Parteivorsitz der CDU: Annegret Kramp-Karrenbauer wird Merkel-Nachfolgerin

Foto: Markus Roider

HAMBURG/BERLIN. Am Parteitag der CDU gab Bundeskanzlerin Angela Merkel ihren Parteivorsitz ab. 18 Jahre lang hatte Merkel dieses Amt inne. Ihre Nachfolgerin wird nun, nicht ganz überraschend, Annegret Kramp-Karrenbauer. Sie setzte sich in einer Stichwahl mit 517:482 Stimmen gegen Friedrich Merz durch. Jens Spahn ist bereits im ersten Wahlgang ausgeschieden, er erreichte nur 157 von 999 Stimmen.




Der Parteitag der CDU begann traditionell um 8:30 Uhr mit einem Gottesdienst. In der Abschiedsrede von Angela Merkel dankte sie allen Begleitern und verabschiedete sich mit den Worten „Es war mir eine Ehre“. Minutenlanger Applaus quittierte ihre Rede. Merkel war sichtlich gerührt und zeigte sich erstmals emotional. Auf Plakaten war zu lesen: „Danke Chefin“. Nach 18 Jahren an der Spitze der Partei machte Merkel heute den Weg frei. Drei prominente Kandidaten stellten sich an Nachmittag zur Wahl: Annegret Kramp-Karrenbauer, Friedrich Merz und Jens Spahn. Und 1001 Delegierte durften abstimmen.

Mit 517 Stimmen (von 999) wurde Annegret Kramp-Karrenbauer zur neuen Parteivorsitzenden der CDU gewählt. Um 17:01 Uhr sagte sie: „Ich nehme die Wahl an“. Annegret Kramp-Karrenbauer (56) war bis zuletzt Ministerpräsidenten des Saarlands und gilt als Merkel-Vertraute. In der Flüchtlingspolitik positioniert sie sich als Unterstützerin der Politik Angela Merkels; die Tagesschau betitelt „AKK“ sogar als „Merkel 2.0“. Ihre politischen Ansichten sind allerdings in den letzten Wochen recht blass geblieben.

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Trotzdem gilt sie gesellschaftspolitisch als Konservativste der Kandidaten: So habe sie zum Beispiel dafür gesorgt, dass die Kreuze im Saarland in den öffentlichen Räumen nicht abgehängt werden. Auch wandte sie sich gegen eine Gleichstellung eingetragener Lebenspartnerschaften mit der Ehe. Annegret Kramp-Karrenbauer „AKK“ wird bei Wikipedia als deutsche Politikerin beschrieben, die seit Februar 2018 Generalsekretärin der CDU ist. Sie war von August 2011 bis Februar 2018 Ministerpräsidentin des Saarlandes und von Juni 2011 bis Oktober 2018 Landesvorsitzende der CDU Saar. Seit November 2010 ist sie Mitglied im CDU-Bundespräsidium.

Die Macht ist weiblich

In ihrer Vorstellungsrede des Parteitags sprach Kramp-Karrenbauer von einem besonderen Tag für sich. Damals als sie in die CDU eintrat, habe sich nicht daran gedacht, jemals sich für den Vorsitz zu bewerben. Damals sei das eine Partei mit Mut, Optimismus und Lust auf Zukunft gewesen. „Das war meine Partei und deswegen bin ich damals in die CDU eingetreten“. so AKK. Sie dankte Merkel und sprach im Bezug auf die CDU vom letzten Einhorn der Volksparteien in Europa.



Auch beim Ladies-Advent der Frauenunion (FU) Bayreuth im Goldenen Anker ging es am Mittwoch um AKK- Hier stellte der „Bunte“-Journalist Manfred Otzelberger sein neues Buch über Annegret Kramp-Karrenbauer vor. Otzelberger war viele Jahre für den Ring Nordbayerischer Tageszeitungen tätig. Zur Buchvorstellung bei der Frauenunion hatte ihn die FU-Bezirksvorsitzende und Bundestagsabgeordnete Dr. Silke Launert eingeladen.

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Launert ist nicht gerade eine Befürworterin von Annegret Kramp-Karrenbauer, als FU-Vorsitzende habe sie aber Symphatie auch für eine weitere starke Frau in der Bundespolitik. „Als ehemalige Staatsanwältin und Richterin sehe ich aber auch das Erfordernis nach mehr Rechts-und sicherheitspolitischen Haltungen“, sagte sie im Reporter24-Gespräch.

Laut RTL-Trendbarometer würde auch die Mehrheit der Bundesbürger AKK als CDU-Chefin wählen.