23. Oktober 2019 - 17:56

Sternsinger in Trockau: Manchmal bleibt die Haustür zu

Sternsinger Trockau. Das Bild zeigt (von links) David Kohler, Leon Hoderlein, Paula Kühnlein und Laura Sendelbeck. Foto: Ralf Münch

PEGNITZ. Die Buchstabenkombination C*M*B mit der jeweils passenden Jahreszahl kennt beinahe jeder. Jedes Jahr steht sie über fast jeder Haustür mit Kreide geschrieben. Wenn man sie sieht, dann waren die Sternsinger da. Bei der Trockauer Kirchengemeinde wird das am Sonntag passieren.




„Manche Gemeinden senden ihre Sternsinger auch früher aus. Wir machen das aber immer erst am 6. Januar zu Heilige Drei Könige“, sagt der 
Trockauer Pfarrer Josef Hell. Eine Gruppe ist in Bodendorf unterwegs, drei in Troschenreuth, vier in Büchenbach und noch einmal vier in Trockau – bestehend aus Caspar, Melchior, Balthasar und dem Sternträger.

„Bisher hatten wir in Trockau immer nur drei Sternsinger. Aber heuer haben wir besonders viele Ministranten, die den Part der Sternsinger übernehmen möchten“, sagt der Pfarrer. „Das wundert mich schon ein wenig. Denn Studien zufolge soll ja der Glaube immer schwächer werden.“

Oberministrantin Julia Held ist begeistert: „Als Sternsinger gehen, finde ich faszinierend“, sagt die Schülerin des Pegnitzer Gymnasiums. Sie ist ist eine der älteren Sternsinger. Gemeinsam mit den anderen Oberministranten ist sie mit den Kindern unterwegs, betreut die Kleinen und geht mit ihnen von Haustür zu Haustür.




Der elfjährige David Kohler schlüpft am Sonntag in die Rolle des Melchior, zum dritten Mal ist er dabei. Beim Fototermin hat er noch keine Gesichtsschminke aufgelegt, am Sonntag wird er es machen. Genauso wie der zwölfjährige Leon Hoderlein, der bereits zum vierten Mal mitmacht und als Caspar auftritt, und die 13-jährige Paula Kühnlein, die ebenfalls das vierte Jahr dabei ist. Die neunjährige Laura Sendelbeck trägt einen Stern.

In der Erklärung, warum sie das machen, sind sich alle einig: „Das macht einfach riesigen Spaß.“ Eben durch das Dorf zu gehen und Geschichte zu verbreiten, wie Paula Kühnlein erklärt. Gesungen wird bei den Trockauer Sternsingern nicht. Es werden Texte aufgesagt, die eben die Geschichte erklären.

Um die passende Bekleidung muss man sich keine Gedanken machen. Denn vor zehn Jahren haben sich einige Trockauer Frauen, die nähen können, dazu bereit erklärt, die alten, abgenutzten Kostüme neu zu schneidern. In verschiedenen Größen, sowohl für Caspar als auch für Melchior oder Balthasar. Wenn man bedenkt, dass die Kostüme nur einmal im Jahr an nur einem Tag getragen werden, relativiert sich die Abnutzung. Und mottenfrei werden sie im Pfarrhaus sowieso gelagert.




„Es gibt ab und zu mal Diskussionen, welche Farbe des Kostüms zu welcher Person gehört. Meine Ministrantenkollegin ist da einer ganz anderen Auffassung als ich. Da gibt es von Dorf zu Dorf verschiedene Ansichten“, sagt Julia Held weiter und fügt hinzu, dass da jeder seine Überzeugung des Richtigen hätte. Kaum ein normaler Bürger wird wohl wissen, welche Farbe die richtige für wen ist.

Darum gehe es auch gar nicht, sondern darum, dass die Sternsinger Spenden für das Kindermissionswerk „Die Sternsinger“ sammeln. Das Geld wird schließlich für wichtige Projekte in der Dritten Welt verwendet, wo Kindern zum Beispiel in Uganda oder Sierra Leone geholfen wird.

Spenden als Sternsinger zu sammeln, ist nicht immer ganz einfach. Denn es passiere immer wieder, dass die Haustür nicht geöffnet werde. „Wir stehen immer wieder mal vor der Tür und sie wird nicht aufgemacht“, erzählen David, Leon und Paula aus Erfahrung. „Das ist schon schade“, sagt Julia. Sie kann dies, sowohl aus ihrer früheren Zeit als Sternsingerin als auch als Begleitung der Kinder bestätigen.

„Es passiert schon, dass wir klingeln und merken, dass jemand zu Hause ist, aber die Leute nicht aufmachen. Mir ist aufgefallen, dass das öfter in Neubaugebieten passiert, wo vielleicht auch Menschen hingezogen sind, die den Brauch eventuell nicht kennen.“ In den älteren Ortsteilen passiere das nicht so oft. „Meistens werden wir freundlich empfangen.“







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