In der dritten Runde: Schwan aus Eisweiher „gerettet“

Foto: Sven Zeilmann

AUERBACH IN DER OBERPFALZ. „Schwan auf Weiher festgefroren – Tierrettung“, so lautet die Einsatzmeldung an diesem Nachmittag in Auerbach. Passanten hatten einen Schwan gemeldet, der sich seit Tagen nicht mehr auf dem zugefrorenen Stadtweiher bewegte. 




Als am Mittwochnachmittag erstmals die Freiwillige Feuerwehr Auerbach an den Stadtweiher alarmiert wurde, konnten die Ehrenamtlichen dem Tier zunächst nicht helfen. Die Retter stellten fest, dass die Eisschicht nicht ausreichend dick war. Die Gefahr für die Einsatzkräfte war zu hoch. Ein Boot war nicht greifbar, weshalb die Feuerwehr wieder einrückte.
Shitstorm auf Facebook

Unter dem Einsatzpost bei Facebook bildeten sich rasch böse Kommentare einiger Nutzer. In der Facebook Gruppe „Ein echter Auerbacher bin ich, wenn…..“ ging es sogar noch etwas weiter. Ein Nutzer schrieb beispielsweise „Ja, die Feuerwehr hat kein Boot….also solltet ihr mal einen sehen der im Stadtweiher ertrinkt dann spart euch den Anruf bei der Feuerwehr“. Die Kommentare hatten sich im Niveau teilweise gegenseitig unterboten, da war der Einsatz noch gar nicht abgeschlossen.



Wasserwacht alarmiert
„Nach Rücksprache mit dem Bund Naturschutz, sollen wir den Schwan in Ruhe lassen, da Schwäne zu dieser Jahreszeit sehr träge sind“, teilte ein Feuerwehrsprecher mit. Daher sei keine Gefahr in Verzug gewesen. Bernhard Moos, Kreisvorsitzender des Landesbundes für Vogelschutz (LBV), sagte den Medien vor Ort, man müsse jetzt abwarten. Doch genau das, wollte niemand. Im weiteren Verlauf wurde die Wasserrettung alarmiert.

Als die Wasserwacht unter Leitung von Ernst Schalander eintraf, befand sich der Schwan noch immer an der selben Stelle. Nachdem sich die Retter den Weg auf dem Wasser freigehackt haben, die Eisstärke betrug etwa zwei Zentimeter, stand das Tier auf und watschelte einige Meter davon. Immer wieder tippelte der Schwan ein Stück weiter, seiner Verfolger im Nacken. Einmal quer über den Weiher, erreichte er dann schließlich das Ufer.




Verletzungen konnten nicht festgestellt werden. Ob der Schwan nun festgefroren war und sich aus Angst vor den Rettern mit letzter Kraft selbst befreite, oder ob er nur erschöpft war, ist derzeit unklar. Die Wasserwacht war mit rund zehn Einsatzkräften für rund zwei Stunden im Einsatz.







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