17. Juni 2019 - 19:14

Hohenberneck: Burgenrettung rückt näher

Viele Arbeitsstunden sind schon in Hohenberneck investiert worden. Jetzt soll es eine umfangreiche Sanierung geben. Foto: Archiv/Albrecht Diller

BAD BERNECK. Im Ringen um eine Sanierung der Burgruine Hohenberneck ist Bad Berneck einen entscheidenden Schritt weitergekommen. Einstimmig beschloss der Stadtrat am Donnerstag die millionenschwere Baumaßnahme. Allerdings gibt es zwei Vorbehalte.



Für Gerhard Schneider und Albrecht Diller war die letzte Sitzung des Stadtrates in diesem Jahr wie eine vorweihnachtliche Bescherung. „Dass der Beschluss einstimmig fiel, hat mich doch sehr überrascht“, sagte Schneider, der Vorsitzende des Fördervereins Historische Stätten, dem Kurier. Sein Stellvertreter Albrecht Diller sprach von einem „Durchbruch“ in den Anstrengungen, die Burgruine zu retten. Seit Jahren investiert der Verein über 1000 Arbeitsstunden und viel Geld in den Erhalt der drei Burgruinen Hohenberneck, Altes Schloss und die Marienkapelle, alle im Besitz der Stadt.




Einstimmiger Beschluss

Nun fasste der Stadtrat den Grundsatzbeschluss, dass der erste Bauabschnitt, die Erhaltung von Hohenberneck, in Angriff genommen soll. Und wichtig: Dass die Stadt den erforderlichen Eigenanteil von zehn Prozent der Kosten übernimmt, die einschließlich eines einspurigen Zufahrtsweges auf 1,3 Millionen Euro geschätzt werden. Dies sei die Voraussetzung dafür, dass eine 90-prozentige Förderung aus dem Entschädigungsfonds des Landesamtes für Denkmalpflege beantragt werden könne, sagte Bürgermeister Jürgen Zinnert (SPD).

Vor allem CSU-Stadträte hatten in einer früheren Sitzung Bedenken geäußert, aus Sorge, die Finanzierung werde die Stadt überfordern. Auch andere Stadträte hatten kritisiert, dass eine kleine Kommune wie Bad Berneck die Baulast für so einmalige – und teure – Denkmäler tragen muss.




Riesige Unterstützung

Zinnert berichtete von einem Treffen mit Oberkonservator Robert Pick und Vertretern von Oberfrankenstiftung und Regierung von Oberfranken, dass es von diesen Seiten „eine riesige Unterstützungsbereitschaft“ für den Erhalt der Burgruinen gebe. Eine Schenkung der Burganlagen an den Freistaat Bayern sei aber unrealistisch. Die 90 Prozent Förderung – auch für die auf rund 170 000 Euro geschätzte neue Zufahrtsstraße – werde es nur geben, wenn die Stadt nun formell beschließe, den zehnprozentigen Eigenanteil der Gesamtkosten – 130 000 Euro auf drei Jahre verteilt – zu übernehmen. In diesen Eigenanteil könnten auch Spenden einbezogen werden.




Baubeginn 2020

Da mit einer Bewilligung der Förderung aus dem Entschädigungsfonds erst in einem Jahr zu rechnen sei, solle 2019 zunächst mit der Planung und ab 2020 mit den Bauarbeiten begonnen werden, sagte Zinnert.

Stadträtin Sandra Schiffel (Freie Wähler) stimmte ebenso zu wie SPD-Fraktionsvorsitzender Udo Sauerstein, der von einer „historischen Verpflichtung“ sprach, die Anlagen zu erhalten. Schiffel regte aber an, schon kommendes Jahr Mittel für unaufschiebbare Reparaturarbeiten bereitzustellen. „Die Mauern drohen herunterzukommen, das würde am Ende alles noch teurer machen“, sagte sie. Auch die CSU regte an, möglichst 2019 mit Bauarbeiten zu beginnen. Die Fraktion stimmte dem Beschluss trotz früherer Bedenken zu, weil die Zeit dränge und kein anderer Baulastträger gefunden wurde, sagte stellvertretender Fraktionsvorsitzender Christof Seidel dem Kurier.




Zwei Vorbehalte

Der Stadtratsbeschluss zur Burgensanierung enthält allerdings zwei Vorbehalte: Erstens wurde festgeschrieben, dass es die Sanierung nur unter er Voraussetzung gibt, dass auch die 90-prozentige Förderung fließt. Zweitens kann es die Sanierung nur geben, wenn auch die Rechtsaufsicht im Landratsamt der Finanzierung grünes Licht gibt.




Haushaltsbeschluss

An diesem Punkt allerdings muss der Stadtrat noch nachsitzen. Auf Antrag von CSU-Finanzreferent Hans Kreutzer wurden die Debatte und der Beschluss über den städtischen Haushalt 2019 von der Tagesordnung abgesetzt und auf Januar vertagt. Nach der Vorbesprechung mit der Rechtsaufsicht im Landratsamt seien noch wichtige Änderung im Haushaltsentwurf vorgenommen worden, argumentierte Kreutzer. Die Stadträte hätten nicht genug Zeit gehabt, den nachgebesserten Entwurf durchzuarbeiten. Kreutzer warnte davor, Stabilisierungshilfen zu gefährden. „So wie er er jetzt ist, kriegen wir den Haushalt von der Rechtsaufsicht zurück.“ Einstimmig folgte der Stadtrat dem Vertagungswunsch der CSU. Zinnert sagte, dies sei besser, als wenn eine Mehrheit den Haushalt gegen die CSU-Stimmen durchsetzten würde. „Das sähe nach außen blöd aus.“







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