19. Mai 2019 - 08:16

TSV Bindlach: Sportheim sucht Wirt

Sportheim sucht Wirt: Beim TSV Bindlach sind sie, wie bei so mancher anderer Wirtschaft, auf Pächtersuche. Momentan ist Kathrin Knörer in die Rolle der Wirtin gesprungen. Auf Dauer geht das aber nicht, sagen Knörer und Karl-Heinz Maisel, der Vorsitzende des TSV Bindlach. Foto: Eric Waha

BINDLACH. Lange Zeit war alles gut beim TSV Bindlach. Wobei – dem Verein geht es nicht schlecht. Aber: Das Problem mit dem Sportheim wird langsam drängend. Den Verein hat erwischt, was bei vielen Gastwirtschaften in der Region gilt. Die Pächter kommen. Und sie gehen. In immer kürzeren Abständen. Wobei sie sich beim Bindlacher Sportheim über mangelnde Kundschaft nicht beschweren können. Eine Geschichte, in der nicht der Bauer eine Frau, sondern das Sportheim einen Wirt sucht.




Der Name des letzten Wirts steht noch über der Tür. Italienische Gerichte hat es gegeben. Auch griechische Küche gab es schon im Bindlacher Sportheim. Aber halt eben nicht immer lang. Der Wirtsfamilie Wülfert trauert der Vorstand des 900 Mitglieder starken Vereins immer noch nach, sagen der Vorsitzende Karl-Heinz Maisel und die dritte Vorsitzende, Kathrin Knörer, im Gespräch mit dem Kurier. Die Wülferts hätten die Wirtschaft des Vereins mehrere Jahre lang geschmissen. „Dann hat sich Nachwuchs angekündigt“, sagt Maisel. Hinter den Wülferts habe die ganze Familie gestanden, „die anderen Pächter danach waren mehr oder weniger alleine“.




Die Räume nutzen die Bindlacher gern

Das sei dann das eigentliche Problem gewesen: Denn das Sportheim ist nicht nur ein Raum, eine kleine Kneipe mit rund 30 Sitzplätzen. Das ist nur der eine Bereich. Das eigentliche Gastzimmer, das zählt rund 80 Sitzplätze. Und dann gibt es noch den Saal, der bestuhlt für bis zu 200 Menschen Platz bietet. Zum Beispiel bei Theater-Aufführungen ein Bindlacher herzstück ist. Es ist noch gar nicht so lange her, da war an drei Wochenenden hintereinander Theater. „Sieben Vorstellungen mit je 200 Mann“, sagt Maisel. „Mein Sohn spielt mit beim Theater, da mussten wir natürlich mit ran.“ Mithelfen beim Ausschenken, dafür sorgen, dass die Gäste etwas essen können. „Sportheim, das hat schon einen gewissen Touch“, sagt Maisel. „Aber der TSV hat schöne Räume zu bieten, die die Bindlacher gerne für Familienfest nutzen.“




Vom Frühschoppen bis zum Familienfest

Das sei mehr oder weniger das Hauptgeschäft, das die Pächter nutzen könnten. Neben dem Betrieb, der sowieso auf ganz normale Weise läuft: „Unter der Woche ist eigentlich jeden Tag Training, an den Wochenenden kommen die Spiele dazu“, sagt Kathrin Knörer, die in der Vorstands-Mannschaft für die Organisation des Sportheims verantwortlich zeichnet. Und die seit Anfang des Jahres, als der letzte Pächter das Handtuch geschmissen hat, den Laden schmeißt. Zwei bis drei Mal die Woche ist sie hier, mindestens. Andere Tage machen ander Vereinsmitglieder. „Wir haben eigentlich jeden Tag hier einen Frühschopppen von 10 bis 12 Uhr, das machen Vereinsmitglieder. Am Freitagabend bieten wir einen Stammtisch an, versuchen auch, besondere Vereinsabende zu machen, um hier ins Sportheim wieder Leben rein zu bekommen – das Vereinsleben und die Geselligkeit des TSV hoch zu halten.“




Auf Dauer geht es nicht im Eigenbetrieb

Die Wirtschaft, sagt Maisel, „die läuft“. Aber: „Auf Dauer können die Mitglieder das einfach nicht selber bewirtschaften.“ Kathrin Knörer, die derzeit Wirtin auf Zeit ist, hat schließlich – wie so viele andere, die mithelfen, einen ganz normalen Beruf: „Physiotherapeutin bin ich“, sagt sie. Und mit den Gedanken oft im Sportheim. Sie muss dafür sorgen, dass vom Toilettenpapier über die Reinigungsmittel bis zu den Getränken alles vorrätig ist, was in den nächsten Tagen gebraucht wird. „Das ist keine Dauerlösung“, sagt Maisel. „Schon allein deshalb, weil jeder in die Vereins-Arbeit schon einen ordentlichen Teil Freizeit reinsteckt“, sagt Knörer. Die Idee, dass die zehn Abteilungen des Vereins das Sportheim im wöchentlichen Wechsel bewirtschaften, habe man auch schon gehabt. Würde aber auf Dauer auch nicht funktionieren, „weil die Begehrlichkeiten da sind. Die Leute wollen das Sportheim nutzen, um dort zu feiern. Wir haben ja zuletzt sogar schon Polterabende ausgerichtet“, sagt Maisel.




Mindestens eine Bedienung muss der Wirt mitbringen

Über kurz oder lang hoffen Maisel, Knörer und die Vorstandsmitglieder um sie herum, dass sich wieder ein Pächter findet, „der allerdings nicht allein kommen darf, das ist die Bedingung“, sagt Maisel. „Der braucht mindestens eine Bedienung.“ Oder – noch besser – familiären Hintergrund als Unterstützung, wenn Familienfeste, wie so oft, auf dem Programm stehen.







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