Ungläubiges Kopfschütteln

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Symbolbild: pattilabelle/stock.adobe.com

ERLANGEN. Einen, auch für erfahrene Polizisten, erinnerungswürdigen Fall erlebten die Beamten der Autobahnpolizei Erlangen am vergangenen Sonntagnachmittag.





Die beiden Insassen eines beschädigten Audi A4 erregten das Interesse einer Streifenbesatzung auf der A3, in Höhe der Rastanlage Aurach-Süd. Die Anhaltung, des an der Anschlussstelle Frauenaurach abgefahrenen Fahrzeugs und der sich dabei im Anschluss ergebenden Sachbearbeitung, ließ die involvierten Beamten nur noch ungläubig staunen. Der Reihe nach ergaben sich immer weitere Straftaten und Ordnungswidrigkeiten. Mit dem Fahrer des Audi angefangen.



Der 27jährige, gebürtige Erlanger, fuhr seinen Pkw ohne die erforderliche Fahrerlaubnis. Aufgrund eines vorangegangenen Verkehrsverstoßes hatte er eine noch laufende Fahrerlaubnissperre. Dazu stellten die Beamten drogentypische Auffälligkeiten in seinem Verhalten fest. Den Drogenkonsum gab er zu und eine Ärztin führte die obligatorische Blutentnahme dazu durch. Bei der routinemäßigen Überprüfung des Fahrzeugs fanden die Beamten eine Schreckschusswaffe, samt zugehöriger Munition.



Für diese Waffe besitzt der Mann keinen sogenannten kleinen Waffenschein. Diesen müsste er eigentlich besitzen, wenn er die Waffe außerhalb seiner Behausung mit sich führt. Die Tasche voller pyrotechnischer Munition, die mit dieser Waffe abgeschossen werden kann, wurde ihm, so wie die täuschend echt ausschauende Waffe, abgenommen. Des Weiteren fanden die Beamten im Kofferraum eine Einkaufstüte voller benutzter Spraydosen. Solche, wie sie Graffitisprayer benutzen.



Eine genaue Örtlichkeit, an der er diese Farbe benutzte, konnte noch nicht ermittelt werden. Die Dosen wurden sichergestellt. Weiter wurden in seinem Fahrzeug Betäubungsmittel gefunden. Diese und dazugehörige Utensilien, in nicht unerheblicher Menge, wurden ebenfalls sichergestellt. Zum Schluss wurde bei der Durchsuchung seiner Person noch ein verbotenes Einhandmesser aufgefunden. Diese, nach dem Waffengesetz verbotenen Messer, lassen sich mit einer Hand, auch verdeckt, öffnen und stellen somit eine erhebliche Gefahr für die Beamten dar.



Das Messer wurde auch sichergestellt. Soweit zum Fahrer. Sein 28jähriger Beifahrer, ein gebürtiger Sachse, hatte ebenso einiges auf seinem Kerbholz. Auch bei ihm wurden illegale Drogen gefunden und sichergestellt. Außerdem suchten zwei Staatsanwaltschaften aus Baden-Württemberg nach ihm. Dort war er mehrfach wegen Schwarzfahrens mit der Deutschen Bahn aufgefallen. Warum und wo der benutzte Audi beschädigt wurde, konnte oder wollte der Fahrer den Beamten nicht sagen. Beide Personen, Fahrer und Beifahrer des Audi, erwartet jetzt ein größeres Straf- und Ordnungswidrigkeitenverfahren. Da der Beifahrer zudem ohne einen festen Wohnsitz ist, musste er auf



MFR 027 (2008-02-11)
Anordnung einer Staatsanwältin die zu erwartende Strafe sofort bezahlen. Er hatte jedoch nicht die geforderten Euro im vierstelligen Bereich bei sich, so dass er Hilfe in Form eines Bekannten organisieren musste. Als dieser Bekannte mit dem Geld, und seinem Pkw, vor der Dienststelle in Erlangen auftauchte, stellten die Beamten auch bei ihm drogentypische Auffälligkeiten fest.




Die Ärztin wurde ein zweites Mal angefordert und führte auch bei ihm die darauf folgende Blutentnahme durch. Er musste dann nicht nur die Strafe für seinen Kumpel zahlen sondern auch die 750 Euro für seine Fahrt unter Drogeneinfluss. Außerdem musste er seine Fahrzeugschlüssel abgeben und durfte seine Fahrt bis zum Abbau der Betäubungsmittel in seinem Körper, nicht fortsetzen. Das einmonatige Fahrverbot bekommt er noch schriftlich von der zuständigen Bußgeldstelle. Das Gleiche gilt auch für den Fahrer des Audi. Am Nachmittag begonnen fand das Drama in mehreren Akten schließlich gegen Mitternacht sein Ende. Die drei Personen wurden auf freien Fuß gesetzt und die Beamten der Nachmittagschicht durften auch endlich in den verdienten Feierabend.







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