22. Januar 2020 - 04:16

Schnaittacher Doppelmord: Prozess beginnt im Februar


SCHNAITTACH, LKR. NÜRNBERGER LAND. Nun wird der grausame Fall, der die Schlagzeilen auch weit über die Region beherrschte, vor Gericht behandelt: Ein Mann soll zusammen mit der Ehefrau seine Eltern mit einem Handwerkerhammer erschlagen und anschließend neben der Garage eingemauert haben.




Der Prozessauftakt zu dem Fall soll am 19. Februar nächsten Jahres beginnen, aktuell sitzt das Ehepaar in Untersuchungshaft. Insgesamt sind bis Ende April 21 Verhandlungstage im Landgericht Nürnberg-Fürth angesetzt. Rund 60 Zeugen und 11 Sachverständige wurden von dem Gericht benannt. Die Anklage gegen das Ehepaar wurde im Oktober erhoben.

Bereits vor der Bluttat soll das Ehepaar zweimal versucht haben, die 66-jährige Mutter des Mannes zu vergiften. Die Mutter überlebte allerdings. Infolgedessen soll der Sohn laut Anklage erst seine im Bett liegende Mutter Mitte Dezember 2017 mit einem Hammer erschlagen haben. Als der Vater das Zimmer betrat, ging der Sohn auch auf ihn mit dem Hammer los und erschlug den Vater ebenfalls. Anschließend soll das Paar die Leichen in den Tagen danach in einem Nebenraum der Garage eingemauert und den Tatort renoviert haben, um die Tat zu vertuschen.



Ehepaar inszenierte Vermissung

Besonders perfide: Ende Dezember meldeten die Angeklagten die Eltern bei der Polizei als vermisst und inszenierte auch in den sozialen Netzwerken und in diversen Fernsehsendungen die Vermisstensuche. Einen Tag, nachdem sich das Paar an die Polizei wandte, heiratete es sogar. Der Sohn hatte der Polizei die Version erzählt, dass seine Eltern nach einem Verwandtenbesuch, bei dem sie Gepäck und Bargeld in großem Umfang mitgenommen haben, nicht mehr zurückgekehrt seien.

Die Polizei ermittelte und fand schließlich auf dem Grundstück in einer zubetonierten Grube im Garagenboden das angebliche Reisegepäck und im Nebengebäude der Garage schließlich die beiden eingemauerten Leichen.




Sohn bestreitet Vorwürfe

Unterdessen bestreitet der 26-jährige Sohn die Vorwürfe, seine Frau sagt, sie sei an der Tötung nicht beteiligt gewesen. Laut Informationen der Nachrichtenagentur dpa soll sie allerdings zugegeben haben, ihren Mann bei der Spurenbeseitigung geholfen zu haben.

Die Staatsanwaltschaft ist jedoch davon überzeugt, das Ehepaar habe die Tat gewollt und zusammen geplant. Die Anklage läuft somit auf Mord in zwei Fällen. Das Motiv: Habgier, Heimtücke und die Absicht, eine andere Straftat zu verdecken, so eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft.




Eltern mit Hammer erschlagen und eingemauert







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