Druck ist gewachsen: Tigers brauchen dringend Punkte


EISHOCKEY. So schnell kann es gehen im dicht gedrängten Tabellenkeller der DEL2. Anstatt sich in Richtung Mittelfeld zu verabschieden, sind die Bayreuth Tigers nach ihren jüngsten beiden Nullnummern gegen Dresden (3:5) und Deggendorf (0:2) wieder mittendrin im Abstiegskampf. Dementsprechend gewachsen ist nun auch wieder der Druck. Im Idealfall sollten die Tigers sowohl gegen die formstarken Kassel Huskies am Freitag um 20 Uhr als auch beim Tabellennachbarn EHC Freiburg um 18.30 Uhr punkten, um den Anschluss an die Nichtabstiegsplätze nicht zu verlieren.





„Ein paar Prozentpunkte“, sagt Petri Kujala, haben seinem Team gefehlt, „um ein bisschen was Zählbares mitzunehmen“. Der marginale Unterschied in den Kategorien „Laufbereitschaft“ und „Einsatz“ im Vergleich zu den vorangegangenen Partien gegen die Spitzenteams aus Kaufbeuren, Ravensburg und Weißwasser reichten nach Ansicht des Bayreuther Coaches aus, um gegen die direkte Konkurrenz im Tabellenkeller durch die Finger zu schauen – 3:5 gegen Dresden, 0:2 in Deggendorf.

Der Analyse seines Coaches stimmt auch Timo Herden zu. Der 24-jährige Torhüter, der gegen die Dresdner Eislöwen in der neunten Minute aufgrund einer Verletzung von Brett Jaeger zwischen die Pfosten rückte und gegen den Deggendorfer SC über die volle Distanz das Tor hütete, sagt aber auch: „Wir tun uns schwerer gegen Mannschaften, gegen die wir das Spiel machen müssen. Gegen Deggendorf war das gut zu sehen. Wir hatten Probleme mit ihrer sehr defensiven Spielweise. Sie haben uns kaum in ihr Drittel gelassen und waren sehr darauf bedacht, eigene Fehler zu vermeiden.“



Es wird kein Selbstläufer

Auch wenn man davon ausgehen könne, dass die Huskies „mehr Risiko gehen“ und „mehr Offensive wagen“ werden, ein Selbstläufer gegen den Tabellensiebten werde die Partie sicher nicht, sagt Timo Herden. Im Gegenteil. Denn auch ihm ist nicht entgangen, in welch famoser Verfassung sich die Hessen aktuell befinden. In sieben von acht Partien gingen sie zuletzt als Sieger vom Eis.

„Ich habe die Huskies vor der Saison aufgrund ihrer Qualität zu den top vier Mannschaften gezählt. Das bestätigen sie jetzt, nachdem sie ihre anfänglichen Probleme sichtlich überwunden haben. Nun kommen sie immer besser auf Touren, was sich auch noch in der Tabelle niederschlagen wird“, sagt Trainer Petri Kujala über die Kasseler, die Ende November mit damals sieben Zählern Rückstand auf den EHC Freiburg noch auf Rang elf lagen. Heute sind sie den Breisgauern 14 Punkte voraus, was zweifelsohne auch am Trainerwechsel von Bobby Carpenter auf Tim Kehler im November liegt.



Freiburger mit den Tigers gleichauf

Weitaus weniger positiv hat sich die kürzlich erfolgte Dimission des seit 2013 in Freiburg tätigen Trainers Leos Sulak auf die Ergebnisse des EHC ausgewirkt. Kurz nach Weihnachten hatten dessen Assistenten Jan Melichar und Rawil Khaidarow die Nachfolge des geschassten 62-Jährigen im Breisgau angetreten und in bisher sechs Spielen nur sechs Punkte geholt. Nach einem deutlichen Sieg gegen Deggendorf (6:1) und einer deutlichen Niederlage in Kassel (2:5) liegen sie nun nach Punkten mit den Tigers gleichauf. „Sie haben erkennbare Probleme, sind aber auch schwer einzuschätzen. Es wird auf jeden Fall ein Kampfspiel“, sagt Petri Kujala.

Noch nicht äußern wollte er sich zum Einsatz der zuletzt ausschließlich für den Oberligisten VER Selb auf dem Eis stehenden Gustav Veisert und Noah Nijenhuis. Es könne gut sein, dass nach dem Abgang des bisher siebten Verteidigers Felix Linden nach Rosenheim einer der beiden Förderlizenzspieler in den Kader rücke.





Bayreuth Tigers (Platz 12/39 Punkte/102:134 Tore): Topscorer: Ville Järveläinen (12 Tore / 22 Assists); Überzahlspiel: 16,1% Erfolgsquote (10. Platz), Penaltykilling: 82,9% Erfolgsquote (6. Platz); Strafminuten: 10,7 (3. Platz); Zuschauer: 1630 pro Spiel (14. Platz).

Kassel Huskies (7./53/99:93): Topscorer: Tyler Gron (13/22); Überzahlspiel: 15,1% (12.); Penaltykilling: 80,5% (8.), Strafminuten: 12,1 /Spiel (6.); Zuschauer: 3198/Spiel (2.).

EHC Freiburg (11./39/91:117): Topscorer: Nikolas Linsenmaier (19/20); Überzahlspiel: 15,2% (11.), Penaltykilling: 76,1% (13.); Strafminuten: 10,2 /Spiel (2.); Zuschauer: 2135/Spiel (10.).







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