Kontrastprogramm: Tigers in Frankfurt und gegen Crimmitschau

Mächtig unter Beschuss stehen wird Tigers-Torhüter Brett Jaeger (Mitte) wohl auch heute wieder bei seinem Ex-Klub Löwen Frankfurt (von rechts Lukas Koziol und Eduard Lewandowski). Foto: Peter Kolb

EISHOCKEY. Eigentlich ist es eine ganz klare Sache: Wenn man nach den jüngsten Ergebnissen geht, gewinnen die Bayreuth Tigers am Freitag ihre Auswärtspartie um 19.30 Uhr bei DEL2-Spitzenreiter Löwen Frankfurt, verlieren dafür dann aber am Sonntag ihr Heimspiel um 16 Uhr gegen den direkten Konkurrenten im Kampf um den sicheren Klassenerhalt, die Eispiraten Crimmitschau.




Wie bereits zum Ende der vergangenen Hauptrunde belegen die Westsachsen als Tabellenzehnter den letzten Pre-Playoffplatz – mit fünf Punkten Vorsprung auf die zwölftplatzierten Tigers. Somit dürfte diese Begegnung wohl zweifellos die weitaus wichtigere sein. „Die Bedeutung ist bei jedem im Kopf“, sagt Trainer Petri Kujala. „Es ist wichtig, dass wir trotzdem die Lockerheit bewahren und die Nerven in den Griff bekommen. Es wird auf Kleinigkeiten ankommen.“ Bei der 2:4-Niederlage am vergangenen Sonntag in Freiburg sei seine Mannschaft sehr gut in die Partie gekommen und habe das Spiel kontrolliert, aber nicht im richtigen Moment Tore gemacht. „Sie waren sehr stark in der Defensive. Und wenn sie dann einmal in Führung liegen, wird es noch schwieriger.“

Doch auch die Eispiraten werden nach der 1:9-Klatsche in Kaufbeuren hoch motiviert sein. Zuvor konnten sie Freiburg mit 5:4 bezwingen, wobei Yannick Mund sein Debüt gab. Der 25-jährige Verteidiger, der die Saison bei den Hannover Indians in der Oberliga Nord begonnen hat, wurde mit einem Probevertrag bis Ende Januar ausgestattet, weil André Schietzold noch verletzt ist und die Dienste von Patch Alber weiterhin beim DEL-Kooperationspartner aus Bremerhaven benötigt werden. Nicht zuletzt die dünne Personaldecke war dafür verantwortlich, dass sich die zwischenzeitlich auf Rang fünf liegenden Crimmitschauer jetzt auf dem zehnten Platz eingependelt haben. Am Sonntag in Bayreuth stehen Trainer Kim Collins aber zumindest die Stürmer Dominic Walsh (6 Tore/15 Assists) und Christoph Kabitzky (3/10) wieder zur Verfügung.



Während Neuzugang Julian Talbot (8/17) die hohen Erwartungen bisher nur bedingt erfüllen konnte, sticht dessen kanadischer Landsmann Rob Flick als Torschütze hervor. Mit 24 Treffern liegt er ligaweit auf Platz fünf hinter Kaufbeurens Sami Blomqvist (28) sowie den Heilbronnern Roope Ranta (25), Greg Gibson und Justin Kirsch (beide ebenfalls 24). Die Anfälligkeit in der Defensive – die Eispiraten kassieren die zweitmeisten Gegentore – wurde auch bei der 1:6-Heimniederlage gegen die Tigers deutlich, die sich damit für das 0:5 (drei Tore Christian Hilbrich, zwei von Flick) auf eigenem Eis revanchierten.

Geburtstagsgeschenke für Jaeger und Bartosch?

Vor der Aufgabe gegen Crimmitschau wartet aber erst einmal das Kontrastprogramm in Frankfurt auf die Bayreuther. Ein besonderes Spiel wird die Partie für Brett Jaeger. Nicht nur, dass die Löwen sein Ex-Klub sind, der Torhüter der Tigers feiert heute auch seinen 36. Geburtstag. „Dann muss ich ihn wahrscheinlich spielen lassen“, sagt Kujala. „Momentan bringen aber beide Torhüter ihre Leistung.“ Und der mögliche Vorteil, dass Jaeger die ehemaligen Teamkameraden aus der vergangenen Saison noch bestens kennt, ist auch nicht allzu groß, haben die Frankfurter doch zahlreiche Spieler sowie den Trainer ausgetauscht.

Und der Erfolg scheint ihnen Recht zu geben. Mit 8:1 demontierte der Zuschauerkrösus am vergangenen Sonntag Ravensburg und übernahm wieder die Tabellenführung von den Schwaben. „Frankfurt war einer der Favoriten und ist nach schlechteren Phasen im Moment sehr gut drauf“, kommt das Abschneiden der Mannschaft seines finnischen Landsmanns Matti Tiilikainen für Kujala nicht überraschend. Beim Kantersieg gegen die Towerstars sei alles zusammengekommen. „Bei Ravensburg war der erste Torwart verletzt, und bei Frankfurt hat einfach alles funktioniert.“



Die Offensivstärke der Frankfurter bekamen auch die Tigers in dieser Saison schon zu spüren: 4:10 verloren sie das erste Duell bei den Hessen, die das beste Powerplay der Liga haben und die zweitmeisten Tore erzielen. Mit dem 36-jährigen Deutsch-Kanadier Adam Mitchell (19/33) und dem noch zwei Jahre älteren ehemaligen Nationalspieler Eduard Lewandowski (15/33) gehören zwei Akteure zu den besten zehn Scorern der DEL2. Aber auch in der Defensive haben die Frankfurter ihre Qualitäten und nicht umsonst die wenigsten Gegentreffer kassiert. Maßgeblichen Anteil daran haben die Torhüter Ilya Andryukhov und Bastian Kucis mit Fangquoten von über 90 Prozent. So reichten den Löwen in Bayreuth zwei Treffer zum 2:1-Sieg.

Neben Jaeger hat übrigens auch Michal Bartosch an diesem Wochenende Geburtstag: Der Bayreuther Stürmer wird am Sonntag 34 Jahre alt.

Auch Kevin Kunz bleibt ein Tiger

Nach Torhüter Brett Jaeger hat jetzt auch Kevin Kunz für ein weiteres Jahr bei den Bayreuth Tigers unterschrieben. Der Vertrag gilt sowohl für die DEL2 als auch für die Oberliga. Der erst 20-jährige Stürmer war vor der Saison vom EHC Timmendorfer Strand aus der Oberliga Nord gekommen und hat sich durch seine harte Arbeit auf dem Eis mittlerweile den Platz in der ersten Reihe neben Michal Bartosch und Ivan Kolozvary erkämpft. „Ich bekomme vom Trainer sehr viel Vertrauen und Eiszeit. Ich kann mich hier in Bayreuth als Eishockeyspieler einfach weiterentwickeln“, wird Kunz in einer Vereinsmitteilung zitiert.




„Zudem passt es im Team, und ich fühle mich sehr wohl – auch in der Stadt, die sehr schön und nicht zu groß ist.“ Anfangs sei es schon eine Umstellung gewesen, mit den erfahrenen Bartosch und Kolozvary zusammenzuspielen. „Inzwischen geht das problemlos. Ich kann von den beiden nur lernen und profitieren.“ Die momentane Stimmung beschreibt Kunz als „im Gegensatz zum Anfang der Saison sehr gut“. Das große Ziel sei natürlich, dem Team so gut wie möglich dabei zu helfen, den zehnten Platz zu erreichen. Auch Trainer Petri Kujala freut sich, dass Kunz in Bayreuth bleibt. „Er hat sich den neuen Vertrag durch seinen Einsatz und unermüdliche Arbeit verdient.“







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