22. Januar 2020 - 02:42

Nach mutmaßlicher Misshandlung in den Himmelkroner Heimen: Tatverdächtige soll wieder als Pflegerin tätig sein

Foto: Reporter24

HIMMELKRON, LKR KULMBACH. Heftige Vorwürfe halten sich seit Ende letzten Jahres gegen Beschäftigte der Himmelkroner Heime. Eine Praktikantin will gesehen haben, dass Schwerbehinderte geschlagen, misshandelt und beschimpft wurden. Die Beschuldigte Gabriele H., eine Pflegerin, wurde zunächst suspendiert und arbeitet nun sei Anfang Februar wieder als Gruppenleiterin. Dafür wurden andere Mitarbeiter versetzt, die angeblich zur Tataufklärung beitragen wollten. Nun ermittelt die Kripo in dem Fall.




Laut Informationen, die unserer Zeitung vorliegen, soll die Praktikantin die Vorkommnisse in ihr Berichtsheft geschrieben haben, wo es Beschäftige der Einrichtung schwärzen wollten. Dennoch sei die Angelegenheit bekannt geworden und die Diakonie Neuendettelsau, Betreiber der Himmelkroner Heime, habe die Eltern der betroffenen Bewohner informiert. Dabei soll es sich um schwerbehinderte Jugendliche bzw junge Erwachsene handeln. Sie seien verhöhnt und beschimpft worden, sogar von Schlägen ist die Rede.



Thomas Schaller, Pressesprecher der Diakonie Neuendettelsau, bestätigte, dass es zwei Vorfälle im Herbst 2018 gab. Menschen, die dabei waren, stellten die Geschehnisse auf unterschiedliche Weise dar. Die Diakonie habe die Heimaufsicht informiert und über die Betreuer Anzeige erstatten lassen. „Aus strafrechtlicher Sicht gilt zunächst die Unschuldsvermutung“, betonte Schaller. Die Diakonie habe Transparenz hergestellt; den Vorwurf der Mütter, sie sollten mundtot gemacht werden, wies er zurück.

Die Behauptung, vier Pflegerinnen seien strafversetzt worden, wies Schaller ebenfalls zurück. Es habe zwei Versetzungen gegeben, eine Pflegerin habe selbst gekündigt. Die Situation in der Wohngruppe sei sehr belastet gewesen. Um die Teams arbeitsfähig zu halten, sei es zu Versetzungen gekommen.




Als H. beurlaubt wurde, haben sich die Wogen zunächst geglättet. Seit Anfang Februar sei die Pflegerin aber wieder im Dienst. Für die Angehörigen der mutmaßlich misshandelten Kinder ein Schlag ins Gesicht. Laut Informationen unserer Zeitung, haben sie jetzt Anzeige erstattet. Die Pressestelle des Polizeipräsidiums Oberfranken bestätigte dies auf Nachfrage. Zuständig sei die Kriminalpolizei in Bayreuth. Details zum Ermittlungsstand oder zur Person wollte man zunächst aber nicht veröffentlichen.

Die Diakonie habe die Vorwürfe arbeitsrechtlich geprüft und die Pflegerin daraufhin wieder am Arbeitsplatz eingesetzt. Schaller sprach von „Einzelfällen“, entsprechende Vorwürfe gegen das Personal kämen sehr selten vor. Die Vorwürfe würden immer geprüft, Heimaufsicht und Ermittler eingeschaltet.







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