15. Dezember 2019 - 00:09

Mit Glück und Timo Herden: Tigers besiegen Tölz nach Verlängerung

So viel Torgefahr wie in dieser frühen Szene Ivan Kolozvary (Zweiter von rechts) entwickelten die Bayreuth Tigers mit fortschreitender Dauer des Spiels nur noch selten. Foto: Peter Kolb

EISHOCKEY. Die Bayreuth Tigers haben ihre Siegesserie in der DEL2 auch gegen die Tölzer Löwen fortgesetzt. Gegen das auswärtsschwächste Team der Liga musste die Mannschaft von Trainer Petri Kujala bei ihrem 3:2 (1:0, 0:1, 1:1, 1:0)-Erfolg nach Verlängerung allerdings eine unerwartete Punkteinbuße hinnehmen. Dadurch mussten die Tigers ihren zehnten Tabellenplatz an die Eispiraten Crimmitschau (6:3 gegen Heilbronn) abtreten.




In der Bewertung der Partie waren sich beide Trainer einig: „Verdient war der Sieg eigentlich nicht“, resümierte Petri Kujala. Dessen Bad Tölzer Pendant Scott Beattie sagte, dass seine Mannschaft über 50 Minuten ein mehr als nur ebenbürtiger Gegner gewesen sei. Insbesondere im dritten Drittel habe er ein Schussverhältnis von 15:5 für seine Mannschaft gesehen, sagte der neue Coach der Oberbayern. „Deshalb bin ich auch ein bisschen stolz darüber, wie meine Jungs hier gefightet haben.“

Und in der Tat: Nachdem die Bayreuther in der 57. Minute durchaus schmeichelhaft in Führung gegangen waren, setzten die Gäste alles auf eine Karte und kamen ganze 2,2 Sekunden vor Spielende doch noch zum verdienten Ausgleich. In der Verlängerung allerdings schwächten sie sich durch Strafzeiten gegen Kevin Wehrs selbst und verhalfen den Bayreuthern somit zum Siegtreffer, den Juuso Rajala nach Querpass von Ville Järveläinen besorgte.




Tigers mit vielversprechendem Auftakt

Zu Beginn hatte alles nach einer recht leichten Aufgabe ausgesehen. Die Tigers starteten so wie zuletzt gegen Heilbronn, als sie mit vier Toren im Anfangsdrittel die Weichen zum 6:3-Sieg gestellt hatten: nämlich fulminant. Ein Rückhandschuss von Michal Bartosch nach nur 20 Sekunden, den der Tölzer Torhüter Andreas Mechel bravourös parierte sowie ein Schuss von Benjamin Kronawitter (3.) an den Außenpfosten belegten die klare Dominanz der Bayreuther und mündeten auch ins logische 1:0, das Mark Heatley nach Ville Järveläinens Zuspiel gekonnt mit der Rückhand vollendete. Die Löwen schafften es anfänglich nicht, ihre spielerischen Defizite – vor allem erkennbar beim Aufbau und bei der Penetration ins Offensivdrittel – zu kaschieren. Erst als die Bayreuther die Daumenschrauben etwas lösten, kamen auch die Gäste zu Chancen. Die beste hatte Maximilian Hörmann mit einem Nachschuss, der Tigers-Goalie Timo Herden aus kurzer Distanz zu einer spektakulären Fanghand-Parade zwang.

Im zweiten Drittel aber verschoben sich die Kräfteverhältnisse. Zwar hatten die Tigers zunächst die große Möglichkeit durch Kevin Kunz und Michal Bartosch (22.) auf 2:0 davon zu ziehen, danach aber verloren sie ihre Linie. Sie setzten zunehmend auf Einzelaktionen und hatten dadurch große Probleme, überhaupt ins Drittel der Löwen zu kommen. Zudem schlich sich jetzt die eine oder andere Unaufmerksamkeit in das anfänglich so gute Defensivspiel ein. Und es kam Pech dazu: Denn Florian Strobls Hintertor-Zuspiel in die gefährliche Zone wurde von Timo Herdens Schlittschuh ins eigene Tor abgefälscht. Diesen bis dato leicht schmeichelhaften Ausgleich verdienten sich die Oberbayern in den Folgeminuten. Es war alleine Herden, der in der 38. Minute gegen die frei vor ihm auftauchenden Niklas Heinzinger und Luca Tosto Schlimmeres verhinderte.




Herden hält, was zu halten ist

Das schwächste Auswärtsteam der Liga blieb auch im Schlussabschnitt die aktivere Mannschaft. Die Tigers wirkten ideen- und kraftlos gegen einen Gast, der immer mehr Morgenluft witterte. Es dauerte bis zur 50. Minute, ehe die erste Bayreuther Chance durch Luca Gläser notiert werden konnte. Kaum aber hatte Mechel pariert, stand schon wieder sein Gegenüber im Blickpunkt. Herden hielt, was zu halten war. Zweimal reagierte er in der 52. Minute gegen Yannick Drews (52.) glänzend, hielt seine Mannschaft somit im Spiel und ermöglichte ihr die erneute Führung in der 57. Minute durch Michal Bartosch, der nach sehenswertem Pass von Kevin Kunz aus kurzer Distanz keine Mühe hatte. Damit aber waren der Sieg noch lang nicht unter Dach und Fach. Es brannte weiter lichterloh vor Teufelskerl Herden. Die Tölzer nahmen Mechel vom Eis und schafften es dann ganz zwei Sekunden vor Schluss, die Bayreuther Wand zu überwinden.



Bayreuth Tigers: Herden – Mannes, Karlsson; Heider, Veisert; Mayr, Martens; – Kunz, Kolozvary, Bartosch; Järveläinen, Rajala, Heatley; Richter, Busch, Gams; Gläser, Kronawitter, Kirchhofer.

Tölzer Löwen: Mechel – Borer, Gschmeißner; Wehrs, Heinzinger; Horschel, Schwarz – Schlager, Drews, Sedelmayr; Dibelka, Mac Aulay, Pauli; Tosto, Edfelder, Strobl; Hörmann.

SR: Feistl, Vogl; Strafminuten: Bayreuth 6, Bad Tölz 14; Zuschauer: 1438.

Tore: 1:0 (6.) Heatley (Järveläinen), 1:1 (36.) Strobl (Edfelder), 2:1 (57.) Bartosch (Kunz, Martens), 2:2 (60.) Dibelka (Pauli, Edfelder), 3:2 (63.) Rajala (Järveläinen).







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