24. August 2019 - 06:12

Zurück auf einem Abstiegsplatz: Tigers verlieren in Dresden mit 4:5

So turbulent wie in dieser Szene ging es vor dem Tor von Marco Eisenhut (am Boden) gestern Abend sehr oft zu. Der Torhüter der Eislöwen aber blieb meist siegreich, hier gegen Tigers-Neuzugang Johan Lorraine (rechts). Foto: Peter Kolb

EISHOCKEY. Es war ein bitterer Freitagabend für die Bayreuth Tigers. Im viel zitierten Sechs-Punkte-Spiel bei den punktgleichen Dresdner Eislöwen ging die Mannschaft von Trainer Petri Kujala komplett leer aus. Die Tigers unterlagen äußerst unglücklich mit 4:5 (1:2, 1:2, 1:2) und fielen dadurch in die Abstiegszone der DEL2 zurück, da zeitgleich auch die bis dato nur einen Zähler zurückliegenden Eispiraten Crimmitschau (8:4 in Kassel) dreifach punkteten.




Unglücklich war die Niederlage für die Tigers, weil sie das wesentlich auffälligere und spielerisch wie kämpferisch überlegene Team gestellt hatten. Alleine die Schussbilanz (53:27) sprach Bände. „Man muss daraus aber halt auch etwas machen“, resümierte Petri Kujala nüchtern. Verdient hatten sich die Eislöwen ihren Sieg bestenfalls durch die größere Effizienz und weil sie mit dem Ex-Bayreuther Marco Eisenhut einen Torhüter hatten, der reihenweise glänzend parierte. Hinzu kam eine ungewohnte Schwäche der Tigers bei den Special Teams. Die Bayreuther kassierten zwei Tore in Unter- und sogar eines in Überzahl. „Ich denke sogar, dass die Special Teams das Spiel entschieden haben“, sagte Bayreuths Verteidiger Henry Martens nach der Partie. Besonders das 3:5 in Unterzahl sei „extrem bitter“ gewesen.

Bitter aus Bayreuther Sicht war schon die 2:1-Führung der Gastgeber nach dem ersten Drittel. Ungewohnt viele Missverständnisse und Nachlässigkeiten in der Defensive der Tigers hatten den eher harmlosen Eislöwen immer wieder Chancen eröffnet. „Wir haben da Fehler gemacht, die wir sonst nicht machen“, sagte Kujala. Und diese Fehler führten auch zu Toren. Zunächst hatte ein schlechter Wechsel eine 2:1-Situation der Dresdner heraufbeschworen, die Dennis Palka mit dem 1:0 nach 122 Sekunden bestrafte. Bayreuths Torhüter Timo Herden war hier ebenso chancenlos wie fünf Minuten später gegen Jordan Knackstedt, der seine Qualitäten in der gefährlichen Zone bei einer abgefälschten Scheibe unter Beweis stellte. Juuso Rajala hatte den Slot in dieser Szene bestenfalls halbherzig verteidigt. Offensiv indes waren die Bayreuther einmal mehr brandgefährlich. Es fehlte aber lange an Präzision, um Marco Eisenhut zu überwinden. Erst als Michal Bartosch (18.) zu einem beherzten Alleingang ansetzte und Eisenhut mit der Rückhand überwand, wurden die Offensivbemühungen belohnt.




Bartoschs 2:4 zehn Sekunden vor Drittelende

Die Freude im Bayreuther Lager hielt nicht lange an. Denn die Eislöwen zogen bis zur 27. Minute auf 4:1 davon. Beide Treffer fielen in Bayreuther Unterzahl, bei beiden Treffern machte mindestens ein Bayreuther keine glückliche Figur. Beim 3:1 verteidigte Ivan Kolozvary Torschütze Knackstedt nicht konsequent genug. Vor dem 4:1 ließ Timo Herden eine kullernde Scheibe fallen und ermöglichte so Nick Huard den entscheidenden Nachschuss. Nach einem Pfostenschuss von Dresdens Niklas Postel aber bliesen die Bayreuther zur Attacke. Doch wieder verzweifelten sie an Eisenhut. Ville Järveläinen (29.), Johan Lorraine (32.), Henry Martens (34.) und Luca Gläser (35.), hätten schon verkürzen können, ehe erneut der überragende Bartosch, zehn Sekunden vor Drittelende zuschlug – 2:4.

Hoffnung auf ein Bayreuther Happy End nährte nach nur 14 gespielten Sekunden im Schlussdrittel der 3:4-Anschlusstreffer durch Simon Mayrs kapitalen Schlagschuss von der blauen Linie. Als Eislöwe Dennis Palka Sekunden später eine erneute Strafzeit für die Dresdner absitzen musste, schien die Zeit zur Wende gekommen. Anstatt aber selbst zuzuschlagen, kassierten die Tigers ein Unterzahltor durch Huard. (43.). Doch gebrochen war die Moral der Gäste damit lange nicht. Nach einer starken Scheibeneroberung von Ivan Kolozvary kam Nicklas Mannes an den Puck. Der nahm Maß und ließ Eisenhut von der blauen Linie keine Chance – 5:4. Nun wurde es turbulent, vor allem vor dem Dresdner Gehäuse. Die Tigers nahmen Eisenhut gewaltig unter Beschuss. Der Ausgleich schien nur eine Frage der Zeit, zumal die Eislöwen kaum mehr aus ihrem Drittel kamen. Aber selbst beste Chancen, darunter Schüsse aus kürzester Distanz von Sebastian Busch, Ville Järveläinen, Juuso Rajala und dem noch nicht besonders auffälligen Neuzugang Johan Lorraine, verfehlten ihr Ziel. Oder wurden Eisenhuts Beute.




Dresdner Eislöwen: Eisenhut – Kramer, Schmidt; Uplegger, Hanusch; Saakyan, Heyter; Zauner, Heywood – Della Rovere, Knackstedt, Huard; Davidek, Billich, Knobloch; Walther, Reed, Pielmeier; Postel, Palka, Rupprich.

Bayreuth Tigers: Herden – Heider, Veidert; Karlsson, Mannes; Mayr, Martens – Kunz, Kolozvary, Bartosch; Järveläinen, Rajala, Lorraine; Richter, Busch, Gams; Gläser.

SR: Apel, Falten; Strafminuten: Dresden 12, Bayreuth 6; Zuschauer: 3108.

Tore: 1:0 (3.) Palka (Rupprich), 2:0 (8.) Knackstedt (Huard, Kramer), 2:1 (18.) Bartosch (Kolozvary, Kunz), 3:1 (24.) Knackstedt (Heywood, Reed – 5 gegen 4), 4:1 (27.) Huard (Pielmeier, Knackstedt – 5 gegen 4), 4:2 (40.) Bartosch (Kolozvary – 5 gegen 4), 4:3 (41.) Mayr (Busch, Heider – 5 gegen 4), 5:3 (43.) Huard (Knackstedt – 4 gegen 5), 5:4 (47.) Mannes (Kolozvary, Bartosch).







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