Gewalt gegen Polizei und Sicherheitsdienst in München: Fahrschein und Hausrecht ursächlich

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MÜNCHEN / GRAFING, LKR. EBERSBERG. Am Mittwoch (2. Januar) kam es zu zwei Übergriffen auf Mitarbeiter der Deutsche Bahn Sicherheit, als diese das Hausrecht und Vermögensansprüche der Bahn durchsetzten. Einmal wurden auch Bundespolizisten von einer 36-Jährigen angegriffen. Sie wird heute dem Haftrichter vorgeführt.




Vormittags fuhr ein 19-jähriger Syrer mit einem zeitlich bereits abgelaufenen Ticket mit der S6 Richtung Ebersberg, so die Polizei. Dieses Ticket zeigte er vor, als er vor dem Haltepunkt Grafing Bahnhof durch Mitarbeiter der Deutsche Bahn Sicherheit kontrolliert wurde. Als die Prüfer die Ungültigkeit feststellten und den jungen Mann darauf hinwiesen, riss dieser den Prüfern das Ticket aus der Hand und schlug einem der beiden mit der Hand in den Bauch. Der Prüfer wiederum stieß den 19-Jährigen aus Ebersberg zurück und forderte ihn auf sitzen zu bleiben, was dieser jedoch mit einem erneuten Angriffsversuch beantwortete. Daraufhin soll der Prüfer den Fahrscheinlosen ebenfalls geschlagen haben. Der zweite Prüfer konnte die Situation beruhigen. Zu sichtbaren Verletzungen kam es nicht. Lobenswert ist das Verhalten einer 48-Jährigen, die sich im Nachgang bei der Landespolizei in Ebersberg meldete und als Zeugin des Geschehens ihre Personalien hinterließ. Gegen beide Männer hat die Bundespolizei ein Strafverfahren wegen Körperverletzung eingeleitet. Der 19-Jährige wurde zusätzlich wegen versuchten Betruges und Erschleichen von Leistungen beanzeigt.



Gegen Mittag sollte eine alkoholisierte 54-jährige Polin die Bahnhofsmission im Hauptbahnhof München verlassen. Im Zuge dessen bespuckte die Wohnsitzlose einen hinzugerufenen Mitarbeiter der Deutsche Bahn Sicherheit und trat nach diesem, so die Polizei. Nachdem die Frau mit auf die Dienststelle der Bundespolizei kommen musste, wurde dort ein Atemalkoholwert von 2,38 Promille gemessen. Eine Strafanzeige wurde wegen Körperverletzung und Beleidigung aufgenommen.



Gegen 21:30 Uhr hielt sich eine offensichtlich unter Alkohol und Drogen stehende 36-jährige Deutsche in einem Supermarkt am Münchner Hauptbahnhof auf. Wenige Stunden zuvor erst hatte die Frau ein Hausverbot für diesen Supermarkt erhalten. Als eine Streife der Bundespolizei die Wohnsitzlose mit auf die Dienststelle am Hauptbahnhof nahm, ließ sie sich immer wieder zu Boden fallen, um den Transport zu erschweren. Weiterhin beleidigte die Frau die Beamten und biss einem 28-Jährigen in die Hand, die jedoch durch einen Handschuh geschützt war. Aufgrund ihres körperlichen Zustandes wurde die 36-Jährige zunächst in Schutzgewahrsam genommen. Nach Verweigerung eines freiwilligen Atemalkoholtestes und aufgrund der Wohnsitzlosigkeit ordnete die Staatsanwaltschaft nach Rücksprache eine Blutentnahme und Vorführung beim Haftrichter für den heutigen Tag an.

Zusätzlich wurde ein Ermittlungsverfahren wegen Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte, Körperverletzung, Hausfriedensbruch und Beleidigung eingeleitet.







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