Tigers verlieren Kellerduell und Felix Linden

Verteidiger Felix Linden (rechts), hier Zweikampfsieger den Deggendorfer Marius Wiederer, absolvierte am Sonntag das vorerst letzte Spiel für die Tigers. Foto: Roland Rappel

EISHOCKEY. Suchte man so etwas wie einen Angstgegner der Bayreuth Tigers in der aktuellen DEL2-Saison, am Deggendorfer SC käme man wohl nur ganz schwer vorbei. Zum dritten Mal in dieser Spielzeit unterlag die Mannschaft von Trainer Petri Kujala dem aktuellen Schlusslicht. Nach 5:7 und 0:7 in den ersten beiden Aufeinandertreffen hieß es am Sonntagabend 0:2 (0:1, 0:0, 0:1) aus Sicht der Bayreuther, die in keiner Phase des Spiels an die Leistungen des Vorwochenendes anknüpfen konnten, als sie gegen zwei Spitzenmannschaften die volle Punktausbeute einfuhren.




Die Chance, einen Schritt in Richtung Nichtabstiegsplätze zu machen, ist damit erst einmal passé. Offensichtlich kam auch die Trainerentlassung in Deggendorf für die Bayreuther zur Unzeit. Einen Tag vor dem Kellerduell nämlich hatte der Aufsteiger seinen Coach John Sicinski beurlaubt und damit offensichtlich schon in diesem richtungsweisenden Spiel für den beabsichtigten Impuls im Abstiegskampf gesorgt. Denn das Schlusslicht war den Gästen vor allem kämpferisch überlegen und landete deshalb einen durchaus verdienten Erfolg.

Das von DSC-Interimstrainer Otto Keresztes – er war bislang Nachwuchstrainer bei den Niederbayern – propagierte „geradlinige Eishockey mit dem Augenmerk auf der Defensive“ setzte seine Mannschaft von Beginn an perfekt um, während die Bayreuther müde und uninspiriert wirkten. „Uns hat heute offensichtlich die Kraft gefehlt, wir waren einfach nicht spritzig genug“, resümierte Petri Kujala treffend. Enttäuschend war es dennoch, dass sein Team gegen spielerisch extrem limitierte Gastgeber in der Offensive so wenig Durchschlagskraft entwickeln konnte.




Tigers ohne Aggressivität und Zielstrebigkeit

Die Partie stand vom Eröffnungsbully weg auf sehr überschaubarem Niveau, wobei die Tigers mehr Scheibenbesitz verzeichneten. Es fehlte ihnen aber schon in der Anfangsphase genau an dem, womit sie bei ihren Überraschungssiegen gegen die Spitzenteams aus Kaufbeuren, Ravensburg und Weißwasser imponiert hatten: an Aggressivität und Zielstrebigkeit. Bezeichnend für die geballte Harmlosigkeit der Gäste waren zwei Überzahlsituationen, die keine einzige nennenswerte Chance zu Tage förderten, und ein eher halbherzig vorgetragener Penalty von Timo Gams, der mit seinem Rückhandschuss DSC-Torhüter Cody Brenner vor keine besondere Herausforderung stellte. So war die 1:0-Führung der ebenfalls wenig überzeugenden Niederbayern, herausgeschossen durch Topscorer Kyle Gibbons (5.) aus spitzem Winkel, verdient.




Der Mangel an Niveau und die Vielzahl an Fehlern nahm im Mitteldrittel noch einmal zu. Zudem rückte nun Bayreuths Torhüter Timo Herden zunehmend in den Fokus. Der 24-jährige hielt seinen Kasten bei Abschlüssen von Aaron Reinig (21.), Josh Brittain (22., 23.), Sergej Janzen (31.) und Curtis Leinweber (37.) allerdings mit einer Mischung aus Glück und Geschick sauber. Weit weniger Arbeit hatte sein Pendant in den zweiten 20 Minuten. Die Gäste wurden nur selten gefährlich, allerdings hatte sich die Kombination über Michal Bartosch, der Kevin Kunz (31.) mit der Rückhand im Slot bediente, ebenso das Prädikat „sehenswert“ verdient wie die Parade von Brenner, die am Ende dieser Stafette stand.

Erst im Schlussabschnitt wachten die Bayreuther auf. Just aber als sie zur druckvollen Offensive ansetzten, fuhr ihnen Rene Röthke (46.) in die Parade. Seine leichte Scheibenberührung machte den an sich harmlosen Schuss von Aaron Reinig so scharf, dass Timo Herden keine Abwehrchance hatte. Die Tigers blieben zwar auch nach dem 0:2 die optische überlegene Mannschaft, ihre Abschlüsse – wie beispielsweise von Gams (49.) und Järveläinen (56.) – waren zu unplatziert, um den guten Cody Brenner zu überwinden. Letztlich durfte sich der zuletzt umstrittene 21-jährige Goalie als Matchwinner fühlen, obgleich er auch sehr von der Harmlosigkeit der Tigers-Offensive profitierte.



Vertrag mit Felix Linden einvernehmlich aufgelöst

Verteidiger Felix Linden bestritt in Deggendorf sein vorerst letztes Spiel für die Tigers. Wie der Verein mitteilte, einigte man sich mit dem 24-jährigen einvernehmlich auf eine Auflösung seines Vertrags. Linden, der erstmals in der Saison 2015/16 das Trikot der Bayreuther übergestreift hatte – damals noch im Rahmen einer Förderlizenz-Vereinbarung mit den Lausitzer Füchsen – bestritt 160 Partien für die Tigers, markierte dabei zehn Tore und 24 Vorlagen. Zuletzt kam Linden aber nicht mehr über die Rolle des siebten Verteidigers hinaus.

Deggendorfer SC: Brenner – Reinig, Kasten; Vavrusa, Müller; Stern, Gläßl; Wiederer, Senft – Gibbons, Leinweber, Röthke; Brittain, Gawlik, Litesov; Janzen, Deuschl, Bindels; Brunner, Wolfgramm, Seidl.

Bayreuth Tigers: Herden – Heider, Potac; Karlsson, Mannes; Mayr, Martens; Linden – Kunz, Kolozvary, Bartosch; Järveläinen, Heatley, Rajala; Gams, Busch, Gläser; Kirchhofer, Kronawitter.

SR: Haupt, Holzer; Strafminuten: Deggendorf 8 plus 10 gegen Stern (Faustschlag), Bayreuth 8; Zuschauer: 1817.

Tore: 1:0 (5.) Gibbons (Röthke, Leinweber), 2:0 (46.) Röthke (Reinig, Gibbons).







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