22. März 2019 - 06:50

Zurück in der Erfolgsspur: Bayreuth Tigers besiegen Kassel mit 4:1

Foto: Peter Kolb

EISHOCKEY. Es hat ganz den Anschein, als sei der zurückliegende Doppelspieltag mit seinen beiden Niederlagen gegen Dresden (3:5) und in Deggendorf (0:2) nicht mehr als eine leichte Delle in einem sonst sehr stabilen Aufwärtstrend der Bayreuth Tigers gewesen. Am Freitag kehrte die Mannschaft von Trainer Petri Kujala mit einem tadellosen Auftritt gegen die zuletzt formstarken Kassel Huskies in die Erfolgsspur der DEL2 zurück. Obgleich das 4:1 (0:1, 2:0, 2:0) etwas zu deutlich war, verdient war der Sieg, es war der dritte im dritten Spiel gegen die Nordhessen, allemal.




Diese Einschätzung unterstrichen auch beide Trainer. Tim Kehler stellte seiner Mannschaft ein sehr schlechtes Zeugnis aus. „Unsere Leistung heute war inakzeptabel. Die Bayreuther hingegen haben diszipliniert, strukturiert und hart gespielt. Das hat uns so ganz gar nicht geschmeckt. Wir haben gedacht, wir könnten das hier alleine spielerisch lösen“, sagte eine konsternierter Gästetrainer, während Petri Kujala kein Haar in der Suppe bei der Leistungsbewertung seiner Mannschaft fand. „Wir haben den Gegner gut unter Druck gesetzt, haben viel gearbeitet und waren läuferisch sehr stark“, resümierte der Tigers-Coach.




Dessen Team musste aber zunächst einmal einen Rückschlag verkraften. Ein Tor Marke „Zufallsprodukt“ von Sebastien Sylvestre (18.), der eher zufällig und auch noch völlig freistehend im Slot an die Scheibe gekommen war und problemlos vollendet hatte, stellte den Spielverlauf des ersten Drittels komplett auf den Kopf. Denn bis dato hatten die Tigers das überlegene Team gestellt.

Ihre Dominanz war zwar nicht drückend, ihr geordneter Spielaufbau, die gute Scheibenbewegung im Angriffsdrittel und die hohe Aggressivität im defensiven Zweikampfverhalten hätten auf jeden Fall einen Treffer verdient gehabt. Chancen dazu hatten sie. Doch entweder hatten sie wie Ville Järveläinen (2., 8.) und Mark Heatley (7.) ihr Visier nicht richtig eingestellt oder aber Huskies-Torhüter Martin Melichercik war zur Stelle. „Es war wichtig, dass wir uns von diesem Rückstand nicht haben verunsichern lassen, sondern stabil geblieben sind“, sagte Kujala nach der Partie.




Tigers erhöhen den Druck im zweiten Drittel

In der Tat stellten Tigers nach dem Seitenwechsel weiterhin nicht nur das aktivere Team, sie erhöhten nun noch einmal den Druck. Allerdings fanden sie kaum Lücken in der Kasseler Defensive. Erst als Richard Mueller das zweite Mal auf die Strafbank beordert wurde – es war die vierte Strafe für die Kasseler – schlugen die Bayreuther zu: Den Schuss von Kolozvary konnte Melichercik noch parieren, gegen den Abstauber von Martin Heider aber war er machtlos. Und nur 104 Sekunden später hatten die Bayreuther die Partie vollends gedreht, nachdem Tim Richter Melichercik mit einem Schuss aus der Drehung hatte alt aussehen lassen. Danach verpassten es Kolozvary (38.) und Mark Heatley (40.), die Führung auszubauen.

Was sich fast gerächt hätte, denn die Nordhessen kamen mit Wut im Bauch aus der Kabine und setzten sich zu Beginn des Schlussabschnitts zunächst einmal im Bayreuther Drittel fest. Daraus resultierten zumindest zwei gefährliche Abschlüsse durch Mueller (42.) und Tyler Gron (43.). Erst die fünfte Strafzeit gegen die Gäste in der 46. Minute verschaffte den Bayreuthern eine leichte Verschnaufpause. Den Gästen fiel aber ohnehin nicht viel ein – selbst in Überzahl nicht. Im Gegenteil: Ihr Powerplayspiel war so fehlerbehaftet, dass ein Scheibenverlust zur Vorentscheidung führte. Eine 2:1-Kontersituation mit Michal Bartosch schloss Ivan Kolozvary zum vorentscheidenden 3:1 (51.) ab. Das 4:1 durch Juuso Rajala, eine sehenswerte Volleyabnahme, war der Schlusspunkt auf einen rundum gelungenen Abend aus Bayreuther Sicht.



Bayreuth Tigers: Jaeger – Potac, Heider; Mannes, Karlsson; Martens, Mayr; – Bartosch, Kolozvary, Kunz; Heatley, Rajala, Järveläinen; Richter, Busch, Gläser; Gams, Kronawitter, Kirchhofer.

Kassel Huskies: Melichercik – Walters, Reiß; Müller, Heinrich; Dinger, Woidtke; Kraus – Christ, Hennig, Carciola; Mueller, Trivino, Meilleur; Gron, Sylvestre, Povorozniouk; Krüger, Schirmacher, Bödefeld.

SR: Aumüller, Singer; Strafminuten: Bayreuth 8, Kassel 12; Zuschauer: 1350.

Tore: 0:1 (18.) Sylvestre (Gron), 1:1 (34.) Heider (Kolozvary, Busch – 5 gegen 4), 2:1 (36.) Richter, 3:1 (51.) Kolozvary (Bartosch, Heider), 4:1 (58.) Rajala (Järveläinen, Heatley).







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