Autofahrer missachten Verkehrsregeln: Kreisel am WIV-Gelände bleibt gefährlich

Die Fußgänger und Radfahrer werden am Kreisel von den Autofahrern ignoriert. Die aufgemalte Mittelinsel findet bei den Autofahrern kaum Beachtung. Foto: Martin Burger

PEGNITZ. Der untere Kreisverkehr am WIV-Gelände bleibt ein wichtiges Thema in der Bevölkerung. Zuletzt bei der jüngsten Bürgerversammlung gab es einige Stimmen, die sich kritisch dazu äußerten. Darunter Margarete Schelter-Goldfuß, die des Öfteren gefährliche Fahrmanöver an dieser Stelle beobachtete. Gerade für Fußgänger sei eine Überquerung des Kreisverkehrs ein Drahtseilakt.





Bereits vor ein paar Jahren hat die Redaktion darüber berichtet, dass Fußgänger am Kreisverkehr von Autofahrern übersehen werden. Im Zuge der Recherche wurden drei Testpersonen gebeten, die Fahrbahn zu überqueren. Mit hoher Geschwindigkeit fuhren damals die Autos in den Kreisverkehr und mit Schwung wieder hinaus – die Fußgänger waren sich selber überlassen. Dazu erklärt Matthias Zeilmann von der gleichnamigen Fahrschule: „Eigentlich gilt, dass die Mittelinsel nicht überfahren werden darf, auch wenn sie nur aufgemalt ist.“ Und weiter: „Beim Ausfahren muss auf dort querende Fußgänger und Radfahrer geachtet werden. Diese haben nach der Straßenverkehrsordnung Vorrang.“ Vor Ort sehe man von dieser Regelung recht wenig. So bretterten etliche Fahrer an den Fußgängern vorbei, ohne Anstalten zu machen anzuhalten.



Sicht ist eingeschränkt

„Der WIV-Kreisverkehr ist einfach schwer zu überqueren“, sagt Schelter-Goldfuß. „Es wird zu schnell eingefahren. Vor allem die Galgengasse ist sehr unübersichtlich.“ Autofahrer würden hier, ohne die nötige Sicht zu haben, zu schnell in den Kreisverkehr einfahren. Die Garage eines Hauses würde zu weit vorstehen und die Sicht blockieren. Eine vorausschauende Einfahrt sei, ohne zu bremsen, einfach nicht möglich. Es gebe natürlich zivilisierte Autofahrer, diese würden aber zur Minderheit gehören, sagt sie. „Als Fußgänger sieht man die Autos nicht und als Autofahrer sieht man auf den letzten Metern erst überhaupt irgendetwas“, sagt Schelter-Goldfuß. Sehr oft musste sie verschreckt einen Sprung zurück machen, da ein Auto einfach in den Kreisverkehr eingefahren sei. Und weiter: „Vorschläge, die ich auch bei der Bürgerversammlung angebracht habe, wären eine Fußgänger-Warn-Leuchte, Warnschilder oder ganz einfach Zebrastreifen.“



Problematik ist bekannt

Auch Bürgermeister Uwe Raab kennt die Problematik. „Mir fällt immer wieder auf, dass dieser Kreisverkehr zum Teil unverantwortlich schnell befahren und durchfahren wird“, sagt Raab, „ich habe von Anfang an meine Skepsis bekundet“. Zudem war sich Raab auch unsicher, ob die weiße Linie ausreichen würde, um eine angepasste Befahrung zu erreichen. Landratsamt ist zuständig In der Praxis sei es eben nicht so – der Linienführung werde nicht gefolgt. „Es wird mit hohen Geschwindigkeiten der Weg der geraden Durchfahrt gewählt, wobei die durchgezogene Linie regelmäßig überfahren wird“, merkt Raab an. Die Zuständigkeit der Verkehrsregelung liege beim Fachbereich Verkehr des Landratsamtes und dem Staatlichen Bauamt für die Baumaßnahmen. Raab habe nach der Bürgerversammlung eine Stellungnahme der Polizei eingeholt und würde im Nachgang, auf Grund der Ergebnisse, Gespräche mit dem Landrats- und Bauamt führen. „Ich selbst brauche keine neue Einschätzung der Sachlage“, sagt Raab, „ich hoffe, eine Erhöhung der Verkehrssicherheit von Fußgängern und Radfahrern erreichen zu können.“




Der nächste Schritt

Das Landratsamt in Bayreuth sei am Dienstag über die Beschwerden aus der Bürgerversammlung in Pegnitz informiert worden, sagte der stellvertretende Pressesprecher Herbert Retzer. Zudem habe man zur zusätzlichen Absicherung bereits 2013 ein Gefahrenzeichen Fußgänger aufgestellt und eine Markierung einer Fahrstreifenbegrenzung im Innenkreis festgelegt. „Es gab in jüngster Zeit keine Hinweise oder Problemmeldungen an die Verkehrsbehörde“, sagt Retzer. Das Staatliche Bauamt Bayreuth würde gegebenenfalls an einer Verkehrsschau teilnehmen. Dabei würden vor Ort der Kreisel und das Fahrverhalten der Autofahrer begutachtet werden. „Baulich entspricht der Kreisel, einschließlich der Fußgängerquerungen, der Regellösung“, teilte Fritz Baumgärtel vom Staatlichen Bauamt mit.







Hinterlasse jetzt einen Kommentar

Kommentar hinterlassen