Evakuierung in Eschenbach: Jetzt soll es sich doch um einen Anschlag mit Buttersäure handeln

Foto: Markus Roider

ESCHENBACH/OPF. Bereits im Laufe des gestrigen Nachmittags wurde in einem Anwesen im Stirnberg in  Eschenbach ein stark ätzender Geruch festgestellt.  Da noch immer nicht klar ist, um welche Ursache es sich handelt, wurden die Anwohner aus rein vorsorglichen Gründen evakuiert und in nahegelegenen Hotels bzw. Pensionen untergebracht. Das Haus wurde versiegelt, der Einsatz zog sich bis in die Nachtstunden hin. 




Gegen 15.45 Uhr ging bei der Einsatzzentrale in Regensburg ein Notruf ein. Der Mitteiler, ein schlecht deutsch sprechender, 29-jähriger bulgarischer Anwohner berichtete, dass in seinem Wohnanwesen am  Stirnberg in Eschenbach „etwas vorgefallen“ sei. Bei der ersten Überprüfung der entsandten Streife wurde in der Wohnung des Mitteilers sehr aggressiver Geruch bzw. ätzender Gestank durch die Polizeibeamten wahrgenommen.

Zunächst wurden deshalb die weiteren Anwohner des Anwesens gebeten, das Haus zu verlassen. Der Geruch hatte sich mittlerweile im Treppenhaus verbreitet. Sechs Personen fanden dankenswerter Weise gleich eine vorübergehende Bleibe im benachbarten BRK Seniorenheim, weitere Menschen wurden bei Verwandten und Bekannten untergebracht, nachdem aus reiner Vorsicht die Bewohner von direkt angrenzenden Häusern evakuiert wurden.




Ärger mit den Nachbarn

Hintergrund könnte laut Polizeiangaben eine Streitigkeit mit Nachbarn oder Bekannten des Mitteilers gewesen sein. Das bestätigen auch Recherchen von Reporter24 am Tag nach dem Vorfall. Anwohner sprechen von „schwierigen Verhältnissen“. Die bulgarische Familie wolle sich demnach nicht integrieren, sondere sich stets ab. „Wir haben Angst“, sagt eine Nachbarin am Dienstagmorgen vor dem versiegelten Haus. Sie sei schon angespuckt und verachtet worden. Dabei habe sie sich sogar um die Familie gekümmert.

Die Anwohnerin spricht von Streit, könne sich aber nicht vorstellen, dass Nachbarn einen Anschlag verübt haben. Man kennt sich. Zunächst lag der Verdacht aber nahe, dass jemand Buttersäure ausgebracht hat. Doch die anwesenden Spezialisten der Feuerwehr hätten das verifizieren können, hieß es zunächst. Ein Bewohner des Dachgeschosses sagte im Gespräch mit Reporter24, dass der Geruch dennoch von einer Flüssigkeit ausgehen muss. Das habe er selbst sehen können. Die Nacht verbrachte der Mann bei Bekannten in Eschenbach.

Seit dem Morgen verharrt er im Auto vor dem versiegelten Anwesen. Dabei fühle man sich allein gelassen sagt er. Vom Amt hätte jemand kommen sollen, doch bis zum späten Vormittag hat sich niemand blicken lassen. Das Haus selbst ist noch so, wie es gestern Nachmittag verlassen wurde. Geöffnete Fenster, eingeschaltete Wohnzimmerbeleuchtung. „Ich durfte nicht einmal mein Handyladekabel aus dem Auto holen, das vor dem Haus geparkt war“, so der Nachbar.




Buttersäure bestätigt

Nach einer Analyse des Bayerischen Landeskriminalamtes vom Dienstagnachmittag, handelte es sich nun doch um Buttersäure, von der keine gesundheitliche Gefährdung ausgeht. Die seit gestern Abend auswärtig untergebrachten Bewohner des betroffenen Anwesens können nach Auskunft des Gesundheitsamtes des Landkreises Neustadt nun wieder in ihre Wohnungen zurückkehren.

Aufgrund des ausgeprägten unangenehmen Geruchs wird von der Polizei empfohlen, die Wohnungen ausreichend zu belüften. Gegenstände, die in Berührung mit der Substanz gekommen sind, müssen nach aktueller Auskunft aufgrund des lange anhaftenden Geruchs meist entsorgt werden.

 



Foto: Markus Roider

Verletzte waren zum Glück nicht zu beklagen. Die Feuerwehren Eschenbach, Pressath und Kirchenthumbach waren bis kurz nach 23 Uhr vor Ort. Leztere mit einem „Dekon-Trupp“. Durch diese und weitere hinzugezogene Spezialisten wurden verschiedenste Analyseverfahren durchgeführt, um der Ursache des Geruchs auf den Grund zu gehen. Unter anderem eben auch über das Landeskriminalamt. Das Betreffende Anwesen wurde versiegelt und durfte auch bis zum Dienstagnachmittag nicht betreten werden.