24. August 2019 - 06:12

Starker Tigers-Schlussspurt: Bayreuther besiegen Freiburg mit 4:3

Über mangelnde Beschäftigung konnte sich auch der gute Tigers-Torhüter Brett Jaeger (rechts) nicht beschweren. Foto: Peter Kolb

EISHOCKEY. Dank eines starken Schlussspurts gegen den EHC Freiburg haben sich die Bayreuth Tigers die kleine Chance erhalten, den Klassenerhalt in der DEL2 schon in der Hauptrunde zu realisieren. Die Mannschaft von Petri Kujala sah gegen die Breisgauer lange wie der Verlierer aus, drehte die Partie aber dank dreier Tore in der Schlussphase noch in einen 4:3 (1:2, 0:1, 0:3)-Erfolg.




Boden gutmachen auf die direkt vor ihnen platzierten Konkurrenten konnten die Tigers allerdings nicht, da Dresden, Heilbronn und Crimmitschau ebenfalls dreifach punkteten. Dass der Bayreuther Erfolg nach zuvor drei Niederlagen in Folge glücklich war, daran gab es nichts zu deuteln. Denn bis weit ins dritte Drittel hinein hatten die Tigers gegen das auswärtsschwächste Team der Liga einen weitgehend blutleeren Auftritt hingelegt und vollkommen zu Recht mit 1:3 hinten gelegen.

Die Müdigkeit, die die Bayreuther Mannschaft über weite Strecken der Partie ausstrahlte, begründete Petri Kujala mit „Nervenflattern“, das eine Folge der vorangegangenen Niederlagen gewesen sei und nach dem Gegentreffer zum 1:1 eingesetzt habe. „So ein Gegentor lässt die Mannschaft müde wirken“, nahm der 48-jährige Finne sein Team in Schutz.




Järveläinen verwandelt im Nachschuss

Das hatte bis zur 49. Minute zu Recht mit zwei Treffern im Rückstand gelegen. Die Bayreuther hatten bis dato so ganz und gar nicht den Eindruck vermittelt, als seien sie willens oder in der Lage, der Partie noch einmal eine Wendung zu geben. Dann schnappte sich Bayreuths Bester an diesem Abend, Topscorer Ville Järveläinen, die Scheibe und verwandelte im Nachschuss gegen den nicht immer sicher wirkenden Freiburger Torhüter Jimmy Hertel. Der Treffer zum 2:3 wirkte wie eine Frischzellenkur und läutete eine turbulente Schlussphase ein. „Wir hatten plötzlich wieder Energie und haben an uns geglaubt“, sagte Kujala. Und in der Tat gelang zunächst Simon Karlsson in Überzahl 3:55 Minuten vor Ende der Ausgleich, ehe Martin Heider 55 Sekunden vor der Schlusssirene mit einem Handgelenkschuss von der blauen Linie den 4:3-Siegtreffer markierte. Wieder machte Hertel keine glückliche Figur. Petri Kujala war es egal. Er sprach von einem wichtigen Sieg „für den Kopf, denn in der Tabelle ist ja nichts passiert. Die Jungs aber haben gesehen, dass sie in der Lage sind, solch ein Spiel noch zu drehen.“




Ansonsten gelang es den Bayreuthern mit Ausnahme der Schlussphase nur zu Beginn des Anfangsdrittels, ihren enttäuschenden Gesamteindruck des Freitagspiels bei den Kassel Huskies zu korrigieren. Eine Druckphase krönte Kevin Kunz (6.), mustergültig bedient von Michal Bartosch, mit der Führung. Damit war es aber vorbei mit der Konzentration im Bayreuther Spiel. Es dauerte ganze 88 Sekunden, und es stand 1:1 durch Ryon Moser (8.). Ausgangspunkt war ein kapitaler Schnitzer von Simon Mayr hinter dem eigenen Gehäuse. Und auch Torhüter Brett Jaeger, in Kassel noch der herausragende Bayreuther, ließ sich von der Nervosität anstecken. Eine weder besonders platziert noch besonders druckvoll geschossene Scheibe von der blauen Linie musste der Deutsch-Kanadier passieren lassen. Absender Antti Kauppila konnte sein Glück kaum fassen, und dennoch war der Ausgleich nur eine Folge der sich verschiebenden Kräfteverhältnisse.




Die ominöse 49. Minute

Auch im Mitteldrittel stellte sich keine Besserung im Bayreuther Spiel ein. Es gab zwar durchaus vielversprechende Offensivaktionen, in der Defensive aber mangelte es weiter an Ordnung und Engagement. Jaeger musste mehrmals Kopf und Kragen riskieren, weil seine Vorderleute zu statisch agierten. Machtlos war er bei Jannik Herms (32.) Schuss aus kurzer Distanz. Das 3:1 der Gäste war vollauf verdient, zumal sie auch danach die gefährlichere Mannschaft stellten. Allerdings nur bis zur ominösen 49. Minute. „Wir waren fast 50 Minuten die bessere Mannschaft und haben dann plötzlich den Fokus verloren“, sagte ein geknickter Gästecoach Jan Melichar und fügte hinzu: „Gute Teams finden dann aber trotzdem einen Weg, solch einen Vorsprung über die Zeit zu retten.“ Seine Mannschaft fand ihn nicht.




Bayreuth Tigers: Jaeger – Veisert, Heider; Mannes, Karlsson; Martens, Mayr; – Bartosch, Kolozvary, Kunz; Gläser, Rajala, Järveläinen; Richter, Busch, Gams.

EHC Freiburg: Hertel – Seeger, Kauppila; Neher, Herm; Rießle, Bednar – Linsenmaier, Moser, Kunz; Mikyska, Stas, Balej; Wittfoth, Saccomani, McGowan; Cihak.

SR: Noeller, Paule; Strafminuten: Bayreuth 14, Freiburg 6; Zuschauer: 1387.

Tore: 1:0 (6.) Kunz (Bartosch), 1:1 (8.) Moser (Linsenmaier), 1:2 (14.) Kauppila (Moser, Kunz), 1:3 (32.) Herm (Wittfoth, McGowan – 5 gegen 4), 2:3 (49.) Järveläinen (Gams), 3:3 (57.) Karlsson (Gläser – 5 gegen 4), 4:3 (60.) Heider (Karlsson).







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