Kulmbacher Unfallstatistik: Alkohol kostet vier Leben

Zwei Menschen verloren im Juli ihr Leben, als ihr Auto bei Schwandt gegen einen Baum prallte. Die Ursache des schrecklichen Unglücks war schnell geklärt: Der 52-jährige Fahrer hatte mehr als 2,3 Promille Alkohol im Blut, als er morgens gegen 6.45 Uhr die Kontrolle über sein Fahrzeug verlor. Foto: Archiv/Melitta Burger

KULMBACH. Bei den Unfällen mit Personenschäden ist ein leichter Rückgang zum Vorjahr zu verzeichnen. Dies sagt ein Blick in die der Verkehrsunfallstatistik im Landkreis Kulmbach für das Jahr 2018. Auch die Zahl der Verletzten ist gesunken. Und es gab weniger Unfälle, die auf Raserei zurückzuführen sind. Aber die Unfallstatistik weist auch Zahlen aus, die zu denken geben.





Sieben Unfälle mit tödlichem Ausgang haben sich im Landkreis Kulmbach ereignet. Acht Menschen verloren dabei ihr Leben. Zwei dieser Unfälle ereigneten sich im Bereich der Polizeiinspektion (PI) Kulmbach, fünf im Bereich der PI Stadtsteinach. Das ist ein Höchststand aus den vergangenen zehn Jahren. 2017 starben vier Personen bei drei Unfällen. „Vier dieser Toten gehen allein auf Alkoholeinfluss zurück“, sagt der Verkehrssachbearbeiter der Kulmbacher Polizei, Klaus-Peter Lang. Deswegen wird die Polizei auch in diesem Jahr wieder regelmäßig Alkohol- und auch Tempokontrollen durchführen, kündigt er an.




Nachts von der Straße abgekommen

Im April fanden Verkehrsteilnehmer an einem Sonntagmorgen am Fahrbahnrand der B 303 bei Ziegelhütte ein völlig demoliertes Auto. Ein Mann lag leblos daneben. Der 21-Jährige hatte sich mit seinem Skoda mehrfach überschlagen und war, weil nicht angeschnallt, aus dem Auto geschleudert worden. Der Mann hatte mehr als 1,3 Promille Alkohol im Blut.

Auch bei dem Unfall, der im Januar 2018 auf der B 85 zwischen Kirchleus und Weißenbrunn das Leben des 19-jährigen Fahrers ausgelöscht hat, war Alkohol im Spiel, sagt die Polizei. Irgendwann in der Nacht war der junge Mann mit seinem Auto von der Straße abgekommen. Auch er wurde erst am Morgen tot entdeckt.




Fahrer hatte 2,3 Promille

Der folgenschwerste Unfall, der auf massiven Alkoholeinfluss zurückzuführen war, geschah im Juli bei Schwand. Ein Auto, in dem drei Menschen saßen, prallte mit großer Wucht gegen einen Baum. Ein 30-jähriger Mitfahrer starb noch am Unfallort. Der 52-jährige Fahrer erlag später seinen schweren Verletzungen. Nur der Dritte überlebte. Der Fahrer hatte mehr als 2,3 Promille Alkohol im Blut.

Doch nicht nur die spektakulären tödlichen Alkoholunfälle geben Anlass zur Sorge. Die Anzahl der alkoholbedingten Verkehrsunfälle im Landkreis Kulmbach ist im vergangenen Jahr auf 25 (2017: 22) gestiegen, berichtet die Polizei. Dabei wurden bei 12 Unfällen (2017: 6) insgesamt 16 Personen (2017: 8) verletzt.




Polizei will verstärkt gegen betrunkene Fahrer vorgehen

Dem gegenüber stehen 143 sogenannte folgenlose Trunkenheitsfahrten. Bei den Verkehrsteilnehmern wurden Blutentnahmen und gerichtsverwertbare Alkoholtests durchgeführt, die jeweils in einem Straf- beziehungsweise Bußgeldverfahren endeten. In diesen Zahlen enthalten sind auch 31 Verkehrsteilnehmer, die unter Drogeneinfluss fuhren. Die Polizei konnte auch etliche Trunkenheitsfahrten und damit möglicherweise weitere schlimmere Unfälle verhindern. 17 betrunkene Fahrer wurden gestoppt, bevor sie sich ans Steuer setzen konnten. Die Polizei nahm ihnen die Fahrzeugschlüssel weg.

Die Bilanz aus dem vergangenen Jahr mache deutlich, dass verstärkte Kontrollen sowohl was Alkoholfahrten als auch was überhöhte Geschwindigkeit angeht, weiterhin nötig sind und auch stattfinden, sagt Klaus-Peter Lang. „Niemand soll sich gegängelt fühlen, aber diese Kontrollen sind im Bereich der Prävention wichtig. So kann man den einen oder anderen Unfall vielleicht verhindern und die Fahrer sensibilisieren, sich nicht ans Steuer zu setzen, wenn sie getrunken haben.“ Auch der Raserei sagt die Polizei weiterhin den Kampf an.

Zusammenfassend könne nach Angaben des Verkehrssachbearbeiters allerdings festgehalten werden, dass sich die Verkehrssicherheitsarbeit im Landkreis Kulmbach insgesamt gesehen bewähre.




Weniger Verletzte

Mit 244 Unfällen mit Personenschaden im Landkreis Kulmbach ist ein leichter Rückgang von 0,4 Prozent (2017: 245) zu verzeichnen. Als sehr erfreulich sieht es Verkehrssachbearbeiter Klaus-Peter Lang dabei an, dass sich die Zahl der dabei verletzten Personen in allen Bereichen um 10,5 Prozent auf 315 Personen verringerte (2017: 352).

Der Anteil der Schwerverletzten fiel auf 57 Personen (2017: 60), die Anzahl der Leichtverletzten um 11,6 Prozent auf 258 Personen (2017: 292). Dagegen stiegen im Landkreis Kulmbach die schwerwiegenden Verkehrsunfälle mit Sachschaden um 14,1 Prozent auf 519 (2017: 455) an, informiert die Polizei für das Gebiet des Landkreises Kulmbach