Stark dezimierte Tigers besiegen Spitzenteam

Abgefälschte Weitschüsse von Simon Mayr waren das Erfolgsrezept für drei der ersten vier Tigers-Treffer. In der 26. Minute jubelte Tim Richter (Mitte), nachdem er Ravensburgs Torwart Jonas Langmann (rechts) auf diese Weise zum 2:0 überwunden hatte. Foto: Peter Kolb

EISHOCKEY. Die ganz große Überraschung ist es ja schon nicht mehr, wenn die Bayreuth Tigers in der DEL2 umso besser zu spielen scheinen, je stärker der Gegner ist. Aufgrund der aktuellen Umstände war ihr Sieg am Sonntagabend gegen den Titelanwärter Ravensburg Towerstars mit 5:3 (1:0, 4:1, 0:2) aber trotzdem außergewöhnlich, um nicht zu sagen sensationell.




Schließlich stand den Gastgebern lediglich ein Rumpfteam mit 13 Feldspielern zur Verfügung, da im Vergleich zum ohnehin nicht kompletten Aufgebot vom Freitag in Kaufbeuren (4:3) auch noch der verletzte Mark Heatley sowie die erkrankten Sebastian Busch und Luca Gläser fehlten. Demgegenüber hatten die Ravensburger nicht nur fünf Spieler mehr im Aufgebot, sondern auch einen Grund für ganz besondere Motivation. Schließlich hatte der souveräne Tabellenführer der ersten Saisonhälfte gerade seine Titelambitionen sehr deutlich unterstrichen, indem er sich als Tabellendritter mit der immer noch höchsten Punktzahl pro Spiel am Samstag von Trainer Jiri Ehrenberger trennte.

„Wir haben sehr, sehr clever gespielt“, zollte Tigers-Trainer Petri Kujala seiner Mannschaft „Riesenrespekt“. „Wir haben gutes Powerplay gespielt und zum richtigen Zeitpunkt die Tore erzielt. Ich möchte mich dafür entschuldigen, dass wir im letzten Drittel etwas passiv gespielt haben, aber mit nur zwei Reihen geht es nicht anders.“



Schon die 1:0-Führung der Tigers nach dem ersten Drittel war hochverdient. Das Rumpfteam hielt nicht nur die defensive Ordnung in allen Zonen so gut, dass Torwart Timo Herden keine einzige ernsthafte Prüfung bestehen musste (bei überhaupt nur fünf Torschüssen), sondern erspielte sich seinerseits eine Reihe klarer Chancen. Mit dem 1:0, bei dem Ville Järveläinen einen Weitschuss von Simon Mayr abgefälscht hatte, war der Favorit somit nach 20 Minuten gut bedient.

Trotzdem konnte freilich niemand damit rechnen, dass die Bayreuther den Gegner im zweiten Abschnitt regelrecht abschießen würden. Die Towerstars waren zwar mit sichtlichem Bemühen um mehr Offensivdruck gestartet, wurden dabei jedoch durch eine Strafzeit gestoppt. Diese Gelegenheit nutzten die Tigers mit starkem Powerplay, das letztlich wiederum durch einen abgefälschten Weitschuss von Mayr zum Erfolg führte. Damit begann eine spektakuläre Phase, in der die Bayreuther innerhalb von 3:10 Minuten noch zwei Tore zum 4:0 nachlegten und weitere 2:10 Minuten später nur 20 Sekunden nach dem ersten Gegentor das 5:1 folgen ließen. Dazwischen gab es sogar noch weitere gute Möglichkeiten, so dass die folgende Auszeit der Gäste mit einem Torwartwechsel sicher nicht als Kritik an ihrem Schlussmann Jonas Langmann zu verstehen war.



Im letzten Drittel wurde der Bayreuther Minikader zusätzlich dezimiert, als Benjamin Kronawitter ohne unmittelbare gegnerische Einwirkung hinter dem Tor hängen blieb und vom Eis geführt werden musste. Doch auch mit zwölf Feldspielern blieben die Tigers laufstark genug, um immer wieder für Entlastung sorgen zu können. Zwar musste sich Timo Herden allmählich häufiger auszeichnen und benötigte mitunter auch etwas Glück, aber große Sorgen um den Bayreuther Sieg musste man sich nicht machen.

Statistik

Bayreuth Tigers: Herden – Heider, Karlsson; Martens; Mayr; Veisert – Kunz, Kolozvary, Bartosch; Järveläinen, Rajala, Gams; Richter, Kronawitter.

Ravensburg Towerstars: Langmann (31. Boehm) – Sturm, Keller; Supis, Kokes; Pozivil, Kolb – Mayer, Driendl, Pompei; Just, Czarnik, Zucker; Svoboda, Hinse, Pfaffengut; Schwamberger, Brunnhuber, Pokorny.

SR: Kannengießer, Kohlmüller; Strafminuten: Bayreuth 18, Ravensburg 12; Zuschauer: 1364.

Tore: 1:0 (12.) Järveläinen (Mayr, Martens), 2:0 (26.) Richter (Heider, Mayr – 5 gegen 4), 3:0 (28.) Järveläinen (Karlsson, Martens – 5 gegen 4), 4:0 (29.) Kronawitter (Mayr, Richter), 4:1 (31.) Pozivil (Hinse, Svoboda), 5:1 (31.) Rajala (Gams), 5:2 (51.) Pozivil (Just), 5:3 (60.) Zucker (Sturm – 6 gegen 4).

Kandidat für Nachverpflichtung stellt sich vor

In der zweiten Drittelpause äußerte Tigers-Geschäftsführer Matthias Wendel, dass heute ein erster Kandidat für eine mögliche Nachverpflichtung in Bayreuth erwartet werde, der sich ab morgen beim Probetraining empfehlen könne.







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