24. August 2019 - 07:04

3:5 gegen Dresden: Tigers vergeben Chance auf Platz zehn

Ein regelrechter Tumult spielte sich nach gut acht Minuten vor dem Bayreuther Tor ab. Ein gültiger Treffer resultierte daraus nicht, doch Tigers-Torwart Brett Jaeger (rechts verdeckt) wurde so stark verletzt, dass er ausschied. Foto: Peter Kolb

EISHOCKEY. Die Bayreuth Tigers haben die Chance nicht nutzen können, zum ersten Mal in dieser Saison auf den zehnten Platz der DEL2 vorzurücken, der am Ende die Teilnahme an den Pre-Playoffs und vor allem den direkten Klassenerhalt bedeuten würde. Statt des dafür nötigen Sieges gegen den oberen Tabellennachbarn Dresdner Eislöwen gab es am Freitagabend eine Heimniederlage mit 3:5 (1:1, 2:3, 0:1).




„Richtig gut waren wir heute nicht“, bekannte Tigers-Trainer Petri Kujala, der das Fehlen von zwei erkrankten Mittelstürmern (Sebastian Busch und Tobias Kirchhofer) nicht als Entschuldigung anführen wollte: „Auch wenn es uns etwas aus dem Rhythmus gebracht hat. Vielmehr sei der Start mit dem Überzahltor zum 1:0 nach nur 70 Sekunden durch den ersten Treffer des nachverpflichteten Simon Karlsson im Tigers-Trikot vielleicht sogar „zu gut“ gewesen: „Da dachten wir wohl, es geht so weiter, ohne zu arbeiten.“

Noch in der zweiten Minute hatten die Gäste zwar eine große Chance zum schnellen Ausgleich durch Nick Huard, der aus kurzer Distanz an Brett Jaeger scheiterte, aber dann kontrollierten die Gastgeber das Geschehen. Vor allem bei zwei weiteren Gelegenheiten für ihr gutes Powerplay kamen sie mehrfach dem 2:0 nahe. Dagegen fanden die Eislöwen kaum eine spielerische Linie und wirkten im Abschluss harmlos.




Gefährlich für die Tigers wurde es zunächst nur nach gut acht Minuten bei einem Gedränge vor dem Tor. Jaeger wurde dabei mit der Scheibe über die Linie gedrückt, als bereits abgepfiffen war. Der Torhüter verletzte sich jedoch und musste durch Timo Herden abgelöst werden. Diese Szene trug ebenso zur ungewöhnlichen Länge des ersten Abschnitts bei, wie eine Verletzung von Schiedsrichterin Nicole Hertrich. Sie musste eine Platzwunde an der Lippe behandeln lassen, stand im zweiten Drittel aber wieder auf dem Eis.

Das wäre nach 19 Minuten die umfassende Bilanz gewesen. 20 Sekunden vor der Pause bekamen die Dresdner jedoch einmal zu viel Platz für einen freien Schuss aus der Halbdistanz, den Steve Hanusch platziert zum schmeichelhaften 1:1 verwandelte.




Zwei Tore durch 18-Jährigen

Die Verhältnisse schienen schnell wieder hergestellt, als Timo Gams im zweiten Abschnitt nach zwei Minuten einen 2-auf-1-Konter im optimalen Zusammenspiel mit Juusu Rajala zum 2:1 abgeschlossen hatte. Diesmal nutzten die Gäste jedoch ihre Chance zum postwendenden Ausgleich nach 50 Sekunden, wenn auch mit einer Portion Glück. Beim Nachschuss schien ein verunglückter Abwehrversuch von Mark Heatley mitzuhelfen. Trotz eines Pfostentreffers von Martin Heider (25.) verschoben sich danach die Kräfteverhältnisse. Die Dresdner bemühten um mehr Offensivdruck – zwar nicht gerade mit spielerischem Glanz, aber doch mit Forechecking, das den Bayreuther Spielfluss störte. So entwickelte sich ein zerfahrener Schlagabtausch mit vielen Ungenauigkeiten auf beiden Seiten. Einige Reibereien zwischen den Spielern und umstrittene Schiedsrichterentscheidungen trugen zusätzlich zum hektischen Gesamteindruck bei.

Das 3:4 nach Videobeweis sorgte für neue Spannung vor dem letzten Drittel. Nach dem 3:5 durch den 18-jährigen Gregory Saakyan, der seinem ersten Saisontor gleich noch das zweite folgen ließ, scheiterten die Tigers zunächst wiederholt an Gästetorwart Sebastian Stefaniszin, aber zur anfänglichen Linie fanden sich nicht mehr zurück. Die Dresdner hielten das Geschehen zunehmend sicher von ihrem Tor weg und siegten letztlich verdient.




Statistik

Bayreuth Tigers: Jaeger (9. Herden) – Heider, Potac; Karlsson, Mannes; Mayr, Martens – Kunz, Kolozvary, Bartosch; Järveläinen, Rajala, Gams; Richter, Heatley, Gläser; Kronawitter, Linden.

Dresdner Eislöwen: Stefaniszin – Kramer, Pujacs; Zauner, Heywood; Hanusch, Uplegger; Schmidt – Davidek, Knackstedt, Huard; Rupprich, Postel, Palka; Walther, Pielmeier, Saakyan; Knobloch, Jentsch.

SR: Engelmann, Nicole Hertrich; Strafminuten: Bayreuth 6, Dresden 8; Zuschauer: 1696.

Tore: 1:0 (2.) Karlsson (Rajala, Martens – 5 gegen 4), 1:1 (20.) Hanusch (Uplegger), 2:1 (23.) Gams (Rajala), 2:2 (23.) Palka (Rupprich, Knackstedt), 2:3 (31.) Knackstedt (Pielmeier, Walther – 5 gegen 4), 2:4 (34.) Saakyan (Pielmeier), 3:4 (40.) Bartosch (Potac, Kolozvary – 5 gegen 4), 3:5 (44.) Saakyan (Heywood, Pielmeier).







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