Nach Brand in Ärztehaus: Umfangreiche Kernsanierung notwendig

Foto: red

PEGNITZ. Nach dem Brand in einem Pegnitzer Ärztehaus ist das Ausmaß des Schadens jetzt deutlich. Wie die Hausverwaltung im Gespräch mit Reporter24 mitteilte, kann das Gebäude zwar gehalten werden, eine umfangreiche Sanierung wird aber bis zum Jahresende andauern. 




Als am Donnerstag erste Fachfirmen die Brandschuttbeseitigung aufnahmen, war den Mietern des Ärztehauses der Schock noch anzusehen. Mit großen Nasssaugern wurden Löschwasser und Schaum aus dem Gebäude verbracht. „Das wird noch eine ganze Woche in Anspruch nehmen, bis wir die Schadstoffe und den ersten Schutt beseitigt haben“, sagt Hausverwalter Peter Vogt. Er ist Geschäftsführer von Artus Immobilien und für die weitere Abwicklung zuständig. In Kürze soll ein Notdach errichtet werden, sagt Vogt. Denn schon bald soll es regnen und dann ist mit weiterem Schaden zu rechnen.

Abriss sei kein Thema 

Laut einem Zeitungsbericht der Nürnberger Nachrichten, müsse das Gebäude vermutlich abgerissen werden. Das Portal nordbayern.de beziehe sich dabei auf die Aussagen von Bau- und Versicherungsexperten, wonach das stattliche Gebäude „…komplett abgerissen und neu aufgebaut werden muss“.  Allerdings wurde hier bereits in der Schlagzeile in Frageform berichtet. Dennoch nahmen das einige andere Medien zum Anlass, einen Abriss zu „diagnostizieren“.

Von einem Abriss will der Hausverwalter nichts wissen. Er habe jetzt Fachfirmen für die Entsorgung beauftragt und das Notdach in Auftrag gegeben. Laut seinen Angaben, habe auch die Feuerwehr einen solchen ersten Verdacht geäußert. Zwar würde die Kernsanierung Monate dauern, aber die Gebäudesubstanz sei stabil. Vogt rechnet damit, dass die Sanierung mehrere Monate andauern werde. „Ich hoffe, dass wir bis Weihnachten wieder alle Mieter einziehen lassen können“.



Nicht der erste Gebäudeschaden

Doch nicht alle haben offenbar noch Interesse an einem Mietverhältnis. Für Alexandra Körber, die Besitzerin des Blumenladens „Blütenzauber“ ist das jetzt schon der dritte Gebäudeschaden, wie sie sagt. Zweimal sei der Keller unter Wasser gestanden, der Schaden bis heute nicht reguliert worden. Zwar habe sie zusätzlich eine Inventarversicherung gehabt, diese greife aber erst ab 5.000 Euro. „Bei den Überschwemmungen lagen wir jeweils drunter“, sagt Körber. Daraufhin habe sie die Versicherung gekündigt. Auch jetzt nach dem Brand sei der Schaden im Geschäft überschaubar. Der Ausfall bedrohe aber Körbers Existenz, wie sie sagt. „Zwei bis drei Monate hätten wir überbrücken können, aber nicht ein ganzes Jahr“.

„Blütenzauber“ gibt auf 

Besonders schmerzhaft sei jetzt das verlorene Geschäft rund um den Valentinstag und das Frühjahr. Gemeinsam mit ihrem Mann sucht die Floristin nun nach einer neuen Ladenfläche im Raum Pegnitz. Aus dem Ärztehaus am Böllgraben wollen sie „so schnell wie möglich raus“. Wer also einen heißen Tipp für das Paar hat, kann sich unter redaktion@reporter-24.com melden.

Wie bereits berichtet, sind die übrigen Mieter alle gut versichert und versorgt. So ist der 75-jährige Bewohner aus der Brandwohnung auf dem Wege der Besserung und auch seine junge Nachbarfamilie konnte durch eine Soforthilfe der Versicherung erstmal aufatmen. Auch die Zahnarztpraxis ist durch eine Ausfallversicherung erstmal gerettet. Ob der ehemalige Allgemeinarzt sein Inventar noch verkaufen kann, ist fraglich. Je höher die Räume liegen, desto mehr Schaden wird deutlich.



Brandursache unklar 

Warum das Feuer ausbrach, ist weiterhin unklar. Wie ein Sprecher des Polizeipräsidiums Oberfranken auf Nachfrage von Reporter24 mitteilte, laufen die Ermittlungen weiter. Dazu begutachte man unter anderem den Brandschutt und befrage auch Anwohner und Zeugen. Erste Ergebnisse seien frühestens in der nächsten Woche zu erwarten. Die Schadenshöhe liege aber auf jeden Fall im Millionenbereich.

Denkbar sei laut einem Mieter der neu angeschlossene Fernseher eines Bayreuther Fachmarktes. Im Wohnzimmer des 75-Jährigen ist laut dessen Angaben der Brand ausgebrochen. Er sei Nichtraucher und auch sonst habe er keine elektrischen Geräte, außer dem neu installierten Fernseher. Die Polizei ermittelt.







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