103:78 gegen Jena: Medi-Team erst schwach, dann ganz stark

Endlich wieder ein Anlass für Freudentänze: De'Mon Brooks (Nr. 24) und Adonis Thomas (rechts daneben) nutzten die Gelegenheit. Foto: Peter Kolb

BASKETBALL. Nach sechs Niederlagen in Folge hat Medi Bayreuth die Negativserie in der Bundesliga gestoppt. Im ersten von drei aufeinanderfolgenden Heimspielen gelang am Freitagabend gegen Science City Jena ein letztlich klarer Sieg mit 103:78 (39:45). Somit bietet am Sonntag um 18 Uhr die Partie gegen die Riesen Ludwigsburg die Gelegenheit, schon wieder einen Playoff-Platz zu erobern.




Bis zu diesem Erfolg war es allerdings ein weiter Weg. Jena führte in der ersten Halbzeit durchgehend, und als beim 27:41 (16.) der höchste Abstand erreicht war, gab es dafür nur einen schlichten Grund: Die Gäste waren um 14 Punkte besser. Den Grundstein dafür hatten sie im ersten Viertel gelegt, indem sie die Qualität ihrer Distanzwerfer ausspielten und sechs von sieben Dreiern verwandelten (Williams 3/3). Als die Bayreuther dann mehr in die Verteidigung in diesem Bereich investierten, wurden sie wiederholt unter dem Korb klassisch ausgespielt. Dagegen kamen die Gastgeber zunächst nur selten in die gewünschten Wurfpositionen. Vieles wirkte improvisiert und war entsprechend fehleranfällig. „Es war klar, dass wir nicht furios starten würden. Dafür war die Verunsicherung zu groß“, sagte Raoul Korner nach Spielende bei Magentasport.

Erst die 12:4 Punkte in den letzten vier Minuten vor der Pause machten Hoffnung für die zweite Hälfte. Da wurden gute Chancen unter dem Korb herausgespielt, und es fielen Dreier von De’Mon Brooks sowie in letzter Sekunde von Adonis Thomas. Zudem wurde Jena zu schwierigeren Würfen gezwungen, die dann auch nicht mehr so hochprozentig das Ziel fanden.




Schlagartige Wende nach der Pause

Dieser Trend beschleunigte sich nach dem Seitenwechsel schlagartig, sozusagen von null auf hundert: Je zwei Dreier von De’Mon Brooks und Kassius Robertson in den ersten 3:20 Minuten verwandelten den Halbzeitrückstand in eine 53:47-Führung, dann folgten sieben Punkte in Folge des glänzenden Eric Mika unter dem Korb zum 60:51 (26.). Die Rolle des Topscorers wurde dem Center, der auch schon in der insgesamt schwachen Anfangsphase positiv aufgefallen war, gegen Ende noch von De’Mon Brooks streitig gemacht, der in der zweiten Hälfte 17 Punkte sammelte (insgesamt 6/9 Dreier). 75 Sekunden vor dem Ende durfte der 19-jährige Johannes Krug sein BBL-Debüt feiern und kam bei einem Dreier aus der Ecke auf den Ring gleich seinen ersten Punkten nahe.

Im selben Maße wie das Bayreuther Mannschaftsspiel in Schwung kam, woran Kyan Anderson als Spielmacher wichtigen Anteil hatte (zehn Assists), ließen Jenas betagte Leistungsträger nach. Der ohnehin angeschlagen ins Spiel gegangene Reggie Williams kam im letzten Viertel sogar überhaupt nicht mehr zum Einsatz. Die Dreierquote als ein Schlüsselfaktor für den Erfolg des Spiels der Gäste stürzte von den 6/7 aus dem ersten Viertel auf 8/25 ab.

„Die Reaktion meiner Mannschaft in der zweiten Halbzeit war großartig“, freute sich Korner. „Dafür verdient sie ein Riesenkompliment.“




Statistik

Medi Bayreuth: MIKA (23 Punkte / 24:56 Min. Einsatzeit / Plus-Minus-Bilanz: 21), THOMAS (17 / 28:08 / 18), ROBERTSON (18 / 33:17 / 29), ANDERSON (9 / 26:40 / 29), Doreth (4 / 18:53 / 2), Seiferth (4 / 15:04 / 4), Hrovat (8 / 14:50 / 1), Meisner (0 / 6:55 / 2), BROOKS (20 / 26:17 / 16), Raivio (0 / 3:45 / 3), Krug (0 / 1:15 / 0); Feldwurfquote: 35/60 (58 Prozent), davon 16/27 Dreier (59 Prozent): Brooks (6/9), Robertson (4/6), Thomas (2/3), Hrovat (2/3), Anderson (1/2), Doreth (1/3); Freiwürfe: 17/20 (85 Prozent); Rebounds:22 defensiv, 7 offensiv (Mika 3/3, Thomas 4/2); Assists: 26 (Anderson 10, Robertson 6); Ballgewinne: 8; Ballverluste: 10 (Seiferth 3, Brooks 3; Effektivität: 129 (Mika 27, Robertson 25, Brooks 22, Anderson 21, Thomas 19).




Science City Jena: Reyes-Napoles (2 / 11:47 / 2), Theis (2 / 12:47 / -13), WOLF (6 / 15:53 / -17), JENKINS (3 / 25:30 / -22), ROBERTS (16 / 24:20 / -23), Allen (12 / 21:43 / -10), Marin (2 / 5:58 / 9), McElroy (6 / 21:26 / -12), JOYCE (12 / 29:04 / -32), Heber (2 / 3:45 / -3), Mackeldanz (0 / 8:28 / 8), WILLIAMS (15 / 19:19 / -12); Feldwurfquote: 27/56 (48 Prozent), davon 8/25 Dreier (32 Prozent): Williams (3/6), Joyce (2/4), Wolf (2/6), Jenkins (1/4); Freiwürfe: 16/17 (94 Prozent); Rebounds: 20 defensiv, 6 offensiv (Roberts 4/2, McElroy 3/1); Assists: 18 (Joyce 5); Ballgewinne: 4; Ballverluste: 12 (Joyce 3); Effektivität: 85 (Roberts 21, Williams 14, Allen 10, Joyce 10).




SR: Matip, Kattur, Bohn; Zuschauer: 3217.

Stationen: 9:17 (5.), 17:19 (7.), 17:28 (1. Viertel), 17:30 (11.), 25:32 (13.), 27:41 (16.), 39:45 (Halbzeit), 53:47 (24.), 71:55 (30.), 71:58 (3. Viertel), 83:63 (34.), 103:78 (Ende).