Rückschlag im Abstiegskampf: Tigers unterliegen in Freiburg mit 2:4

Da ist es passiert: Bayreuths Torhüter Brett Jaeger (rechts) muss den Nachschuss von Freiburgs Mark Mancari (nicht im Bild) zum 0:1 passieren lassen. Foto: Patrick Seeger

EISHOCKEY. Es bleibt dabei: Kellerkinder sind so ganz und gar nicht die Sache der Bayreuth Tigers. Wieder einmal zog die Mannschaft von Trainer Petri Kujala gegen einen direkten Konkurrenten im Kampf um den DEL2-Klassenerhalt den Kürzeren. Die Bayreuther unterlagen beim EHC Freiburg mit 2:4 (0:0, 2:4, 0:0) und ließen genau das vermissen, was sie zwei Tage zuvor beim 4:1-Sieg gegen Kassel ausgezeichnet hatte: Kaltschnäuzigkeit und Konsequenz.




Oder anders: Einerseits machten die Tigers zu wenig aus ihrer spielerischen Überlegenheit, andererseits offenbarten sie zu viele Schwächen in der Defensive, wobei sich das ganze Dilemma im torreichen Mitteldrittel offenbarte.

Seine Mannschaft, sagte Kujala nach dem Spiel, habe nach den zwei schnellen Gegentoren zu Beginn des Mittelabschnitts etwas „die Nerven verloren“. Die unübersehbaren defensiven Schwächen der Bayreuther in diesem Drittel führten zu zwei weiteren Freiburger Treffern, die in der Rückschau vorentscheidend waren. Ein offensichtlicher Nachteil war auch, dass Kapitän Jozef Potac nach einem Schuss auf den Fuß in der Kabine hatte bleiben müssen. Der Routinier hätte seiner Mannschaft in dieser turbulenten Phase sicherlich gut getan. „Eine Entschuldigung ist das aber nicht“, sagte Kujala, dessen Team im ersten Drittel ein ganz anderes Gesicht gezeigt hatte.

15 Sekunden waren erst gespielt, da landete ein Schuss von Kevin Kunz am Pfosten. Es war ein Fingerzeig – allerdings nur für das Anfangsdrittel. Hier unterstrichen die Bayreuther ihre spielerische und läuferische Überlegenheit durch ein halbes Dutzend erstklassiger Chancen, wobei vor allem Topscorer Ville Järveläinen sein Torekonto signifikant nach oben hätte schrauben müssen. Die Freiburger taten sich schwer, überhaupt ins Bayreuther Drittel zu kommen, weil ihr Aufbauspiel sehr unter dem konsequenten Bayreuther Forechecking litt.



Tim Richter trifft per Abstauber zum 1:1

„Dann aber haben wir einen Weg in diese Partie gefunden“, beschrieb Jan Melichar, Freiburgs Trainer, den Verlauf des Spiels nach dem ersten Seitenwechsel. Marc Mancaris Nachschusstreffer in Überzahl nach 21 Sekunden war Auftakt eines torreichen Abschnitts. Zwar konterte Tim Richter nur 55 Sekunden später ebenfalls mit einem Abstaubertor zum 1:1, danach aber zogen die nun wesentlich aggressiver zu Werke gehenden Freiburger bis auf 4:1 davon, wobei zumindest das 2:1 (24.) durch den im Slot völlig blank stehenden Ex-Bayreuther Sergej Stas und das 3:1 von Ryon Moser (34.), der von der Seite mit Puck vor Jaegers Gehäuse zog und abschloss, das Prädikat „vermeidbar“ trugen. Die Tatsache, dass die Tigers nach Josef Mikyskas 4:1 (35.) – er traf ebenfalls im Nachschuss – klar erkennbar Moral bewiesen, wurde noch vor dem zweiten Seitenwechsel durch Juuso Rajalas Überzahltor belohnt.

Mehr aber gelang den Bayreuthern nicht. „Die Freiburger haben das sehr clever verteidigt, und wir waren nicht zwingend genug“, sagte Kujala, der zwar sah, dass seine Tigers im Schlussabschnitt noch einmal alles nach vorne warfen, der EHC aber leidenschaftlich dagegenhielt. Chancen für die Bayreuther blieben somit Mangelware. Wenn überhaupt einmal ein Schuss auf das Freiburger Gehäuse kam, wie durch Ivan Kolozvary (48., 60.), Kevin Kunz (55.) und Michal Bartosch (56.), war der starke Freiburger Torhüter Matthias Nemec zur Stelle.




So feierten die Freiburger einen verdienten Erfolg, zogen nach Punkten mit den Bayreuthern gleich und sorgten dafür, dass die Tigers nicht näher an den hintersten Nichtabstiegsplatz heranrücken konnten, obwohl die dort platzierten Crimmitschauer in Kaufbeuren mit 1:9 unter die Räder gekommen waren.

EHC Freiburg: Nemec – Mancari, Brückmann; Havel, Kauppila; Rießle, Neher; Bednar – Linsenmaier, Moser, Kunz; Mikyska, Stas, Wittfoth; Neuert, Saccomani, Herm; Seeger, Cihak, Bräuner.

Bayreuth Tigers: Jaeger – Potac, Heider; Mannes, Karlsson; Martens, Mayr – Bartosch, Kolozvary, Kunz; Heatley, Rajala, Järveläinen; Richter, Busch, Gläser; Gams, Kronawitter, Kirchhofer.

SR: Paule, Singer; Strafminuten: Freiburg 6, Bayreuth 10; Zuschauer: 1704.

Tore: 1:0 (21.) Mancari (Linsenmaier, Moser – 5 gegen 4), 1:1 (22.) Richter (Gläser), 2:1 (24.) Stas (Mikyska, Havel), 3:1 (34.) Moser (Linsenmaier, Kunz), 4:1 (35.) Mikyska (Kauppila, Herm – 5 gegen 4), 4:2 (38.) Rajala (Heatley, Karlsson – 5 gegen 4).







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