24. August 2019 - 06:19

Hinten Herden, vorne Kronawitter: Tigers gewinnen in Kaufbeuren mit 4:3

Auf dem Weg zum 4:3: Bayreuths Benjamin Kronawitter umkurvt ESV-Keeper Marc-Michael Henne. Foto: Peter Kolb

EISHOCKEY. Die Bayreuth Tigers haben ihre Vorliebe für Spitzenmannschaften ein weiteres Mal eindrucksvoll unter Beweis gestellt und gleichzeitig ein dickes Ausrufezeichen im Kampf um die Nichtabstiegsplätze in der DEL2 gesetzt. Die Mannschaft von Trainer Petri Kujala gewann am Freitag beim zuletzt formstarken Tabellendritten ESV Kaufbeuren dank einer leidenschaftlichen Vorstellung verdient mit 4:3 (0:1; 3:1; 1:1).




Zwei Treffer von Benjamin Kronawitter und eine herausragende Torhüterleistung von Timo Herden ebneten den Bayreuthern den Weg zum siebten Sieg im achten Spiel in Folge. Einen Spieler hervorheben aus seinem Team wollte der Bayreuther Trainer bei seiner Analyse aber nicht. „Die ersten 40 Minuten waren wir gut, die letzten 20 Minuten haben wir gekämpft“, brachte Petri Kujala die Vorstellung seiner Tigers auf den Punkt und ergänzte: „Ich wäre mit einem Punkt hier zufrieden gewesen, die Jungs aber wollten ein bisschen mehr.“

Alles andere als zufrieden war hingegen Kujalas Pendant Andreas Brockmann. „Bayreuth war die insgesamt bessere Mannschaft. Wir waren zwei Drittel lang nicht bereit und haben nur ein gutes letztes Drittel gespielt. So haben wir den Sieg auch nicht verdient“, sagte der Kaufbeurer Trainer, der zunächst aber hatte jubeln können, als ein von Markus Lillich auf Hüfthöhe gekonnt abgefälschter Schlenzer den Spielverlauf des ersten Drittels auf den Kopf stellte. Denn dank des Geniestreichs des 19-jährigen Kaufbeurer Außenstürmers lag die Heimmannschaft ab der 6. Minute in Front, und das obwohl die Tigers weitaus mehr vom Spiel hatten und auch offensiv wesentlich deutlicher in Erscheinung traten als der Tabellendritte.




Imponierende Defensivarbeit der Bayreuther

Imponierend war vor allem, wie die Gäste mit einer Mischung aus aggressivem Forechecking und schnellem Umschaltspiel nach eigenem Scheibenverlust verhinderten, dass die Allgäuer gefährlich vor ihr Gehäuse kamen. Und schaffte es doch einmal ein Kaufbeurer vor das Bayreuther Tor, so wie Ossi Saarinen in der 13. Minute per sehenswerter Einzelleistung, war Torhüter Timo Herden zur Stelle. Woran lag es also, dass die Bayreuther zur ersten Pause hinten lagen? Einmal mehr an der Chancenverwertung! Alleine Goldhelm Ville Järveläinen scheiterte drei Mal aussichtsreich an und vor ESV-Torhüter Marc-Michael Henne.

Dass auch Henne nur ein Mensch ist, zeigte sich 45 Sekunden nach Beginn des Mitteldrittels: Martin Heider startete einen Alleingang aus dem eigenen Drittel, zog aus der Halbdistanz ab und traf in den linken oberen Torwinkel. Komplett gedreht hatten die Tigers die Partie fünf Minuten später, als Järveläinen eine 5:3-Überzahlsituation schon nach wenigen Sekunden mit dem 2:1 belohnte. Danach hatte Juuso Rajala die Großchance, sogar auf 3:1 zu erhöhen. Der Center aus der zweiten Reihe traf nach feinem Solo aber nur den Pfosten. Anstatt mit zwei Toren in Führung zu gehen, kassierten die Tigers keine 30 Sekunden nach Rajalas Großchance das 2:2, als Lillich bei einer vor dem Bayreuther Tor kullernden Scheibe am schnellsten reagierte. Dass die Gäste trotzdem mit einer Führung in die zweite Pause gingen, lag an Benjamin Kronawitter, der einen starken Alleingang mit einem satten Handgelenkschuss in den Winkel krönte.




Fragwürdiger Kaufbeurer Ausgleichstreffer

Die Konsequenzen der erneuten Bayreuther Führung bekam zu Beginn des Schlussabschnitts vor allem Herden zu spüren. Der Bayreuther Torhüter sah sich jetzt wütenden Angriffen der nun wesentlich aggressiveren Allgäuer ausgesetzt. Der 24-Jährige hielt seinen Kasten zumindest bis zur 47. Minute sauber. Dann bugsierte Florin Ketterer eine vor dem Bayreuther Tor senkrecht in die Luft fliegende Scheibe volley in die Maschen. Es war ein äußerst fragwürdiger Treffer, denn Ketterer traf die Scheibe über eigener Schulterhöhe. Das Bemerkenswerte: Der erneute Ausgleich brachte die Tigers zurück ins Spiel. Sie agierten fortan wieder auf Augenhöhe, erarbeiteten sich selbst Chancen, waren hinten aber auch weiterhin auf Herdens Hilfe angewiesen. Der parierte mehrmals glänzend und ermöglichte seinem Team somit den Siegtreffer. Den markierte der auffällige Benjamin Kronawitter per Bauerntrick in Überzahl.



ESV Kaufbeuren: Henne – Ketterer, Stach; DePaly, Pfaffengut; Haase, Messing; Koziol – Saarinen, Gracel, Blomqvist; Lillich, Thiel, Schmidle; Oppolzer, Billich, Schäffler; Wolter.

Bayreuth Tigers: Herden – Martens Heider; Karlsson, Veisert; Mayr – Kunz, Kolozvary, Bartosch; Järveläinen, Rajala, Heatley; Gams, Busch, Richter; Kronawitter, Gläser.

SR: Gogulla, Gossmann; Strafminuten: Kaufbeuren 8; Bayreuth 6;

Zuschauer: 2663.

Tore: 1:0 (6.) Lillich (DePaly, Thiel), 1:1 (21.) Heider, 1:2 (26.) Järveläinen (Bartosch, Karlsson – 5 gegen 3), 2:2 (29.) Lillich (Ketterer, Schmidle), 2:3 (34.) Kronawitter (Richter, Kunz), 3:3 (47.) Ketterer (Gracel, Blomqvist – 5 gegen 4), 3:4 (56.) Kronawitter (Martens, Rajala – 5 gegen 4).







Hinterlasse jetzt einen Kommentar

Kommentar hinterlassen