17. August 2019 - 15:17

Unterricht mit Entertainer: Gottschalks kleine Wertekunde

Thomas Gottschalk übernimmt den Unterricht an einem Bayreuther Gymnasium.

BAYREUTH. In dem Fall passt es ja tatsächlich wie die Faust aufs Auge: Thomas Gottschalk, der Mann, der eigentlich Lehrer werden wollte, hält tatsächlich Unterricht. Einen ganz besonderen Unterricht, hinter dem viel Technik steckt, in dem Ton und Kameras eine große Rolle spielen: Gottschalk ist „Der Vertretungslehrer“ – einer von mehreren Prominenten, die Schülern etwas zu erzählen haben. Der Auftakt zu der neuen Serie auf Vox entstand in Bayreuth, am Markgräfin-Wilhelmine-Gymnasium (MWG).




Es sollte eine Schule sein, die „in der Nähe seines Heimatortes ist“, sagt Niklas Fauteck, der Pressereferent von Vox, am Freitag im Gespräch mit unserer Zeitung. Gottschalk (68), aufgewachsen in Kulmbach, kennt Bayreuth natürlich, ist hier auch regelmäßig Gast bei den Festspielen. „Offensichtlich war der Sender neugierig auf uns, als sie sich die Webseite der Schule angeschaut haben“, sagt Elisabeth Götz, die Direktorin des MWG. „Man hat uns im vergangenen Jahr gefragt, ob wir uns das vorstellen könnten, bei dem Format dabei zu sein. Wir sind in Kontakt geblieben.“ Die einzige Bedingung sei gewesen, dass man „Vertrauen entgegen bringt“, sagt Götz. Vertrauen deshalb, weil bis zum Schluss niemand an der Schule – weder die Direktorin, noch die ausgewählten Schüler – wissen durften, wer denn schließlich „Der Vertretungslehrer“ sein werde. „Wir haben praktisch eine Wundertüte gekauft“, sagt Elisabeth Götz.




Zwei von 18 Schülern, die mit Thomas Gottschalk einen besonderen Vertretungslehrer hatten: Silke Höher und Lukian Anhölcher vom MWG. Foto: Eric Waha

Gottschalk ist neugierig auf die Schüler

Doch nicht nur das MWG dürfte den Effekt erlebt haben: Auch Thomas Gottschalk zeigt sich neugierig auf die Schüler. Sogar ein bisschen skeptisch, wie er in der Sendung sagen wird, die am Dienstag um 22.35 Uhr auf Vox als Auftakt einer siebenteiligen Serie gezeigt wird. Es gehe, sagt Niklas Fauteck, „nicht um Mathematik, Physik oder Erdkunde, sondern um ein Thema, das dem Prominenten persönlich am Herzen liegt und ihn in seinem Leben geprägt hat“. Gottschalk hat sich das Thema „Die Jugend von heute!“ ausgesucht und diskutiert in der Sendung auf seine lockere, teils herausfordernde Art mit den Schülern, was ihnen wichtig ist im Leben. Mit spannenden Dialogen. Und einem neugierigen Vertretungslehrer, der sagt, dass es ja auch nicht so normal sei, „dass der Lehrer mit dem Anspruch reinkommt, auch was zu lernen“.




Sehenswerte Interaktion

Gottschalks Interaktion mit den Schülern ist sehenswert – und hörenswert. Vor allem, weil er Einblicke gibt, wie er selbst getickt hat als junger Oberfranke. Die Schüler haben viel mitgenommen aus dem Dreh, der an einem Samstag im vergangenen Oktober an der Schule stattgefunden hat. Und für den aus „bestimmt 100 Bewerbungen“, wie Silke Höher sagt, die jetzt in die zwölfte Klasse geht, 18 Schüler des MWG ausgewählt wurden. „Ich dachte, das passiert nicht alle Tage in Bayreuth, da kann man schon mal mitmachen.“ Das sei ihre Motivation gewesen, am Dreh von „Der Vertretungslehrer“ teilzunehmen. Die Schüler hätten, das sagen sie auch im Film, ganz viele Promis auf ihrer Wunschliste gehabt. „Aber zwei Sekunden, bevor er reinkam, hat einer von den Mitschülern gesagt, er glaube, dass es Thomas Gottschalk ist. Deswegen haben auch alle gelacht, als er reinkam. Das war so lustig.“




Da war schon „ein gewisser Respekt“

Wie ihr Mitschüler Lukian Anhölcher sagt Silke Höher, sie werde sich selbstverständlich die Übertragung im Fernsehen ansehen. Sie seien gespannt, was aus dem Drehtag gemacht wurde. Lukian Anhölcher sagt, es sei „schon ein gewisser Respekt“ da gewesen zu dem prominenten Vertretungslehrer. „Thomas Gottschalk ist ja auch viel älter als wir.“ Dennoch sei schnell eine „recht persönliche Atmosphäre“ entstanden“, weil Gottschalk „durch kleine Witze eine lustige Stimmung erzeugt“ habe. Was Gottschalk ihnen mitgegeben habe: „Einen Rucksack, so hat er es formuliert. Einen Rucksack mit Fähigkeiten, die man braucht. Umgangsformen – wie man sich verhalten sollte, dass es schön miteinander funktioniert“, formuliert es Lukian Anhölcher.







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