Europäischer Tag des Notrufs: Schnelles Wählen als wichtiger Teil der Rettungskette

Foto: Tobias Grosser

OBERFRANKEN. Sind Menschen schwer verletzt oder erkrankt, ist eine medizinische Versorgung notwendig. Besonders bei einer Bewusstlosigkeit oder einem Atemstillstand kommt es darauf an, frühzeitig den Rettungsdienst zu rufen, um eine schnelle notfallmedizinische Versorgung zu gewährleisten.




„Das Wählen der 112 ist dabei ein wichtiger Schritt in der Rettungskette. Nur so wird gewährleistet, dass die Erste Hilfe durch Laien schnell von der professionellen Hilfe des Rettungsdienstes ergänzt wird“, erklärt Andreas Dennert, Rettungsdienstexperte der Johanniter in Oberfranken. Die Rettungskette beschreibt dabei kurz und knapp die Tätigkeiten des Ersthelfers:

  1. Schützen: Verschaffen Sie sich einen Überblick über die Situation und versuchen Sie, die Lage einzuschätzen. Dabei unbedingt beachten: Eigenschutz ist immer das oberste Gebot.
  2. Melden: Wählen Sie die 112 und informieren Sie die Rettungskräfte.
  3. Helfen: Kontrollieren Sie Bewusstsein und Atmung. Prüfen Sie, ob weitere Verletzungen vorliegen. Anschließend beginnen Sie mit den Erste-Hilfe-Maßnahmen.

Wenn eine lebensbedrohliche Situation eintritt, muss in jedem Fall die 112 gewählt werden. Dazu gehören zum Beispiel Bewusstlosigkeit, ein Herz-Kreislauf-Stillstand, Probleme in der Brust wie schwere Atemnot oder ein Herzinfarkt. Aber auch schon eine Verletzung, die über eine Bagatelle hinausgeht, zum Beispiel eine starke Blutung. Kurz: alles, was lebensbedrohlich ist oder werden kann, erfordert eine schnelle notfallmedizinische Behandlung.




Bestimmte Angaben am Telefon besonders wichtig

Andreas Dennert, seit fast 30 Jahren als Einsatzleiter im Rettungsdienst tätig, weist darauf hin: „Je besser die Rettungskette funktioniert, desto höher sind die Heilungschancen desPatienten. Daher sollte man, ob bei einem Unfall oder einem medizinischen Notfall, die Telefonnummer 112 wählen.“ Durch den Notruf wird der Rettungsdienst alarmiert. Die Rettungsleitstelle benötigt dazu folgende Angaben vom Anrufer:

  • Wo ist es passiert?
  • Was ist passiert?
  • Wie viele Verletzte/ Erkrankte gibt es?
  • Welche Verletzungen/ Erkrankungen konnten Sie entdecken?
  • Warten auf Rückfragen

Andreas Dennert rät: „Auch wenn das Unfallopfer auf den ersten Blick Unterstützung ablehnt, bleiben Sie am Unfallort, reden Sie mit dem Verunfallten und warten Sie ein paar Minuten ab. Sind Sie unsicher, wählen Sie die 112. Das professionelle Rettungsdienstpersonal kann die Situation besser einschätzen und transportiert den Patienten, wenn notwendig, gleich in ein Krankenhaus für weiterführende Untersuchungen.“

Um im Ernstfall schnell handeln und richtig helfen zu können, rät der Johanniter, die eigenen Erste-Hilfe-Kenntnisse regelmäßig aufzufrischen.




Zum Europa-Notruftag haben sich auch die deutschen Feuerwehren etwas einfallen lassen. Sie wollen mit einem Twitter-Gewitter Aufmerksamkeit erzeugen. Unter den Hashtag #112live berichten die Kameraden über ihre Arbeit und das Leben als Lebensretter.

Erste Hilfe und Breitenausbildung

Im Jahr 2017 wurden 431.000 Menschen bei den Johannitern in Erster Hilfe geschult, davon mehr als 12.000 Kinder und Jugendliche in Schulen. Mehr als 14.000 Eltern wurden in unseren Erste-Hilfe-am-Kind-Kursen trainiert, um in Kindernotfällen schnell und sicher reagieren zu können. Mehr Infos zur Ersten Hilfe finden Sie hier: www.johanniter.de/erstehilfe.







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