vor, dass die Hümmer belastenden Sätze von der Homepage verschwinden und nicht mehr lesbar sind. Der Verein behauptet auch künftig nicht mehr, die Juragruppe stelle den Vorfall vom August 2012 bewusst falsch dar. Im Gegenzug darf der Verein Pro Quellwasser schreiben, es gebe Differenzen mit der Juragruppe in der Frage.

Die Unterlassungsklage richtete sich übrigens gegen den Vorsitzenden der Leupser Initiative, Peter Strese. Er wird nun dafür sorgen müssen, dass die belastenden Sätze von der Homepage verschwinden.

Der Leupser Wasserstreit ist damit noch nicht beigelegt. Am Montag marschierten die Kontrahenten mit zwei Anwälten auf. Hinzugezogen wurde auch ein Gutachter. Fünf Zeugen hielten sich für Aussagen zu dem Vorfall von 2012 bereit.

Gutachter und Zeugen fuhren nach der ein einhalbstündigen Verhandlung unverrichteter Dinge wieder heim. Wie es hieß, sind noch weitere Klageanträge beim Verwaltungsgericht Bayreuth anhängig. Ob es tatsächlich zu Verhandlungen kommt, ist aber offen.